Apple verteilt iOS 26.5 und verpasst der iPhone-Tastatur einen integrierten Rechner. Gleichzeitig schließt das Update eine lang bestehende Sicherheitslücke bei Nachrichten zwischen iOS und Android.
Rechnen direkt in der iPhone-Tastatur
iOS 26.5 steht seit heute als Download bereit und baut auf dem im September 2025 eingeführten „Liquid Glass“-Design auf. Apple setzt damit seine Linie fort, zentrale Werkzeuge direkt ins System zu integrieren und Abhängigkeiten von Drittanbieter-Apps zu verringern. Im Mittelpunkt steht ein erweiterter Taschenrechner mit Einheitenumrechnung, der direkt in der iPhone-Tastatur steckt.
Aktiviert Ihr in den Tastatureinstellungen die Optionen „Mathe-Ergebnisse anzeigen“ und „Texterkennung“, könnt Ihr Berechnungen unmittelbar in Nachrichten oder Dokumenten durchführen. Tippt Ihr etwa „4+9=“, schlägt die Tastatur „13“ als nächste Eingabe vor. Unterstützt werden Grundrechenarten, Prozentrechnung und Quadratwurzeln, zudem Umrechnungen von Einheiten wie Celsius in Fahrenheit oder verschiedene physikalische Größen.
Auch die Systemsuche Spotlight hat Apple erweitert. Sie zeigt nun Währungsumrechnungen, Wetterinformationen und den Status von Flügen an. Parallel überarbeitet iOS 26.5 die Autokorrektur, die seit iOS 26.2 Anfang 2026 für vermehrte Beschwerden über Fehler und unpassende Vorschläge sorgte. Der neue Stand soll die Texteingabe stabilisieren, was besonders für beruflich Vielschreibende wichtig ist.
Sicherere Kommunikation mit Android und neue Funktionen
Mit iOS 26.5 (Build 23F77) führt Apple die lange erwartete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten (Erweiterte Kommunikationsdienste) ein. Zum Einsatz kommt das Protokoll „Sicherheit auf Nachrichtenebene“ (MLS), das den RCS-Universal-Profil-3.0-Standard des Mobilfunkverbands GSMA erfüllt. Dadurch werden Chats zwischen iPhone- und Android-Nutzer:innen deutlich besser geschützt, eine jahrelange Sicherheitslücke wird geschlossen.
Hintergrund sind auch die Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) in der EU. Um die Wettbewerbsregeln einzuhalten, bringt iOS 26.5 eine „Benachrichtigungsweiterleitung“ für Drittanbieter-Dienste. Optisch ergänzt Apple ein neues Hintergrundbild namens „Pride-Leuchtkraft“, das sich automatisch zwischen iPhone und Apple Watch synchronisiert.
Auch Karten von Apple erhalten eine Neuerung: „Vorschläge für Orte“ sollen künftig dabei helfen, passende Ziele zu finden. In den USA und Kanada ist für später im Jahr 2026 eine Einbindung von Werbung vorgesehen. Das deutet an, wie Apple seinen Kartendienst in Zukunft stärker zur Einnahmequelle machen will.
Bugfixes, Sicherheitspatches und Ausblick auf iOS 27
Das Update adressiert zudem Probleme aktueller iPhone-Modelle. Bei iPhone 17 und iPhone Air behebt Apple eine Überhitzung der Grafikprozessoren, die zuvor zu deutlichen Leistungseinbrüchen bei rechenintensiven Aufgaben geführt hatte. Außerdem wurde ein Ladefehler korrigiert, der nach vollständiger Entladung des Akkus auftrat und bisher eine 15-minütige Ladepause über MagSafe als Notlösung erforderte.
Auf Sicherheitsebene schließt iOS 26.5 die kritische Schwachstelle CVE-2026‑28950, die mit dem Trojaner TCLBANKER verknüpft war. Bereits am 22. April 2026 hatte Apple mit iOS 26.4.2 vergleichbare Angriffe entschärft. Für ältere Geräte erschien Anfang Mai 2026 iOS 18.7.7 als Notfall-Aktualisierung gegen die „Dunkelschwert“-Lücke, die die neuere iOS‑26-Architektur nicht betraf. Damit laufen aktuell zwei Update-Linien parallel, obwohl iOS 26 bereits auf 62 Prozent aller kompatiblen Geräte installiert ist.
Seit dem Start im September 2025 steht iOS 26 für den größten optischen Umbau seit iOS 7. Das „Liquid Glass“-Design mit transparenten Menüs und tiefenbasierten Oberflächen wurde über fünf größere Zwischenversionen verfeinert. Neue Schwerpunkte sind der standardmäßig aktive „Diebstahlschutz“ und ein „Adaptives Laden“, das mit maschinellem Lernen die Akkugesundheit verbessern soll.
Gleichzeitig setzt Apple beim sogenannten „Teilekoppeln“ weiter auf die Seriennummer-Zuordnung von Komponenten wie Display und Akku. Reparatur-Expert:innen berichten, dass bei iPhone 14 und neuer nach einem Tausch von Bildschirm oder Kamera ohne offizielle Kalibrierung Funktionen wie True Tone, Gesichtserkennung oder die Anzeige des Batteriezustands ausfallen können. Zwar wurden mit iOS 15.2 einige Einschränkungen nach Display-Tausch gelockert, grundsätzlich bleibt die Serialisierung ein Problem für unabhängige Werkstätten.
Laut aktuellen Zahlen laufen noch rund zehn Prozent der 1,46 Milliarden iPhones mit iOS 17. Auf diesen Geräten nehmen die Netzwerk-Zeitüberschreitungen im Mai 2026 um 300 Prozent zu, weil die Branche auf den WLAN-Sicherheitsstandard WPA3 umstellt. Damit steigt der Druck, auf neuere Softwareversionen zu wechseln.
Während iOS 26.5 die aktuelle Nutzung stabilisiert, richtet sich der Blick bereits auf die weltweite Entwicklerkonferenz WWDC, die am 8. Juni 2026 startet. Dort wird Apple voraussichtlich einen ersten Ausblick auf iOS 27 geben, bei dem künstliche Intelligenz eine größere Rolle spielen soll. Erwartet wird eine tiefere Einbindung der Sprachassistenz in generative KI-Modelle und eine Weiterentwicklung der bereits eingeführten Funktionen zur Nachrichtenzusammenfassung und zur Suchgesten-Erkennung. Die aktuelle Installationsrate von 62 Prozent deutet darauf hin, dass viele Nutzer:innen bereit für weitere Systemupdates sind.
