Insta360 bringt mit dem Mic Pro ein neues drahtloses Mikrofonsystem für Creator, Filmer:innen, Podcaster:innen und Event-Profis. Es soll professionelle Ergebnisse ohne komplizierte Bedienung bieten.
Im Fokus stehen ein anpassbares E‑Ink-Display direkt auf den Sendern und ein 3-Mikrofon-Array, das verschiedene Richtcharakteristiken per Software nachbildet.
Anpassbares E‑Ink-Display für klare Zuordnung am Set
Mic Pro richtet sich nicht nur an klassische Produktionsumgebungen, sondern auch an eine neue Generation von Creatorn, die ihre Mikrofone als Teil ihrer eigenen Marke sehen. Das System erlaubt es, Namen, Logos oder andere visuelle Elemente direkt auf dem Gerät zu zeigen.
Jeder Sender verfügt dazu über ein individuell anpassbares E‑Ink-Display, eine Premiere bei drahtlosen Mikrosystemen. Über die Insta360 App könnt Ihr Grafiken wie Senderlogos, Kanaldesigns, Talentnamen oder Produktionskennungen hochladen. Das E‑Ink-Display zeigt diese dauerhaft an, auch wenn der Sender ausgeschaltet ist, wodurch Ihr auf vollen Sets Transmitter schneller zuordnen könnt.
Insta360 setzt bewusst auf E‑Ink statt OLED. Der Bildschirm benötigt nur beim Aktualisieren Energie, nicht beim Anzeigen eines statischen Bildes, was die Akkulaufzeit an langen Drehtagen spürbar schont. Im Sonnenlicht bleibt E‑Ink gut ablesbar und kontrastreich, während OLED-Panels häufig ausbleichen und schwer zu erkennen sind. Gerade bei Außenproduktionen und Live-Events soll das für zusätzliche Zuverlässigkeit sorgen.
3-Mikrofon-Array, 32‑Bit-Float und Speicher an Bord
Klassische Funkmikrofone setzen meist auf eine einzelne Kapsel mit Kugelcharakteristik, die sich akustisch kaum anpassen lässt. Mic Pro integriert dagegen drei Mikrofone in jeden Sender. Die digitale Signalverarbeitung kombiniert deren Signale, um verschiedene Richtcharakteristiken zu simulieren, die Ihr am Empfänger oder in der Insta360 App auswählt.
So soll ein einziges Gerät unterschiedliche Aufnahmesituationen abdecken. An der Kamera montiert kann die Nieren-Einstellung wie ein Richtmikrofon arbeiten und fokussierten Ton von vorn liefern. Der omnidirektionale Modus eignet sich für Umgebungsaufnahmen, während die Niere etwa bei Vlogs, Solo-Livestreams, ASMR oder Voiceover hilft. Der Achtermodus nimmt von vorn und hinten auf und zielt auf Interviews und Zwiegespräche.
Für saubere Sprachaufnahmen kommt eine KI-gestützte Geräuschunterdrückung zum Einsatz, die auf einem eigenen NPU-Chip läuft. Sie soll Wind, Publikumslärm und Umgebungsgeräusche reduzieren, ohne die Stimme zu verfärben oder stark abzuflachen.
Herzstück des Systems ist die interne 32‑Bit-Float-Aufnahme. Anders als 24‑Bit-Systeme, die bei Pegelspitzen übersteuern können, erfasst 32‑Bit-Float einen sehr großen Dynamikbereich. Leises Flüstern und plötzliche Schreie sollen so in einer Spur ohne Clipping aufgezeichnet werden. In der Postproduktion reicht dann eine Normalisierung, statt das Gain permanent in Echtzeit überwachen zu müssen.
Jeder Sender verfügt über 32 GB integrierten Speicher und zeichnet unabhängig auf. Das dient als Sicherheitsnetz bei Funkstörungen oder Kameraausfällen. Die Aufnahmen werden automatisch alle 30 Minuten segmentiert, damit Dateigrößenlimits lange Sessions nicht abbrechen lassen.
Die interne Stereo-Aufnahme, laut Insta360 ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse, erlaubt immersive Umgebungs- und ASMR-Aufnahmen direkt am Sender, ebenfalls bis hin zu 32‑Bit-Float. Zwei automatische Verstärkungsmodi unterstützen Euch zusätzlich: „Übersteuerung verhindern“ (Auto) für dynamische Umgebungen und „Dynamisch“ für kontrollierte Indoor-Situationen mit konstanten Pegeln.
Mehrkanal-Setups und Insta360-Integration
Viele kompakte Funksysteme unterstützen nur zwei Sender pro Empfänger. Mic Pro bietet zwei Konfigurationen für komplexere Setups. Im 4‑zu‑1-Modus lassen sich vier Sender mit einem Empfänger koppeln und als getrennte Spuren ausgeben, ohne zusätzlichen Mischer. Damit könnt Ihr etwa Panels, Podcasts oder Interviews mit bis zu vier Personen aufzeichnen und behaltet die Kontrolle über jede Spur.
Im 2‑zu‑4-Modus werden zwei Sender gleichzeitig an vier Empfänger verteilt. Das vereinfacht Audio-Setups mit mehreren Kameras, etwa bei Hochzeiten, Firmenevents oder Mehrkamera-Produktionen, ohne komplizierte Verkabelung. In Kombination mit kompatiblen Sony-Kameras steht über einen separat erhältlichen Kameraadapter eine Vier-Kanal-Ausgabe mit 48 kHz und 24‑Bit-Digitalaudio zur Verfügung.
Mic Pro verbindet sich außerdem per Bluetooth direkt mit Insta360-Kameras wie X5, X4 Air, Ace Pro 2 und GO Ultra. So bekommt Ihr 48-kHz-Audio ohne separaten Empfänger, was das Setup für Nutzer:innen des Insta360-Ökosystems vereinfacht. Die direkte Kopplung zweier Sender mit kommenden Insta360-Kameras ist angekündigt.
Laufzeit
Die Akkulaufzeit der Sender beträgt bis zu zehn Stunden und lässt sich mit dem mitgelieferten Ladecase auf rund 30 Stunden erhöhen. Eine Schnellladung von fünf Minuten ermöglicht eine zusätzliche Aufnahmezeit von bis zu einer Stunde. Der Empfänger synchronisiert seinen Ladezustand mit der angeschlossenen Kamera, Sender und Empfänger unterstützen zudem eine automatische Abschaltung bei Nichtgebrauch.
Für die Synchronisation in Multikamera-Setups bietet Mic Pro Timecode-Unterstützung über einen TCXO-Oszillator mit einer angegebenen Drift von weniger als einem Frame in 24 Stunden. Angeschlossen wird das System per 3,5‑mm-Klinke an DSLR- und spiegellose Kameras, per USB‑C- oder Lightning-Adapter an Smartphones sowie per Bluetooth im Insta360-Ökosystem. Laut Hersteller ist das System mit praktisch allen gängigen Kameras, Smartphones und Aufnahmegeräten im professionellen Einsatz kompatibel.
In der Übersicht hebt Insta360 das anpassbare E‑Ink-Display auf jedem Sender, das 3‑Mikrofon-Array mit wählbaren Richtcharakteristiken, die NPU-gestützte Geräuschunterdrückung, die interne 32‑Bit-Float-Aufnahme, 32 GB Onboard-Speicher mit Stereo-Aufnahme, die skalierbaren Mehrkanalmodi 4‑zu‑1 und 2‑zu‑4, die direkte Bluetooth-Verbindung zu Insta360-Kameras sowie die Akkulaufzeit von zehn Stunden (30 Stunden mit Case) und die Fünf-Minuten-Schnellladung hervor.
Der Markt für drahtlose Mikrosysteme war bisher oft ein Kompromiss zwischen kompakter Bauweise und Leistungsumfang. Mic Pro will diese Reibungspunkte mit höherer Leistungsfähigkeit und E‑Ink-Display adressieren. Das Insta360 Mic Pro ist ab sofort erhältlich. Das Set mit zwei Sendern und einem Empfänger startet bei Amazon für 329 Euro . Weitere Konfigurationen bei Amazon mit einen Sender und einem Empfänger sind für 209 Euro, beziehingsweise der Sender allein für 109 Euro erhältlich. Insta360 stellt zudem einen neuen Kaufratgeber bereit, der die Unterschiede innerhalb der Audio-Produktpalette erläutert.