Wenn Euer iPhone ständig bei 1 Prozent landet, müsst Ihr nicht sofort einen neuen Akku oder ein neues Gerät kaufen. Viele versteckte iOS-Einstellungen verlängern die Laufzeit spürbar – ganz ohne Zusatzkosten.
Apple veröffentlicht regelmäßig iOS-Updates, die neue Funktionen bringen und teils auch die Energieverwaltung verbessern oder Fehler mit hohem Stromverbrauch beheben. Wenn Ihr ein Update auslasst, verschenkt Ihr unter Umständen Akkulaufzeit oder verschlechtert sie sogar. Eine Teilnahme an Beta-Programmen auf Eurem Hauptgerät ist dafür aber nicht nötig, da dort auch Fehler auftreten können, die den Akku stärker belasten.
Das Display ist einer der größten Stromfresser des iPhones. Schon eine Reduzierung der Helligkeit um 10 bis 20 Prozent kann die Nutzungszeit deutlich verlängern. Zusätzlich hilft die automatische Helligkeit, da sie die Anzeige an das Umgebungslicht anpasst und so effizienter arbeitet. Auf neueren Modellen mit Immer-an-Bildschirm wie dem iPhone 14 Pro und später bleibt der Sperrbildschirm gedimmt sichtbar und verbraucht Berichten zufolge etwa 1 Prozent Akku pro Stunde. Wer diese Funktion deaktiviert, spart über den Tag merklich Energie.
Mobilfunk, vor allem 5G, benötigt deutlich mehr Energie als WLAN. In Gegenden mit schlechtem Empfang sucht das iPhone permanent nach einem Netz und entlädt sich schneller. Wenn möglich, solltet Ihr daher auf WLAN umsteigen, besonders wenn Ihr Akku sparen müsst. Ist WLAN keine Option und die 5G-Abdeckung schwach, kann ein Wechsel auf LTE effizienter sein und den Akku schonen.
Der Stromsparmodus, verfügbar seit iOS 9, reduziert Hintergrundaktivitäten wie App-Aktualisierungen, deaktiviert automatische Downloads, dimmt das Display, bremst den Prozessor und verlangsamt Animationen. Das wirkt zwar etwas drastisch, bringt Euch aber je nach Situation ein bis drei Stunden zusätzliche Laufzeit, erkennbar am gelben Batteriesymbol. Auf iPhone 15 Pro, Pro Max und neueren Modellen steht zusätzlich der adaptive Stromsparmodus in iOS 26 bereit. Dabei nutzt Apple Künstliche Intelligenz auf dem Gerät, um kleine Anpassungen etwa bei Helligkeit und Prozessen vorzunehmen und so unauffällig Akku zu sparen.
Weitere Funktionen verbrauchen Energie, ohne dass Ihr es ständig bemerkt. Tastatur-Vibrationen und Klickgeräusche aktivieren bei jedem Tastendruck die Taptic Engine, was sich über den Tag summiert. Apple weist selbst darauf hin, dass Haptik die Akkulaufzeit beeinflussen kann. Auch das dauerhafte Lauschen auf den Sprachbefehl „Hey Siri“ beansprucht Mikrofon und Neural Engine und kostet Energie. Wer die Sprachaktivierung selten nutzt, kann sie zugunsten der Batterie deaktivieren und Siri über die Seitentaste starten.
Jede Push-Mitteilung weckt das Display, spielt unter Umständen einen Ton ab und lässt das iPhone vibrieren. Wenn Ihr nicht lebenswichtige Benachrichtigungen abschaltet, reduziert Ihr diese Weckvorgänge und spart Akku – und habt nebenbei mehr Ruhe. Ähnlich verhält es sich mit AirDrop und der Funktion „Geräte zusammenbringen“, die Kontakte beim Aneinanderhalten von iPhones austauscht. Letztere sucht dauerhaft über Bluetooth LE und WLAN nach anderen Geräten. Wer AirDrop selten nutzt, kann den Empfang ganz oder teilweise einschränken.
Live-Aktivitäten blenden Echtzeit-Informationen auf dem Sperrbildschirm oder in der Dynamischen Insel ein, etwa Lieferzeiten von Bestellungen. Häufig aktualisierte Apps sorgen dabei für zusätzlichen Verbrauch. Ihr könnt Live-Aktivitäten gezielt pro App oder komplett für den Sperrbildschirm ausschalten. Entfernt Ihr außerdem Sperrbildschirm-Widgets, verhindert Ihr deren regelmäßige Aktualisierungen, die teilweise Netzwerk- oder GPS-Abfragen auslösen.
Auch die Hintergrundaktualisierung von Apps verbraucht Energie, indem Inhalte wie E-Mails, soziale Feeds oder Nachrichten im Hintergrund geladen werden. Schaltet Ihr diese Funktion ab, aktualisieren sich Apps nur noch beim Öffnen. Auf Pro-Modellen mit Bildwiederholraten bis 120 Hertz lässt sich darüber hinaus die Bildrate begrenzen, wodurch die Grafikeinheit weniger leisten muss.
Der Dunkelmodus bringt bei iPhones mit OLED-Bildschirmen wie dem iPhone X und allen neueren Modellen einen zusätzlichen Vorteil. Da hier einzelne Pixel leuchten, verbrauchen schwarze Bereiche weniger Energie. So entlastet Ihr sowohl Eure Augen als auch den Akku. Mit der optimierten Batterieaufladung verzögert iOS die Ladung über 80 Prozent hinaus, bis Ihr das Gerät üblicherweise vom Strom nehmt. Das reduziert die Zeit, in der der Akku bei 100 Prozent liegt, und verlangsamt so die Alterung.
Fokusmodi helfen indirekt beim Stromsparen, indem sie nur bestimmte Kontakte und Apps durchlassen und damit weniger Benachrichtigungen und Aufweckvorgänge erzeugen. Unter „Einstellungen > Batterie“ seht Ihr außerdem genau, welche Apps wie viel Energie verbrauchen und ob sie hauptsächlich im Vorder- oder Hintergrund aktiv sind. In manchen Fällen kann es zudem helfen, beim Laden eine Hülle zu entfernen, wenn sich das Gerät stark erwärmt, da eine bessere Wärmeabfuhr die Batterie schont. Und wenn alle Optimierungen nicht reichen, kann eine zusätzliche Stromversorgung wie ein Akkupack oder eine Powerbank unterwegs die entscheidende Reserve liefern.
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