Die KI-App Claude erlebt nach massiver Kritik aus dem Weißen Haus einen deutlichen Aufschwung. In den US-Charts des App Store steht sie inzwischen auf Platz zwei der kostenlosen Apps.
Ihr habt in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, wie öffentliche Empörung und Boykottaufrufe nach hinten losgehen können. Produkte wurden „gecancelt“ und gewannen dadurch erst recht an Aufmerksamkeit, soziale Netzwerke wurden kritisiert, Alternativen entstanden und wieder schlecht, und Proteste wechselten mehrfach die Richtung. Solche Dynamiken sind inzwischen vertraut – und nun trifft es die KI Claude.
Aktuell versucht der US-Präsident, das KI-Unternehmen Anthropic ins Visier zu nehmen. Er nutzt dafür die politischen und rechtlichen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social griff er Anthropic scharf an. Dort schrieb er, die „linken Spinner:innen bei Anthropic“ hätten einen „KATASTROPHALEN FEHLER“ begangen, weil sie versucht hätten, das Verteidigungsministerium zu „erpressen“ und zu zwingen, ihren Nutzungsbedingungen statt der Verfassung zu folgen.
Parallel dazu vermittelte die Regierung ein Abkommen zwischen Anthropics größtem Rivalen OpenAI und dem Pentagon. Gleichzeitig begann sie einen neuen großen Krieg. All das setzte Claude und Anthropic schlagartig ins Rampenlicht – ohne dass das Unternehmen dafür eigene Werbung geschaltet hätte.
Der Nachrichtensender CNBC berichtete am Freitagabend, dass die Claude-App in Apples US-App Store auf Platz zwei der Liste der kostenlosen Apps geklettert ist. Dieser Sprung nach oben erfolgte nahezu unmittelbar, nachdem die Trump-Regierung das Unternehmen öffentlich angegriffen hatte. Die massive Kritik aus dem Weißen Haus wirkte damit wie kostenlose Werbung für die App.
Ob die steigende Nutzung von Claude bewusst als Protest gegen den Kurs der Regierung oder gegen den Krieg gedacht ist, lässt sich derzeit nicht sagen. Klar ist nur: Die politische Auseinandersetzung hat die Sichtbarkeit der App deutlich erhöht und offenbar viele Nutzer:innen neugierig gemacht.
Manche von Euch probieren Claude vielleicht gerade aus, um ein Zeichen zu setzen – etwa gegen Krieg oder zugunsten bestimmter Werte im Umgang mit KI. Wer Claude aus Protest nutzt, könnte die App selbst mit einer kritischen Frage konfrontieren, zum Beispiel: „Hey Claude, trägt es zum Ende eines Krieges bei, wenn ich den KI-Chatbot wechsle?“
Ob eine solche Entscheidung tatsächlich politische Auswirkungen hat, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass politische Angriffe auf digitale Dienste und Unternehmen immer wieder unerwartete Folgen haben – wie jetzt den rasanten Aufstieg von Claude im App Store.
Via: https://gizmodo.com
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