Apple könnte Intel ab 2027 wieder eine wichtige Rolle in der Mac- und iPad-Hardware geben – allerdings nicht mit klassischen Intel-Prozessoren. Stattdessen soll Intel künftig bestimmte Apple-Silicon-Chips fertigen.
Apple erwägt offenbar, einen Teil seiner hauseigenen M‑Serie künftig von Intel produzieren zu lassen. Dabei geht es laut aktuellen Branchenberichten um die günstigen Varianten der Apple‑Silicon‑SoCs, die unter anderem im MacBook Air und im iPad Pro zum Einsatz kommen könnten. Der Start dieser Zusammenarbeit wird derzeit für das zweite oder dritte Quartal 2027 erwartet.
Seit dem Intel-Ausstieg 2020 setzt Apple bei Macs auf eigene Prozessoren der Reihe Apple Silicon. Gefertigt werden diese bislang ausschließlich von TSMC auf modernen Fertigungsverfahren. Parallel dazu hat Intel, dessen klassisches CPU-Geschäft unter Druck steht, sein Foundry-Geschäft für externe Kund:innen geöffnet. Hier könnte Apple nun einsteigen.
Der in der Lieferkette gut vernetzte Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities berichtet nach einer aktuellen Branchenumfrage, die Aussichten, dass Intel zum Lieferanten fortschrittlicher Fertigungstechnologien für Apple werde, hätten sich „kürzlich deutlich verbessert“. In einem Beitrag auf der Plattform X verweist er auf entsprechende Signale aus der Industrie.
Laut Kuo hat Apple mit Intel eine Vertraulichkeitsvereinbarung für das fortschrittliche Fertigungsverfahren 18AP PDK 0.9.1GA abgeschlossen. Auf Basis des geplanten technischen Fortschritts rechnet Apple damit, dass Intel im zweiten oder dritten Quartal 2027 mit der Fertigung und Auslieferung von Einstiegs-CPUs der M‑Serie beginnen kann.
Derzeit produziert TSMC alle Apple‑Silicon‑Chips, darunter auch die Basisvarianten der M4- und M5‑Prozessoren
. Apple möchte die Fertigung dieser Einstiegschips teilweise auf Intels Fertigungstechnologie verlagern, um die eigene Lieferkette breiter aufzustellen und Abhängigkeiten zu verringern. Außerdem soll dieser Schritt helfen, die „Made in USA“-Politik des US-Präsidenten Donald Trump sichtbar zu unterstützen.Kuo erwartet im Zuge der für 2025 erwarteten Einführung eines günstigeren MacBook-Modells sinkende Verkaufszahlen für MacBook Air und iPad Pro. Seinen Schätzungen zufolge dürften die Auslieferungen von derzeit rund 20 Millionen Geräten im Jahr 2025 auf etwa 15 bis 20 Millionen Einheiten in den Jahren 2026 und 2027 zurückgehen.
Für TSMC hätte der mögliche Verlust der Apple-Aufträge für die günstigen M‑Serien‑Chips nach Einschätzung des Analysten kaum spürbare Auswirkungen auf den Umsatz. Die betroffenen Stückzahlen seien im Verhältnis zu TSMCs Gesamtgeschäft gering.
Für Intel dagegen wäre Apple als Foundry-Kundin ein wichtiger Erfolg. Gelingt der Einstieg über die Einstiegsvarianten der M‑Chips, könnte dies mittelfristig den Weg zu weiteren Fertigungsaufträgen von Apple ebnen.
Allerdings bleiben noch einige Hürden, bevor Intel tatsächlich mit der Fertigung beginnen kann. Entscheidend wird sein, ob Intels Fertigungsknoten bei Effizienz und Leistung mit TSMC mithalten kann. Falls dies nicht gelingt, könnte Apple wieder vollständig auf den langjährigen Partner TSMC setzen.
Kommt es jedoch zu einer dauerhaften Zusammenarbeit, hätte das eine besondere Ironie: Intel würde vom früheren direkten Prozessorlieferanten zum Auftragsfertiger für Apples eigene Chips.
Via: https://www.cultofmac.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
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