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Mac: Warum „Vollständiger Festplattenzugriff“ besser geregelt werden muss

Viele Mac-Apps benötigen „Vollständigen Festplattenzugriff“ – doch die Berechtigung ist zu weit gefasst und schlecht nachvollziehbar. Apple sollte feinere Zugriffsrechte und eine klare Übersicht einführen.

Eine Berechtigung für sehr unterschiedliche Aufgaben

Apples Ankündigung, den „Vollständigen Festplattenzugriff“ einzuschränken, hat in der Mac-Community für Diskussionen gesorgt. Eine Umfrage unter mehr als 200 Leser:innen von TidBITS zeigt, wie verbreitet die Berechtigung ist: 63 Prozent hatten sie mindestens sechs Apps erteilt. Mehr als die Hälfte dieser Gruppe erlaubte elf oder mehr Apps den Zugriff.

Für viele gehört die Berechtigung also zum Mac-Alltag. Zugleich wirkt sie wie eine Notlösung. macOS bietet nicht für alle geschützten Daten eigene Rechte. Deshalb verlangen manche Apps Zugriff auf die gesamte Festplatte, obwohl sie nur einen bestimmten Bereich benötigen. Ein Mail-Archivierungsprogramm etwa braucht möglicherweise nur Mail-Daten.

Auch die Art des Zugriffs spielt eine Rolle. Eine Such-App muss geschützte Dateien womöglich nur lesen. Ein Backup-Programm benötigt dagegen Schreibrechte, wenn es Daten an geschützten Orten wiederherstellen soll. macOS unterscheidet diese Fälle nicht. Nutzer:innen können außerdem nicht prüfen, ob eine App tatsächlich nur auf die Daten zugreift, die sie benötigt.

Apple stellt Entwickler:innen keine öffentliche Schnittstelle bereit, über die Apps den Berechtigungsstatus abfragen oder den Zugriff anfordern können. Stattdessen muss eine App versuchen, eine geschützte Datei zu öffnen. Dadurch können Apps in der Liste „Vollständiger Festplattenzugriff“ erscheinen, ohne um Erlaubnis gebeten zu haben. Manche funktionieren auch ohne gewährten Zugriff weiter.

Welche Änderungen Apple vornehmen könnte

Apple könnte zusätzliche, gezielte Berechtigungen für Mail, Nachrichten und Browserdaten einführen. So müssten Hilfsprogramme nicht länger den Zugriff auf die gesamte Festplatte verlangen, wenn sie nur einen einzelnen Datenspeicher benötigen. Zudem sollte macOS zwischen Lese- und Schreibzugriff unterscheiden.

Berechtigungsanfragen sollten über einheitliche Dialoge von Apple laufen und verständlich erklären, warum eine App den Zugriff benötigt. Eine Datenschutzübersicht wie auf iPhone und iPad könnte zeigen, welche Apps geschützte Dienste verwenden. Entwickler:innen brauchen außerdem eine Schnittstelle, um Zugriff anzufordern und festzustellen, ob er erteilt oder widerrufen wurde.

Apples Ankündigung folgte offenbar auf die Veröffentlichung von Metas KI-Agent Muse. Solche Agenten könnten berechtigterweise weitreichende Zugriffe benötigen. Zusätzlich zu einer Datenschutzübersicht wären deshalb vollständige, verständliche Protokolle ihrer Aktionen auf dem Mac hilfreich.

Zugriff prüfen und nicht benötigte Apps entfernen

Bis Apple Änderungen umsetzt, könnt Ihr die Liste in den Systemeinstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ und „Vollständiger Festplattenzugriff“ prüfen. Erteilt Zugriff nur, wenn eine App ihn wirklich braucht. Bei Apps, denen Ihr nicht mehr vertraut oder die den Zugriff nicht benötigen, könnt Ihr den Schalter deaktivieren. Über die Minus-Schaltfläche entfernt Ihr Einträge ganz aus der Liste. Benötigt eine App die Berechtigung später doch, sollte sie Euch darauf hinweisen.

Zu den Apps, die den Zugriff häufig benötigen, gehören Sicherungs- und Synchronisierungsprogramme wie Carbon Copy Cloner, Malware-Schutz, Dateisuche und Werkzeuge zur Analyse des Speicherplatzes. Auch Finder-Alternativen, Deinstallationsprogramme und manche Wartungswerkzeuge können darauf angewiesen sein. Einzelne Apps brauchen ihn nur für bestimmte Funktionen; dazu zählen Keyboard Maestro und iMazing.

Andere Programme benötigen ihn meist nicht. Dazu gehören viele Aktualisierungsprogramme, Cloud-Dienste, Webbrowser, Kommunikations- und Kreativ-Apps sowie Zwischenablage- und Menüleistenwerkzeuge. Auch Apples „Digitale Bilder“, „Fotos“ und „Vorschau“ funktionieren laut TidBITS über die üblichen Zugriffswege. Der Beitrag lässt offen, ob Apple schon mit macOS 27 erste Anpassungen einführt oder ein umfassenderes System erst für macOS 28 plant.

Via: https://tidbits.com

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Michael Reimann

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