News

MacBook Neo treibt Mac-Verkäufe an – und sorgt für Lieferprobleme

Apple erlebt mit dem Mac den stärksten Jahresauftakt seit Jahren. Ausgerechnet das neue Einsteiger-Notebook MacBook Neo wird dabei zum Verkaufsstar und zum Engpassfaktor.

Mac-Verkäufe steigen deutlich – Marktanteil wächst

Im ersten Quartal 2026 hat Apple laut den Marktforscher:innen von Omdia 7,1 Millionen Macs ausgeliefert. Das ist mehr als in jedem anderen Vierteljahr seit mindestens 2024. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 5,4 Prozent, im Vergleich zu Q1 2024 sogar einem Zuwachs von 32,7 Prozent.

Auch beim weltweiten PC-Marktanteil legt Apple zu. Zwischen Januar und März 2026 erreichte der Mac einen Anteil von 11 Prozent, den höchsten Wert seit mindestens 2024. Die Analyst:innen führen den Aufschwung auf neue Mac-Modelle zurück, insbesondere auf mehrere aktualisierte Notebooks.

Neben dem MacBook Neo hat Apple ein MacBook Air mit M5-Chip vorgestellt sowie MacBook-Pro-Modelle mit M5 Pro und M5 Max. Gemeinsam haben diese Geräte die Mac-Verkäufe im ersten Quartal 2026 spürbar angekurbelt.

MacBook Neo: Erfolgreiches Einstiegsmodell mit A18-Pro-Chip

Das MacBook Neo ist Apples erstes Einsteiger-Notebook und markiert den bislang aggressivsten Schritt des Unternehmens in den günstigen Laptop-Markt. Es bietet ein 13‑Zoll‑Liquid‑Retina‑Display, ein robustes Aluminiumgehäuse und ganztägige Akkulaufzeit. Der Startpreis liegt bei 699 Euro und damit so niedrig wie nie bei einem Apple-Laptop.

Im Inneren arbeitet ein A18‑Pro‑Chip, der für typische Alltagsaufgaben wie Surfen, Videotelefonie und Büroarbeit ausgelegt ist und dabei das gewohnte macOS-Erlebnis liefern soll. Apple zielt mit dem Gerät vor allem auf Schüler:innen, Studierende und Nutzer:innen, die zum ersten Mal einen Mac kaufen.

Seit dem Marktstart ist das MacBook Neo sehr gefragt. Auch einen Monat nach Verkaufsbeginn kann Apple die Nachfrage nicht vollständig bedienen, aktuelle Bestellungen führen zu Wartezeiten von mehreren Wochen. Branchenbeobachter:innen rechnen eher mit einer Verschärfung der Situation als mit einer schnellen Entspannung.

Chip-Knappheit bremst Produktion des MacBook Neo

Der Erfolg des MacBook Neo stößt an eine technische Grenze: Die Stückzahl der verbauten A18‑Pro‑Prozessoren ist begrenzt. Der Chip stammt von Apples Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company und wurde ursprünglich für das iPhone 16 entwickelt.

Im MacBook Neo setzt Apple A18‑Pro‑Chips ein, bei denen einer der sechs Grafikkerne defekt ist. Solche Einheiten können nicht im iPhone 16 Pro verwendet werden und werden üblicherweise aussortiert. Die Nutzung dieser „aussortierten“ Prozessoren machte das Notebook besonders günstig.

TSMC hat die Fertigung des A18 Pro inzwischen eingestellt und auf den A19 Pro für das iPhone 17 Pro umgestellt. Analyst Tim Culpan weist darauf hin, dass der Vorrat dieser gebinnten A18‑Pro‑Chips zur Neige gehen wird, bevor die Nachfrage nach dem MacBook Neo gedeckt ist. Ursprünglich seien 5 bis 6 Millionen Geräte geplant gewesen.

Theoretisch könnte Apple TSMC beauftragen, erneut A18‑Pro‑Chips auf dem 3‑Nanometer‑Verfahren N3E zu produzieren. Diese Fertigungsstufe ist jedoch stark ausgelastet, ein Sonderlauf wäre teuer und würde die Marge des günstigen Notebooks deutlich verringern. Ein höher bepreistes Neo mit teurerem Chip oder ein vorgezogenes Modell mit A19‑Pro‑Prozessor wären weitere Möglichkeiten, würden den Charakter des Einstiegsgeräts aber verändern.

Die Entscheidung ist strategisch heikel: Das MacBook Neo bringt viele frühere Windows-Nutzer:innen auf den Mac und vergrößert so die installierte Basis. Diese neuen Kund:innen sollen später voraussichtlich zu MacBook Air oder MacBook Pro wechseln. Apple steht daher vor der Aufgabe, die Liefersituation beim Neo zu klären, ohne das Preismodell aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Via: www.cultofmac.com · 9to5mac.com

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

Neueste Artikel

iPhone Duo: Einhandbedienung in iOS 27.3 aktivieren

Die Beta von iOS 27.3 bringt die Bedienungshilfe „Einhandmodus“ auf das iPhone Duo. Damit rückt der Bildschirmbereich auf der gegenüberliegenden…

4. November 2026

Russland verlangt von Apple und Microsoft Kommunikationsdaten

Apple und Microsoft müssen in Russland Kommunikationsdaten ihrer Nutzer:innen drei Jahre lang speichern. Russische Behörden können die Herausgabe von Nachrichten,…

4. November 2026

iPad mini im Test: OLED-Display überzeugt, doch 120 Hertz fehlen

Das neue iPad mini bringt ein OLED-Display, ein dünneres Gehäuse und den A20 Pro. Erste Testberichte loben die Verbesserungen, sehen…

4. November 2026

Wasser über dem Mac verschüttet? Das solltet Ihr jetzt tun

Ein Flüssigkeitsschaden kann auch dann noch entstehen, wenn die Oberfläche längst trocken ist. Schaltet Euren Mac deshalb sofort aus und…

4. November 2026

iOS 27.3 bringt neue Siri-Funktionen und eine überarbeitete Health-App

Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…

4. November 2026

Fitness-KI erstellt Trainingspläne – was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen

Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen