Elon Musk legt sich mit dem Iran an, um den Satelliteninternetdienst Starlink im Land weiter zu betreiben. Hintergrund sind Internetabschaltungen der Regierung während regierungskritischer Proteste.
Starlink-Zugang für Iraner:innen trotz Verbot
In der vergangenen Woche hat Musk den Zugang zu Starlink für Menschen im Iran kostenlos gemacht, nachdem die Regierung den Internetzugang im Land im Zuge von Protesten stark eingeschränkt hatte. Bereits im Juni des vergangenen Jahres verabschiedete der Iran ein Gesetz, das die Nutzung von Starlink im Land verbietet. Im Juli wandte sich die iranische Regierung zudem an die Internationale Fernmeldeunion und forderte, den Dienst zu blockieren.
Trotz dieses Verbots und der diplomatischen Schritte soll Starlink im Iran weiter verfügbar bleiben. Unterstützt wird Musk dabei von Präsident Donald Trump, der ihn dazu ermutigt, den Dienst im Iran aufrechtzuerhalten. Die Auseinandersetzung verlagert sich damit zunehmend in den technischen Bereich.
Iran setzt auf Satellitenstörsender und Signal-Spoofing
Um Starlink zu unterbinden, greift der Iran inzwischen zu technischen Gegenmaßnahmen wie Satellitenstörsendern und Signal-Spoofing. Mit Störsendern sollen die Signale zwischen den Starlink-Satelliten und den Terminals im Land beeinträchtigt werden. Ziel ist es, die Verbindungen so weit zu schwächen, dass der Dienst unbrauchbar wird.
Beim Signal-Spoofing werden gefälschte GPS-Signale ausgesendet, um die Starlink-Terminals zu verwirren und außer Betrieb zu setzen. Die Endgeräte verlassen sich auf korrekte Positionsdaten, um eine stabile Verbindung zu den Satelliten aufzubauen. Werden diese Daten manipuliert, kann die Verbindung abbrechen oder gar nicht erst zustande kommen.
Die iranische Regierung versucht damit, den Dienst nicht nur juristisch, sondern auch technisch zu stoppen. Die Maßnahmen zeigen, dass der Konflikt um Starlink im Iran längst über eine reine Regulierungsfrage hinausgeht.
Starlink als Belastungstest vor Börsengang
Für Starlink und die Mutterfirma RaumX hat der Konflikt noch eine weitere Dimension. Neben der Rolle bei der Aufrechterhaltung von Kommunikation im Iran dient der Einsatz auch als praktischer Belastungstest. Das Unternehmen kann damit potenziellen Anleger:innen vor einem möglichen Börsengang demonstrieren, dass der Dienst selbst unter schwierigen Bedingungen nur schwer zu blockieren ist.
John Plumb, Raumfahrtpolitiker im Pentagon unter Präsident Joe Biden, ordnet die Situation klar ein. Er sagt, dass unterdrückerische Regime weiterhin glauben, sie könnten Kommunikationskanäle einfach abschalten. Gleichzeitig betont er, dass seiner Ansicht nach ein Zeitpunkt näher rückt, an dem dies nicht mehr möglich sein wird.
Der Konflikt um Starlink im Iran verdeutlicht, wie sehr Satelliteninternet in politische Auseinandersetzungen geraten kann. Er zeigt auch, dass technische Infrastruktur zunehmend zum Schauplatz geopolitischer Spannungen wird.
