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Instagram Freunde Karte: Was Nutzende beachten müssen

Mit dem neuen Standort-Feature „Freunde Karte“ bringt Instagram eine interaktive Karte, die Nutzende motivieren soll mit Freund:innen den eigenen Standort zu teilen. Was nett klingt öffnet Stalking und mehr die Tür. Die Entscheidung zur Freigabe liegt aber immer bei euch.

Was ist die Instagram Freunde Karte eigentlich?

Instagram hat im August 2025 das Feature „Freunde Karte“ zunächst in den USA und kurze Zeit später auch hier in Deutschland und Europa eingeführt. Ihr findet die Karte oben in euren Instagram-DMs. Sie zeigt Standorte von Freund:innen an, wenn diese das Teilen aktiv eingeschaltet haben. Nur wenn ihr einer Person folgt und sie euch zurückfolgt, könnt ihr deren Standort in Echtzeit sehen. Und das gilt natürlich nur für Fälle, in denen beide Parteien die Funktion wirklich aktiviert haben. Zusätzlich seht ihr auf der Karte öffentliche Stories von Menschen, denen ihr folgt und die einen Standort-Tag in ihren Stories hinterlegt haben.

Immer wieder ist im Netz zu lesen, dass Nutzende feststellen mussten, dass die Funktion eingeschaltet war. Obwohl Sie diese nicht aktiviert hatten. Bug oder Feature vermögen wir hier nicht zu klären, möchten jedoch alle Lesende ermutigen Ihren eigenen Instagramm Account umgehend zu prüfen!

Für den Standort auf der Karte gibt es zwei Wege: Entweder ihr schaltet aktiv die Echtzeit-Standortfreigabe ein, oder ihr taggt einen Ort in eurer Story. Immer könnt ihr selbst festlegen, mit wem ihr den Standort teilt – zum Beispiel mit Nutzenden auf eurer Close-Friends-Liste oder mit individuell ausgewählten Personen. Mit Fremden kann euer Standort über die Freunde Karte nicht geteilt werden, da dies nur mit bestätigten Kontakten funktioniert.

Datenschutz und mögliche Bedenken bei der Freunde Karte

Seit der Einführung wird die Freunde Karte besonders in Bezug auf Privatsphäre breit diskutiert. Viele Nutzende sorgen sich, ungewollt mehr zu teilen als ihnen bewusst ist. Die Echtzeit-Funktion könnte in kritischen Situationen Risiken bergen, etwa dann, wenn man nicht auffallen oder seine Routinen nicht nach außen zeigen will. Besonders Jugendliche könnten unter Druck geraten, Standorte immer mitzuteilen oder sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Eine weitere und wohl nicht auszuschließende Sorge: Viele wissen gar nicht, dass ihre Standortdaten nach wie vor erfasst werden, auch wenn die Freigabe ausgeschaltet scheint. Expert:innen unterstreichen daher, wie wichtig es ist, zu überprüfen, mit wem die Freigabe erfolgt und regelmäßig die Einstellungen zu kontrollieren.

Darüber hinaus illustriert uns diese Funktion welche höchtpersönlichen Daten Meta von allen Facebook, Instagramm und WhatsApp Nutzenden sammelt. Ein unermesslicher Schatz von -teilweise- Echtzeit-Standortdaten, der nur allzugerne von Werbetreibenden, autokratischen Regierungen und Konfliktparteien genutzt werden will.

Trotz all dieser Sorgen sollte eines klar sein: Die Freunde Karte und die Standortfreigabe sind standardmäßig ausgeschaltet.

Ihr entscheidet selbst, ob und mit wem ihr teilt. Instagram selbst bestätigt in mehreren offiziellen Statements, dass der Standort ausschließlich mit einer individuell ausgewählten Gruppe geteilt wird und ihr jederzeit widersprechen könnt. Das bedeutet: Es gibt keinen Zwang zur Freigabe, ihr behaltet die Kontrolle.

Stories und Standort-Tags – was wird wirklich angezeigt?

Wichtig für alle, die regelmäßig Stories posten: Standort-Tags in Instagram Stories funktionieren anders als die Freunde Karte. Wenn ihr einen Standort in eurer Story markiert, ist dieser Ort 24 Stunden lang auf der Karte zu sehen, allerdings nie euer genauer Live-Standort. Auch können nur eure Follower:innen die markierten Orte sehen – Außenstehende haben keinen Einblick.

Um euren Standort auf der Freunde Karte nicht mehr anzuzeigen, wählt ihr in den Einstellungen: Karten-Tab öffnen, Einstellungen wählen, „Wer kann deinen Standort sehen“ auf „Niemand“ setzen und speichern. Ihr könnt dort gezielt einzelne Accounts ausblenden oder den Standortzugriff eures Smartphones komplett für Instagram abschalten. So behaltet ihr die Kontrolle über alle Standortdaten.

Auch für Teen-Accounts hat Instagram besondere Sicherheitsvorkehrungen eingebaut. Eltern erhalten eine Benachrichtigung, wenn Jugendliche die Standortfreigabe aktivieren, und können die Funktion gegebenenfalls steuern. Ohne ausdrückliche Berechtigung sehen Eltern den Standort ihrer Kinder jedoch nicht automatisch.

Fazit: Standortfreigabe bleibt freiwillig

Viele befürchten durch die Karte einen ungefragten Kontrollverlust, doch die Realität ist weniger gravierend. Euer Standort wird ausschließlich angezeigt, wenn ihr selbst zustimmt. Vermehrt gab es zu Beginn des Features Unsicherheiten und Missverständnisse, auch weil Privacy-Einstellungen zunächst schwer zu finden waren. Wer weiter Storys posten und Orte markieren will, kann das wie gewohnt tun, ohne seinen aktuellen Platz offenbaren zu müssen. Solltet ihr wirklich anonym bleiben wollen, ist die Deaktivierung der Standortfreigabe in wenigen Sekunden erledigt.

Tipp: Tools wie Apple „Wo ist?“ oder der Live-Standort in WhatsApp bieten nach wie vor deutlich gezieltere Kontrolle beim Teilen des eigenen Standorts. Dies gilt für alle, die nicht dauerhaft zugänglich sein möchten.

Via: Instagram

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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