Der Roomba-Hersteller iRobot beantragte in den USA Insolvenzschutz und soll von seinem Auftragsfertiger Picea Robotics übernommen werden. Der Betrieb soll vorerst ohne Einschränkungen weiterlaufen.
Nach 35 Jahren Unternehmensgeschichte hat der Hersteller der Roomba Saugroboter am späten Sonntagabend Insolvenzschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. iRobot hatte bereits Anfang des Jahres darauf hingewiesen, dass dem Unternehmen schnell die Optionen ausgingen. Nun kündigte der Konzern an, unter Gläubigerschutz zu gehen und von seinem chinesischen Auftragsfertiger Picea Robotics übernommen zu werden.
Laut iRobot soll der laufende Betrieb weitergehen, ohne zu erwartende Störungen. Das Unternehmen spricht ausdrücklich davon, dass App-Funktionen, Kundenprogramme, weltweite Partnerbeziehungen, Lieferketten und der laufende Produktsupport ohne Beeinträchtigung fortlaufen. Für Euch als Nutzer:innen bedeutet das nach aktuellem Stand, dass Eure Roomba-Geräte weiter wie gewohnt arbeiten sollen.
iRobot mit Sitz im US-Bundesstaat Massachusetts gilt als einer der frühen Pioniere im Bereich Haushaltsrobotik. Das Unternehmen wurde 1990 gegründet und brachte 2002 den ersten Roomba-Saugroboter auf den Markt. Rund zwei Jahrzehnte später ist Roomba im Bereich Saugroboter zwar zu einem Gattungsnamen geworden, doch der Marktanteil von iRobot ist deutlich gesunken. Hersteller wie Ecovacs und Roborock haben dem Unternehmen in den letzten Jahren spürbar Marktanteile abgenommen.
Eine geplante Übernahme durch Amazon schien zunächst eine mögliche Wende für iRobot zu sein. Der Deal kam jedoch nicht zustande, weil die Übernahme unter behördliche Prüfung geriet und schließlich scheiterte. In der Folge versuchte iRobot, sein Produktportfolio neu aufzustellen und die Preise zu senken, um im Wettbewerb besser bestehen zu können. Dabei arbeitete der Konzern auch mit Picea Robotics an neuen Roomba-Modellen.
Trotz dieser Maßnahmen sanken die Umsätze weiter. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, belasteten insbesondere US-Zölle das Geschäft des Unternehmens. Betroffen sei vor allem die Produktion in Vietnam, wo iRobot Saugroboter für den US-Markt fertigt. Dort fielen Zölle von 46 Prozent an, was die Kosten deutlich erhöhte.
Mit dem Einstieg von Picea Robotics verbindet iRobot die Hoffnung auf einen stabileren finanziellen Rahmen. Picea ist bereits als Auftragsfertiger für iRobot tätig und soll das Unternehmen nun vollständig übernehmen. In einer Stellungnahme bezeichnete Gary Cohen, Vorstandschef von iRobot, die Ankündigung als wichtigen Meilenstein, um die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern. Die Transaktion solle die finanzielle Lage stärken und zugleich Kontinuität für Verbraucher:innen, Kunden und Partner gewährleisten.
Wie sich die Übernahme konkret auf zukünftige Produkte, Preise oder die technologische Ausrichtung von iRobot auswirkt, bleibt vorerst offen. Zunächst steht das Verfahren unter Insolvenzschutz im Vordergrund, während iRobot und Picea Robotics die Übernahme vorbereiten.
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