Mit iOS 27 richtet Apple seine Strategie für Künstliche Intelligenz neu aus und setzt dabei auf ein bekanntes Geschäftsmodell. Im Zentrum steht ein eigener Marktplatz für KI‑Dienste von Drittanbietern.
Apple setzt auf KI‑Marktplatz statt eigene Spitzenmodelle
Apple plant, KI‑Plattformen von Drittanbietern über ein spezielles Angebot in iOS 27 zu monetarisieren und dabei 30 Prozent der Abo-Erlöse einzubehalten. Damit überträgt der Konzern sein klassisches App‑Store-Modell auf den Bereich der Künstlichen Intelligenz. Hintergrund ist, dass die internen KI‑Modelle aktuell deutlich hinter Lösungen von OpenAI, Google und Anthropic zurückliegen.
Laut Mark Gurman soll die überarbeitete KI‑Strategie auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni näher vorgestellt werden. Apple will demnach genügend eigene KI-Funktionen direkt in iOS integrieren, um Nutzer:innen von einem Wechsel zu Android abzuhalten. Gleichzeitig soll Siri zu einem Einstiegspunkt für leistungsfähigere Dienste von Drittanbietern werden.
iOS‑Erweiterungen und eigener Bereich für KI‑Chatbots
Ein zentrales Element des neuen Ansatzes ist die Funktion iOS 27‑Erweiterungen, die Apple derzeit für konkurrierende Sprachassistenten öffnet. Das Betriebssystem soll einen eigenen Bereich im App Store für KI‑Chatbots erhalten und damit faktisch einen separaten KI‑Marktplatz bilden. Nutzer:innen werden so gezielt zu externen Tools geführt, während Apple über die übliche Provision mitverdient, ohne selbst hohe Infrastrukturkosten für die Entwicklung führender KI‑Modelle tragen zu müssen.
Parallel dazu arbeitet Apple weiter an der Integration von Google Gemini, um die Grundfunktionen von Siri auszubauen und eine praxistaugliche Nutzung direkt nach dem Auspacken zu ermöglichen. Intern hat sich die Einschätzung durchgesetzt, dass nur wenige Kund:innen bereit sind, direkt für Apples eigene KI‑Technologie zu bezahlen. Komplexe Anfragen sollen daher vor allem von Diensten wie ChatGPT oder Claude bearbeitet werden.
Auf diese Weise behält Apple die Kontrolle über das gesamte Ökosystem, während externe Anbieter die eigentliche Innovationsarbeit im Bereich KI finanzieren. Das Vorgehen erinnert stark an die Einführung des App Store: Apple liefert Standard-Apps wie Karten und Mail mit, lässt aber alternative Angebote zu und partizipiert an deren Umsätzen.
Hardware bleibt Kern des Geschäfts – auch für künftige Geräte
Innerhalb des Unternehmens wird allerdings darauf hingewiesen, dass KI mehr sei als nur eine weitere App-Kategorie und eher die nächste Rechnergeneration darstelle. Apples starke Position im Hardwaremarkt verschafft dem Konzern dennoch Einfluss darauf, wie KI‑Modelle Nutzer:innen erreichen. Gleichzeitig benötigt Apple weiterhin eigene, leistungsfähige KI‑Technik, um geplante Produkte wie smarte Brillen, einen tragbaren Anhänger oder AirPods mit Kamera-Funktion zu unterstützen.
Verzögerungen bei der neuen Siri-Version haben die Entwicklung dieser Wearables bereits ausgebremst. Dennoch gelten Apples Chips weiterhin als sehr effizient beim lokalen Ausführen von KI‑Workloads. Das bestätigt die Ausrichtung des Unternehmens auf Hardware als Basis, während sich die Softwarestrategie rund um KI anpasst. Diese Hardware-Fokussierung stärkt intern Berichten zufolge auch Hardware-Chef John Ternus als möglichen Nachfolger von CEO Tim Cook.
