Die rechtlichen Probleme des YouTubers Jon Prosser im Streit mit Apple sind noch nicht beendet. Trotz eines Versäumnisurteils gegen ihn laufen die Verfahren weiter – und Prosser produziert weiter Videos.
Apple setzt auf Zeugenaussage und Geschworenengericht
Gegen Prosser liegt inzwischen ein Versäumnisurteil vor, weil er nicht fristgerecht auf die Klage reagiert hat. Dennoch steht ihm nun eine Aussage unter Eid sowie ein Geschworenengerichtsverfahren wegen seiner iOS‑26‑Leaks bevor.
Der Streit geht zurück auf Juli 2025. Damals veröffentlichte Prosser Design-Details des damals als iOS 19 bekannten Systems, heute iOS 26. Apple wirft ihm vor, Geschäftsgeheimnisse unrechtmäßig verwendet zu haben. Trotz der laufenden Auseinandersetzung veröffentlicht Prosser weiterhin Videos zu Apple-Gerüchten.
Prosser wurde inzwischen mit Vorladungen zur Herausgabe von Dokumenten und zur Aussage konfrontiert. Er muss eine eidesstattliche Aussage außerhalb des Gerichts abgeben, damit Apple klären kann, in welchem Umfang er vertrauliche Informationen erhalten und weitergegeben hat.
Wie 9to5mac berichtet, verfolgt Apple trotz des Urteils zu seinen Gunsten zusätzliche Ziele. Der iPhone-Hersteller beantragt eine Unterlassungsverfügung, die Prosser verbieten soll, vertrauliche, proprietäre und geheimhaltungsbedürftige Informationen von Apple ohne schriftliche Zustimmung an Dritte weiterzugeben.
Außerdem fordert Apple Schadenersatz, dessen Höhe eine Jury festlegen soll, sowie die Erstattung der Anwaltskosten. Diese Forderungen sind in einem im Februar 2026 eingereichten Statusbericht zum Verfahren aufgeführt. Die beantragte Unterlassungsverfügung soll auch für den Mitangeklagten Michael Ramacciotti gelten.
Wie es zur Klage Apple gegen Prosser kam
Bereits im März 2025 zeigte Prosser die angeblichen Oberflächen der Apps Nachrichten (iMessage) und Kamera einer damals als iOS 19 bezeichneten Version. Einen Monat später, im April 2025, legte er nach und präsentierte weitere, nach eigener Darstellung vollständige Design-Details des damals noch unangekündigten iOS 26.
Um seine Quelle zu schützen, nutzte Prosser dafür künstlich erstellte Rekonstruktionen und Rendergrafiken statt direkter Screenshots des Betriebssystems. Trotz dieser Verschleierung konnte Apple die Quelle der Leaks nach eigener Aussage schnell identifizieren.
Daraufhin verklagte Apple Jon Prosser und den mutmaßlichen Mitverschwörer Michael Ramacciotti. Der Vorwurf: unrechtmäßige Nutzung von Geschäftsgeheimnissen sowie Verstöße gegen den amerikanischen „Computer Fraud and Abuse Act“.
Nach Apples Darstellung verschaffte sich Ramacciotti heimlich Zugriff auf ein Entwicklungs‑iPhone seines Freundes Ethan Lipnik, der damals bei Apple angestellt war. Ohne Lipniks Wissen soll Ramacciotti das Passwort des Geräts erlangt haben und Prosser anschließend per FaceTime Einblick in das Betriebssystem gegeben haben. Lipnik wurde später entlassen, während Prosser und Ramacciotti juristisch belangt wurden.
Versäumte Fristen, Teil-Vergleich und offener Ausgang
Im Verlauf des Verfahrens erklärte Apple im Oktober 2025, Prosser habe eine Frist des Gerichts versäumt. Prosser wies das zurück und erklärte, er stehe seit den frühen Phasen des Falls in „aktiver Kommunikation mit Apple“.
Unabhängig davon stehen Prosser und Apple aktuell offenbar in Kontakt und befinden sich trotz des Versäumnisurteils in einer eingeschränkten Beweisaufnahmephase. Ein Termin für Prossers Aussage unter Eid steht noch nicht fest.
Mitangeklagter Michael Ramacciotti hat Apple bereits Computer und Datenarchive zur forensischen Untersuchung überlassen. Apple nahm Ramacciotti am 17. Dezember 2025 formell als Zeugen unter Eid auf.
Das Verfahren gegen Prosser läuft unterdessen weiter. Die bisherige Entwicklung ist für ihn ungünstig, auch wenn das endgültige Ergebnis noch offen ist. Ein weiterer Statusbericht des Gerichts ist für den 13. April 2026 angesetzt.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
