Mit iOS 27 soll Siri eine zentrale Rolle auf dem iPhone einnehmen und deutlich mehr können als bisher. Erste Berichte und Renderbilder zeigen, wie tief Apple den Assistenten ins System einbauen könnte.
Siri rückt in die Dynamische Insel und erhält eigene App
Nach jahrelangen Verzögerungen und einem Vergleich in Höhe von 250 Millionen US-Dollar (rund 230 Millionen Euro) plant Apple, die neue Siri auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 vorzustellen. Laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman testet Apple derzeit verschiedene Designs, die finale Version kann sich bis zur Präsentation noch ändern und soll frühestens im September erscheinen. Kern der Überarbeitung ist eine neue Oberfläche, in der Siri direkt in der Dynamischen Insel des iPhones verankert ist. Aktivieren könnt Ihr den Assistenten weiterhin per Sprachbefehl „Siri“ oder durch langes Drücken der Seitentaste.
Neu ist zudem eine Wischgeste von der oberen Mitte des Displays nach unten, die eine kombinierte „Suchen oder Fragen“-Ansicht öffnet. Diese vereint Elemente der bisherigen Systemsuche in iOS 26 mit neuen Funktionen. Dort seht Ihr weiterhin Siri-Vorschläge mit bis zu acht empfohlenen Apps, könnt aber auch Apps starten, Nachrichten anlegen, Kalendereinträge hinzufügen oder Notizen durchsuchen. Die Ergebnisse erscheinen in einer Textkarte, die aus der Dynamischen Insel herausfährt; ein weiteres Herunterwischen öffnet eine Chat-Ansicht in der Siri-App. Durch die neue Anordnung wandert das Benachrichtigungszentrum auf eine Geste von der linken oberen Ecke nach unten.
Parallel dazu arbeitet Apple laut Bloomberg an einer eigenständigen Siri-App, die funktional an aktuelle Chatbots erinnert. In dieser App sollen Benutzer:innen per Text und Sprache mit Siri chatten können, inklusive Unterstützung für Foto- und Dokument-Uploads. Chatverläufe lassen sich durchsuchen und später fortsetzen; die Darstellung kann als Liste oder in kachelartigen Blöcken erfolgen, ähnlich wie Notizen in Google Notizen angeordnet sind.
Integration externer KI-Dienste und tiefere Systemfunktionen
Die neue Siri-Oberfläche wird möglicherweise nicht nur auf Apples eigenen KI-Modellen basieren. Gurman berichtet, dass Apple erwägt, andere KI-Dienste wie ChatGPT, Claude und Gemini über die neue „Suchen oder Fragen“-Ansicht zugänglich zu machen. In einem Dropdown-Menü innerhalb der neuen Siri-Blase sollen Optionen wie „Fragen“, „Siri“ und „ChatGPT“ erscheinen. Nutzer:innen könnten so ein bevorzugtes KI-Modell auswählen oder zwischen Diensten wechseln. Die Aktivierung der neuen Chat-Blase per Wischgeste soll systemweit funktionieren, unabhängig davon, welche App Ihr gerade nutzt.
Im Hintergrund soll eine deutlich leistungsfähigere Siri arbeiten, die Websuchen durchführt, den aktuellen Bildschirminhalt einbezieht und auf persönliche Informationen zugreift, um Aufgaben zu erledigen. Laut Gurman kann Siri etwa freie Zeiten für Termine prüfen und auf Überschneidungen im Kalender hinweisen, bevor ein Eintrag angelegt wird. Anfang des Jahres hatte Apple bestätigt, dass Googles Gemini-Modelle für die neue Siri genutzt werden sollen. Frühere Präsentationen, etwa auf der WWDC 2024, erwiesen sich laut einem Bericht von The Information eher als konzeptionelle Demo statt als fertige Implementierung.
Neue KI-Funktionen in Kamera- und Fotos-App
Auch Kamera und Fotos erhalten laut Bloomberg eine engere Anbindung an Siri und neue Bearbeitungswerkzeuge. In der Kamera-App ist ein eigener Siri-Modus vorgesehen, der die bisherige Funktion „Visuelle Intelligenz“ ersetzen soll. Nutzer:innen können ein Foto aufnehmen und es anschließend über eine Rückwärtssuche bei Google Bilder analysieren lassen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein externes KI-Modell für die Bildanalyse zu verwenden. Die Kamera-App soll zudem mehr individuelle Anpassungen über ein Widget-Menü erlauben, in dem sich Bedienelemente hinzufügen oder entfernen lassen; „Siri“ erscheint dort als eigener Aufnahmemodus zwischen „Foto“ und „Porträt“.
In der Fotos-App zeigen die Renderbilder eine neue Option „Werkzeuge“, hinter der mehrere KI-gestützte Bearbeitungsfunktionen liegen sollen. Neben der bisherigen Funktion „Bereinigen“ werden drei weitere Werkzeuge erwartet, darunter „Neurahmen“ und „Erweitern“. „Neurahmen“ soll die Perspektive eines Fotos anpassen, während „Erweitern“ Bildbereiche außerhalb des ursprünglichen Rahmens mithilfe von KI generiert. Die Überarbeitung von Siri und den zugehörigen Apps soll laut Berichten eines der zentralen Themen der WWDC-Eröffnungspräsentation am 8. Juni sein, bei der Apple traditionell auch die nächsten Versionen seiner Betriebssysteme vorstellt.
Via: www.engadget.com · www.theverge.com
