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Italien belegt Apple wegen App-Tracking-Transparenz mit Millionenstrafe

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat Apple wegen angeblichen Missbrauchs seiner Marktstellung im App Store zu einer Strafe von 115 Millionen US‑Dollar (rund 105 Millionen Euro) verurteilt. Im Kern geht es um die Regeln der App-Tracking-Transparenz und deren Anwendung auf Drittanbieter-Apps.

Vorwurf: Ungleichbehandlung bei Datenschutzregeln

Die italienische Wettbewerbsbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) hatte im Mai 2023 ein Verfahren gegen Apple eingeleitet. Damals hieß es, Apple wende gegenüber externen Entwickler:innen „eine restriktivere Datenschutzpolitik“ an als für die eigenen Dienste.

Im Zentrum steht Apples Funktion App-Tracking-Transparenz (ATT), die mit iOS 14.5 eingeführt wurde. Sie soll Nutzer:innen die Entscheidung überlassen, ob einzelne Apps ihre Aktivitäten nachverfolgen dürfen oder nicht.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ist die AGCM nun zu dem Schluss gekommen, dass sich dieser Unterschied zwischen Apple und Drittanbieter:innen bestätigt habe. Apple nutze seine „absolute Dominanz“ im Umgang mit Entwickler:innen, indem es sie zwinge, die ATT-Regeln zu befolgen, während das Unternehmen selbst nicht im gleichen Maß gebunden sei.

In der Praxis bedeutet das: Entwickler:innen müssen beim ersten Start ihrer App den ATT-Hinweis einblenden. Nutzer:innen können dann entscheiden, ob sie das Tracking für diese App erlauben oder ablehnen.

Nach Ansicht der AGCM werden die Bedingungen der ATT-Richtlinie „einseitig auferlegt“, benachteiligten die Geschäftspartner:innen von Apple und seien „nicht verhältnismäßig zur Erreichung des Ziels des Datenschutzes“, das Apple anführe.

Apple widerspricht der Entscheidung

Apple hält dem Bericht zufolge die Darstellung der Behörde für falsch. Die Annahme, ATT werde allen auferlegt, außer Apple selbst, sei sachlich nicht zutreffend. Apples eigene Apps blendeten keinen ATT-Dialog ein, weil sie keine Nutzeraktivitäten verfolgten.

Das Unternehmen erklärte daher, man sei „entschieden anderer Meinung“ als die italienische Behörde. Die Entscheidung verkenne die „wichtigen Datenschutzschutzmechanismen“, die ATT den Nutzer:innen biete.

Apple kündigte an, gegen den Beschluss Rechtsmittel einzulegen. Wie lange das Berufungsverfahren dauern wird, ist derzeit offen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Apple die Strafe in Höhe von 115 Millionen US‑Dollar (rund 105 Millionen Euro) bis zum Abschluss des Verfahrens nicht bezahlen muss.

Auflagen der Behörde und Blick nach Polen

Die vollständige Entscheidung der AGCM umfasst 199 Seiten. Darin wird Apple verpflichtet, „die wettbewerbsverzerrenden Verhaltensweisen unverzüglich einzustellen“ und sich künftig jeder Praxis zu enthalten, die in gleicher Weise gegen das italienische Kartellrecht verstoßen könnte.

Außerdem muss Apple der Behörde innerhalb von 90 Tagen darlegen, wie das Unternehmen die Auflagen umsetzen will. Unklar ist, ob diese Frist ebenfalls vom Ausgang des Berufungsverfahrens abhängt.

Parallel dazu läuft eine ähnliche kartellrechtliche Untersuchung zur App-Tracking-Transparenz in Polen. Diese neue Prüfung begann im November 2025 und folgt auf ein früheres Verfahren aus dem Jahr 2021, das möglicherweise noch nicht abgeschlossen ist.

Die Entwicklung in Italien und Polen zeigt, dass Aufsichtsbehörden in Europa die Datenschutz- und Plattformregeln von Apple weiterhin genau beobachten. Für Euch als Nutzer:innen dürfte vor allem interessant sein, ob sich an den Einwilligungsdialogen und Datenschutzoptionen im App Store sichtbar etwas ändert – das bleibt vorerst offen.

Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Screenshot / Apfeltalk

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Michael Reimann

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