Eine neue Datenpanne betrifft laut Berichten fast 16 Millionen PayPal-Konten. Wir erklären, was genau passiert ist und wie ihr euer PayPal-Konto jetzt am besten schützt.
In einem bekannten Hackerforum tauchte vor Kurzem ein Angebot für einen riesigen Datensatz mit Zugangsdaten von 15,8 Millionen PayPal-Konten auf. Die Cyberkriminellen behaupten, sie hätten die Informationen im Mai 2025 gestohlen. Der Datensatz soll E-Mail-Adressen und Passwörter im Klartext enthalten, teilweise inklusive zugehöriger URLs. Das erleichtert automatisierte Angriffe auf weitere Dienste und Identitätsdiebstahl. Nach Angaben der Anbieter seien viele der Passwörter stark und einzigartig, jedoch verwenden Nutzer:innen laut dem Leak oft die gleichen Zugangsdaten für verschiedene Plattformen. Das mindert zwar den Wert der Datensätze, erhöht aber das allgemeine Risiko für weit verbreitete Angriffe.
Sicherheitsexpert:innen haben eine kleine Probe der veröffentlichten Daten untersucht. Ihrer Meinung nach reichen die vorgelegten Beispiele nicht aus, um die Angaben der Angreifer zu bestätigen. Außerdem wären viele sensible Informationen bereits genutzt worden, sollte der Datenklau tatsächlich schon im Mai 2025 erfolgt sein. Der niedrige Verkaufspreis für die angeblichen Nutzerdaten ist ebenfalls auffällig. Normalerweise erzielen hochwertige Datensätze im Darknet weitaus höhere Preise. PayPal selbst dementiert einen aktuellen Vorfall. Das Unternehmen verweist stattdessen auf ein früheres Sicherheitsproblem aus dem Jahr 2022. Damals betraf ein sogenannter Credential-Stuffing-Angriff 35.000 Konten. Dieser Vorfall führte in diesem Jahr zu einer Geldstrafe gegen PayPal durch Aufsichtsbehörden. Die jetzt kolportierte Zahl von fast 16 Millionen betroffenen Konten übersteigt diese Zahl um ein Vielfaches.
Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die angebotenen Daten ursprünglich aus sogenannten Infostealer-Logs stammen könnten. Infostealer sind Schadprogramme, die Passwörter, Cookies und weitere Informationen direkt vom Gerät der Nutzer:innen stehlen. Solche Sammlungen enthalten oft auch eine URL, gefolgt von den gestohlenen Login-Daten. Diese Daten landen regelmäßig auf Darknet-Marktplätzen, stammen aber in solchen Fällen nicht direkt von PayPal, sondern von den Rechnern der Opfer. Die Situation verdeutlicht einmal mehr, wie schnell kompromittierte Zugangsdaten in kriminelle Hände gelangen können. Einmal gestohlene Logins können Identitätsdiebstahl und Betrug auslösen – oft noch Jahre nach dem eigentlichen Vorfall. Besonders Nutzer:innen, die ein und dasselbe PayPal-Passwort auch bei anderen Diensten eingesetzt haben, sind weiterhin gefährdet.
Unabhängig von der Echtheit des aktuellen Datenlecks empfiehlt es sich generell, für jedes Online-Konto ein einzigartiges, sicheres Passwort zu nutzen. Aktiviert die Zwei-Faktor-Authentifizierung in eurem PayPal-Konto und überprüft regelmäßig ungewöhnliche Aktivitäten. Tauscht verdächtige oder mehrfach genutzte Passwörter umgehend aus und verwendet einen Passwortmanager. So bleibt eure digitale Identität am besten geschützt, auch falls eure Zugangsdaten in Umlauf geraten sollten.
Via: https://www.techradar.com
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