Mit macOS Golden Gate kehrt Apple zu klassischen, symbolfreien Menüs zurück. Damit korrigiert der Konzern eine umstrittene Design-Entscheidung aus macOS Tahoe.
Umstrittenes Design von macOS Tahoe
macOS Tahoe hatte nicht nur das kontroverse Liquid-Glass-Design eingeführt, sondern auch ein neues Konzept für Menüs. Neben jedem einzelnen Menüeintrag erschien ein Symbol. Diese SF-Symbole zeigten kleine Zahnräder, Quadrate oder Stifte, unabhängig davon, wie wichtig oder ähnlich die Funktionen waren. Apple wich damit von seinen eigenen, langjährigen Gestaltungsrichtlinien ab und behandelte alle Einträge gleich.
Genau hier entstand das Problem: Wenn jedes Menüelement ein Icon erhält, verlieren die Symbole ihre Unterscheidungskraft. Für das Gehirn werden sie zu einem weiteren Zeichen in einer Textzeile und helfen nicht mehr bei der schnellen Orientierung. Nutzer:innen konnten Einträge dadurch nicht mehr so leicht auf einen Blick erfassen. Während Apple andere Kritikpunkte wie das merkwürdige Finder-Symbol in Tahoe zügig korrigierte, blieben die Menü-Icons zunächst bestehen.
Golden Gate kehrt zu klassischen Menüs zurück
Mit macOS Golden Gate vollzieht Apple nun die Kehrtwende. Die Menüs verzichten wieder vollständig auf die zusätzlichen Symbole neben den Einträgen. Ein Vergleich der beiden Versionen zeigt: Links in macOS Golden Gate erscheinen die Menüs ohne Icons, rechts in macOS Tahoe sind die Symbole weiterhin sichtbar. Damit verschwindet eine der auffälligsten Designänderungen aus Tahoe wieder aus dem System.
Die Rückkehr zu textbasierten Menüs entspricht auch eher den bisherigen Empfehlungen für konsistente und klar lesbare Benutzeroberflächen. Wenn nicht mehr jeder Menüpunkt mit einem Bildchen versehen ist, lassen sich einzelne Funktionen wieder leichter voneinander unterscheiden. Die Menüs wirken aufgeräumter, und der Blick kann sich auf die Bezeichnungen konzentrieren, statt von einer Ansammlung gleichgewichtiger Symbole abgelenkt zu werden.
Apple reagiert auf Kritik der Nutzer:innen
In der Präsentation von macOS Golden Gate hat Apple mehrfach deutlich gemacht, dass Rückmeldungen von Nutzer:innen berücksichtigt wurden. Selbst Details wie unpassende Eckradien in der Oberfläche wurden während der Entwickler:innenkonferenz angesprochen. Die Entfernung der Menü-Icons reiht sich in diese Serie von Anpassungen ein, mit denen Apple auf Kritik an macOS Tahoe reagiert.
Die weltweite Entwickler:innenkonferenz WWDC 2026 läuft derzeit, und parallel werden die ersten Betaversionen der neuen Systeme untersucht. Während der Großteil der Eröffnungspräsentation sich auf Apple Intelligence konzentrierte, finden sich in allen Betriebssystemen zahlreiche kleinere Änderungen und Verbesserungen. Dazu gehört eben auch die eher unscheinbare, aber für viele Nutzer:innen relevante Überarbeitung der Menüs in macOS Golden Gate.
