Wer sich noch an Mac OS X 10.0 „Cheetah“ erinnert und eine Nintendo Wii im Schrank stehen hat, kann jetzt beide Welten verbinden. Ein Entwickler hat das betagte Mac-Betriebssystem auf der Spielekonsole zum Laufen gebracht – inklusive Anleitung zum Experimentieren.
Die Nintendo Wii basiert auf einer PowerPC-Architektur, genau wie die frühen Versionen von Mac OS X. Theoretisch ließ sich das System daher schon immer auf die Konsole portieren, in der Praxis galt das aber lange als unhandlich und kaum umsetzbar. Entwickler Bryan Keller hat sich davon nicht abschrecken lassen und eine Wii so modifiziert, dass darauf die ursprüngliche Version von Mac OS X 10.0 „Cheetah“ startet.
Wer Mac OS X 10.0 noch kennt, erinnert sich vermutlich auch an die Schwächen: Die erste Version war träge und fehleranfällig, erst Mac OS X 10.1 „Puma“ wurde für viele Nutzer:innen wirklich alltagstauglich. Entsprechend ist auch dieses Projekt weniger als ernstzunehmende Arbeitsumgebung gedacht, sondern eher als technischer Beweis, dass sich das System überhaupt auf der Wii starten lässt.
Wenn euch solche Experimente reizen, könnt ihr versuchen, die Schritte nachzuvollziehen und eure eigene Wii entsprechend aufzusetzen. Keller zeigt damit vor allem, was mit älterer Hardware und etwas Aufwand noch möglich ist.
Die technischen Details dokumentiert Keller ausführlich in einem Blogeintrag mit dem Titel „Porting Mac OS X to Nintendo Wii“. Dort geht er auf die einzelnen Schritte und die Besonderheiten der Plattform ein. Parallel dazu existiert das begleitende Projekt „WiiMac
“ auf GitHub, über das ihr die notwendigen Dateien und weiteren Informationen findet.Für den Einstieg braucht ihr eine Nintendo Wii mit SD-Steckplatz, die per Software modifiziert wurde. Außerdem sind zwei unterschiedliche SD-Karten erforderlich, um die Installation und den Betrieb des Systems zu ermöglichen. Die exakten Anforderungen und den genauen Ablauf beschreibt der Entwickler in seinem Beitrag und im GitHub-Projekt.
Aktuell fehlen der Wii unter Mac OS X 10.0 jedoch einige zentrale Funktionen. WLAN, Bluetooth, Audioausgabe und das optische Laufwerk werden derzeit nicht unterstützt. Dadurch eignet sich die Konfiguration noch weniger für den produktiven Einsatz und bleibt klar ein Experiment.
Die fehlenden Funktionen zeigen, dass das Projekt in erster Linie als Spaß und als technische Spielerei gedacht ist. Aus der Wii wird damit keine Ersatz-Arbeitsstation, sondern ein ungewöhnlicher Retro-Mac auf Konsolenbasis. Wer Freude an solchen Projekten hat, findet im Blogpost und auf GitHub reichlich Material zum Stöbern und Ausprobieren.
Hinweis auf das Projekt kommt von Entwickler:in @SiliconForest auf X. Von derselben Person stammt auch ein früheres Projekt, bei dem ein webbasierten Mac-Emulator inklusive AOL-Anbindung über DialTone wiederbelebt wurde. Wenn euch solche Experimente interessieren, könnt ihr euch dort weitere Ideen holen und eure eigene Retro-Sammlung ausbauen.
Via: https://osxdaily.com
Titelbild: Brian Keller
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