Der Mac Studio hat sich seit seinem Start 2022 zu Apples wichtigstem Desktop für Pro-Anwendungen entwickelt. 2026 steht die nächste Generation mit M5-Chips an – doch Speicherknappheit bremst den Zeitplan.
Release 2026: Zwischen WWDC und Oktober
Der aktuelle Mac Studio mit M4 Max und M3 Ultra kam im März 2025 auf den Markt. Eine Neuauflage mit M5 Max und M5 Ultra gilt für 2026 als gesetzt, der genaue Termin ist aber offen. Lange Zeit wurde eine Vorstellung zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni erwartet, zumal Apple dort 2023 bereits Mac-Studio-Modelle mit M2 Max und M2 Ultra gezeigt hatte.
Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtete im Januar 2026, Apple peile für die neuen Profi-Macs die erste Jahreshälfte 2026 an, was ein WWDC-Debüt plausibel machte. Inzwischen deuten Berichte jedoch auf einen späteren Start hin, zunehmend rückt Oktober 2026 in den Fokus. Grund sind anhaltende Engpässe im weltweiten DRAM-Markt, vor allem durch die hohe Nachfrage nach Speicher für KI-Rechenzentren großer Cloud-Anbieter.
Laut Gurman sorgen diese „Lieferkettenprobleme“ dafür, dass die Produktion der nächsten Pro-Macs stockt und der Mac-Studio-Start sich Richtung Oktober verschieben könnte. Die Auswirkungen sind bereits heute sichtbar: Apple hat im März 2026 die Option mit 512 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher für den M3-Ultra-Mac-Studio gestrichen und die 256-GB-Variante um 400 US‑Dollar (rund 370 Euro) verteuert.
Seit Mai 2026 lässt sich der 2025er Mac Studio nur noch mit 36, 64 oder 96 GB Unified Memory konfigurieren, frühere 128- und 256-GB-Optionen sind entfallen. Gleichzeitig sind die Lieferzeiten deutlich gestiegen, je nach Ausführung liegen sie bei sechs bis zehn Wochen. Ein WWDC-Start ist damit nicht ausgeschlossen, realistischer erscheint aktuell aber ein späterer Termin im Jahr.
M5 Max und M5 Ultra: Architektur und Ausstattung
Der Mac Studio setzt seit seinem Start auf Max- und Ultra-Chips der M-Serie. Das 2025er Modell bringt den erwarteten M4 Max mit, in der Spitze aber weiterhin den älteren M3 Ultra statt eines M4 Ultra. Dieser übertrifft den M4 Max in stark parallelisierten CPU- und GPU-Workloads, basiert aber auf einer früheren Chip-Generation.
Apple hat nie erklärt, warum kein M4 Ultra erschienen ist. Fachleute verwiesen unter anderem auf mögliche Fertigungsprobleme bei TSMC und darauf, dass der M4 Max offenbar nicht mehr die für UltraFusion notwendige Hochgeschwindigkeits-Verbindung zwischen zwei Max-Dies bot. Dadurch ließ sich kein Ultra-Chip aus zwei M4-Max-Dies bauen.
Beim M5 ändert sich das wieder: Der M5 Max auf fortschrittlichem 3‑nm‑Prozess führt eine überarbeitete „Fusion-Architektur“ ein, bei der mehrere Dies als ein SoC arbeiten können. Das soll Skalierbarkeit, Speicherbandbreite und KI-Leistung verbessern und die Produktion künftiger Ultra-Varianten vereinfachen. Da Apple den Mac Pro Anfang 2026 eingestellt hat, ist der Mac Studio nun die zentrale Plattform für Ultra-Chips, entsprechend wird die nächste Generation mit M5 Max und M5 Ultra erwartet.
Der M5 Max bringt bis zu 18 CPU-Kerne, eine bis zu 40‑kernige GPU, erweiterte ML-Hardware und deutlich höhere Speicherbandbreite als die M4-Generation. Im Mac Studio sollte der Chip dank größerem Kühlvolumen dauerhaft mehr Leistung liefern als im MacBook Pro.
Beim M5 Ultra, der voraussichtlich wieder aus zwei M5-Max-Dies kombiniert wird, sind bis zu 36 CPU- und 80 GPU-Kerne sowie deutlich größere und schnellere Speicherpools vorgesehen. Diese Konfiguration zielt auf GPU-intensive Aufgaben wie 3D-Rendering, KI-Modellentwicklung, wissenschaftliches Rechnen und professionelle Videoproduktion.
Speicher, Anschlüsse, Preis: Was sich sonst noch ändert
Der M5 Max in den 2026er MacBook-Pro-Modellen gibt Hinweise auf die übrigen Spezifikationen des kommenden Mac Studio. Bei der einheitlichen Speicherarchitektur wird erwartet, dass der M5 Max weiterhin mit 36 GB Unified Memory startet und der M5 Ultra bei 96 GB beginnt. Apple könnte Ultra-Konfigurationen erneut bei 256 GB deckeln, zumal hohe Kapazitäten durch die DRAM-Knappheit schwerer verfügbar sind.
Die jüngsten Kürzungen bei den Speicheroptionen des M3-Ultra-Mac-Studio und die Preisaufschläge für große RAM-Konfigurationen deuten darauf hin, dass Apple hohe Ausbaustufen eher einschränkt oder vereinfacht. Gleichzeitig bringt die M5-Architektur deutlich mehr Speicherbandbreite, Mac-Studio-Varianten dürften hier noch einmal zulegen und so rechenintensive Datensatz- und KI-Workloads beschleunigen.
Beim internen Speicher sprechen Branchenbeobachter davon, dass Apple die Standard-SSD-Größen anheben könnte: M5-Max-Modelle sollen mit 1 TB statt 512 GB starten, M5-Ultra-Varianten mit 2 TB statt 1 TB. Die Maximalgrößen von 8 TB (M5 Max) und 16 TB (M5 Ultra) sollen bleiben, die SSDs der M5-Generation insgesamt höhere Durchsatzraten bei großen Transfers erreichen.
Beim Design sind keine großen Änderungen zu erwarten. Apple dürfte das kompakte Aluminiumgehäuse mit groß dimensioniertem Kühlsystem beibehalten, das sich bereits für lange KI-, 3D- und Video-Workloads bewährt hat. Ebenso soll das umfangreiche Anschlussangebot bleiben, darunter vorne zwei USB‑C‑ oder Thunderbolt‑5‑Ports (je nach Chip), ein SDXC-Kartenleser, hinten vier weitere Thunderbolt‑5‑Ports, zweimal USB‑A, HDMI, 10‑Gb‑Ethernet und ein 3,5‑mm‑Audioanschluss. Thunderbolt 5 ermöglicht bis zu 80 Gbit/s Bandbreite, in Boost-Modi bis zu 120 Gbit/s, und der Mac Studio soll weiterhin bis zu acht externe Displays ansteuern können.
Beim Preis deutet vieles auf einen Aufschlag hin. Der Mac Studio startet aktuell bei 2.499 Euro, doch Apple hat bereits im MacBook-Pro-Portfolio Basiskonfigurationen mit geringeren SSD-Größen gestrichen. Der Einstieg mit M5 Max kostet dort nun 4.199 Euro, weil standardmäßig eine 2‑TB‑SSD verbaut ist. Überträgt Apple diese Strategie auf den Mac Studio, könnte der Aufpreis durch größere Standard-SSDs und mehr RAM teilweise abgefedert werden. Ein Sprung von 512 GB auf 1 TB beim Basismodell würde nach aktueller Einschätzung etwa 200 US‑Dollar (rund 185 Euro) Mehrpreis bedeuten.
Gegenläufig wirkt, dass Apple den Mac Studio als vergleichsweise günstigen High-End-Desktop unterhalb der MacBook-Pro-Spitze positioniert und seit Einführung konstant bei 2.399 Euro gestartet ist. Gleichzeitig steigen laut Tim Cook die Speicherpreise deutlich, und die Lieferkette ist weniger flexibel als üblich, was höheren Einstiegspreisen Vorschub leisten könnte.
Kaufen oder warten? Und was bedeutet das für KI?
Ob ihr jetzt einen Mac Studio kaufen solltet, hängt davon ab, wie dringend ihr die Leistung braucht und wie lange ihr warten könnt. Die letzte Aktualisierung mit M4 Max und M3 Ultra liegt seit März 2025 zurück, inzwischen ist das MacBook Pro mit M5 Max verfügbar. Tests zeigen, dass der M5 Max den M3 Ultra beim CPU-Tempo überholt, während der M3 Ultra bei manchen grafiklastigen Aufgaben durch mehr GPU-Kerne noch vorn liegt.
Wer sofort eine leistungsstarke Workstation benötigt, bekommt mit dem aktuellen Mac Studio weiterhin den schnellsten Desktop-Mac von Apple – muss aber mit langen Lieferzeiten rechnen, die bis zu zehn Wochen betragen können. Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf ein M5-Update im Oktober 2026, das mit dem M5 Ultra einen deutlichen Leistungssprung gegenüber dem M3 Ultra bringen soll. Wer die Zeit hat, könnte also von einem Abwarten profitieren.
Für alle, die früher umsteigen müssen, kann ein generalüberholter Mac Studio eine Alternative mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis sein. Bereits heute gilt der Mac Studio dank hoher einheitlicher Speicherkapazitäten, spezieller Chip-Architektur und leisem Kühlsystem als sehr gut geeignete Maschine für lokale KI- und Machine-Learning-Workloads. Mit M5 Max und M5 Ultra dürfte er diese Rolle weiter ausbauen und vor allem bei großen KI-Modellen und Multimodalanwendungen zusätzliche Reserven bieten.
