Mit iOS 26.4 hat Apple die Funktion „Geräteschutz bei Diebstahl“ auf allen iPhones aktiviert. Das soll Missbrauch verhindern, sorgt aber bei vielen von Euch für spürbare Änderungen im Alltag.
Nach der Installation von iOS 26.4 verhalten sich einige Aktionen auf dem iPhone anders. Wenn Ihr etwa Euer Passwort ändern wollt, müsst Ihr nun eine Stunde warten und anschließend Face ID oder Touch ID verwenden. Früher reichte dafür der Code, und es gab keine Verzögerung.
Mit iOS 26.4 hat Apple entschieden, den Geräteschutz bei Diebstahl standardmäßig zu aktivieren. Die Funktion soll nicht unbedingt dafür sorgen, dass Ihr Euch sicherer fühlt, sie soll aber den Missbrauch des iPhones und die Übernahme der Apple‑ID deutlich erschweren.
Einige Webseiten hatten schon während der Beta von iOS 26.4 im Februar 2026 berichtet, dass der Schutz automatisch aktiviert werde. Möglich ist auch, dass ein sogenanntes „Dark Pattern“ in der Benutzeroberfläche Euch zu einer Zustimmung gedrängt hat. Bestätigt ist das aber nicht: Weder Apple noch gut vernetzte Apple‑Portale liefern eine eindeutige Aussage.
Unabhängig davon ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich den Geräteschutz bei Diebstahl genauer anzusehen – egal, ob Ihr ihn bewusst oder unbewusst eingeschaltet habt.
Auslöser für die Einführung des Geräteschutzes waren Berichte im „Wall Street Journal“. Dort wurde geschildert, wie Menschen an öffentlichen Orten beobachtet oder angegriffen wurden. Die Täter:innen schauten beim Entsperren über die Schulter oder setzten Gewalt und Betäubungsmittel ein, um den Code zu erlangen. Mit diesem Code konnten sie anschließend das iPhone und die Apple‑ID übernehmen.
Mit dem Code hatten Kriminelle Zugriff auf Daten, Bankkonten und Apple Pay. Laut den Berichten konnten sie zudem einen Zurücksetzungsprozess für die Apple‑ID starten, das Passwort ändern und die Apple‑ID dauerhaft für die rechtmäßigen Besitzer:innen unzugänglich machen. Apple wird derzeit verklagt, weil solche gekaperten Konten nicht wiederhergestellt wurden.
Wie viele Menschen genau betroffen waren, ist unklar. Es gibt keine umfassenden Zahlen von Polizei oder anderen Behörden, und Apple äußert sich dazu nicht. Der zusätzliche Schutz kann im Alltag durchaus unbequem sein, etwa durch die Wartezeit von einer Stunde. Offenbar stuft Apple das Problem aber als gravierend genug ein, um die Funktion 2024 einzuführen und seit 2026 aktiv zu bewerben oder möglicherweise automatisch zu schalten.
Der Geräteschutz bei Diebstahl ist weiterhin ausschließlich auf dem iPhone verfügbar. Ein iPad könnte auf ähnliche Weise missbraucht werden, doch Apple bietet diese Funktion dort bislang nicht an.
Ihr findet die Einstellung unter „Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Geräteschutz bei Diebstahl“. Um sie zu aktivieren, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
Ist der Schutz aktiv, könnt Ihr zwischen „Außerhalb vertrauter Orte“ und „Immer“ wählen. Vertraute Orte basieren auf den „Wichtigen Orten“. In der Praxis erkennt iOS allerdings nicht immer zuverlässig, dass Ihr Euch zu Hause oder an einem anderen häufig genutzten Ort befindet.
Der Schutz greift bei bestimmten Aktionen auf zwei Arten. Erstens gibt es Vorgänge, die immer eine biometrische Bestätigung erfordern, ein Code reicht dann nicht mehr aus. Dazu gehören etwa das Verwenden gespeicherter Passwörter und Zugangsschlüssel, das Anzeigen der virtuellen Kartennummer von Apple Card oder Apple Cash sowie das Deaktivieren des Modus „Verloren“ in „Wo ist?“. Wer nur den Code kennt, kommt hier nicht weiter.
Zweitens gibt es die sogenannte Sicherheitsverzögerung mit einer Wartezeit von einer Stunde. Sie greift entweder immer oder nur außerhalb vertrauter Orte, je nach Einstellung. Betroffen sind unter anderem das Ändern des Apple‑ID‑Passworts, das Abmelden der Apple‑ID auf dem Gerät, das Deaktivieren des Geräteschutzes selbst sowie das Hinzufügen oder Entfernen von Gesicht oder Finger für Face ID beziehungsweise Touch ID. Erst nach Ablauf der Stunde könnt Ihr diese Aktionen mit Face ID oder Touch ID abschließen.
Damit wird es für Dieb:innen deutlich schwerer, ein iPhone samt Apple‑ID vollständig zu übernehmen. Gleichzeitig kann der Schutz für Euch lästig werden, wenn Ihr selten in riskanten Umgebungen unterwegs seid oder viel von zu Hause aus arbeitet. Ihr könnt den Geräteschutz aber jederzeit wieder deaktivieren – mit der bekannten Verzögerung.
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