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Insta360 GO Ultra – Der 4K-Winzling ausprobiert

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Ich habe die Insta360 GO Ultra in den letzten Wochen ausprobiert. Ob auf dem Weihnachtsmarkt oder zuletzt im Schnee musste der 4K-Winzling zeigen, was er kann.

Es gibt Gadgets, die man auspackt und sofort versteht, und es gibt solche, die eine ganze Kategorie neu definieren wollen. Die Insta360 GO-Serie gehörte immer zur ersten Kategorie: winzig, magnetisch, unkompliziert. Mit der neuen Insta360 GO Ultra will der Hersteller nun aber den Sprung in die „Pro“-Liga wagen. „Ultra“ ist ein großes Wort – wir kennen es von der Apple Watch oder dem Samsung Galaxy S. Es verspricht das Maximum, keine Kompromisse. Aber kann eine daumengroße Kamera wirklich „Ultra“ sein, ohne ihre größte Stärke – die Unauffälligkeit – zu verlieren?

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Ich habe mir die Insta360 GO Ultra genauer angesehen. Die Erwartungen sind hoch, denn die Community, und auch wir hier bei Apfeltalk, haben lange auf bestimmte Features gewartet. 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde, endlich ein SD-Kartenslot und ein größerer Sensor. Klingt auf dem Papier nach dem perfekten Begleiter für den nächsten Walk oder den Urlaub, bei dem das iPhone mal in der Tasche bleiben soll. Ob die Kamera hält, was das Datenblatt verspricht, und wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten – das klären wir in unserem Alltagstest.

Ausgepackt: Größer, schwerer, aber auch erwachsener?

Schon beim Auspacken fällt auf: Die Insta360 GO Ultra ist „erwachsen“ geworden – und das ist der nette Ausdruck für „sie hat zugelegt“.

Wer die GO 3 oder gar die winzige GO 2 kennt, wird stutzen. Mit rund 53 Gramm (im Vergleich zu den ca. 35 Gramm der Vorgänger) spürt man die Kamera deutlich mehr in der Hand. Das typische weiße oder schwarze Ladeschalen-Design, der sogenannte „Action Pod“, ist geblieben, wirkt aber robuster. Im Karton finden wir das gewohnte, aber überarbeitete Zubehör: Den magnetischen Anhänger für die Brust, den „Easy Clip“ für die Mütze und die drehbare Halterung.

Was sofort positiv auffällt: Der neue Magnet-Anhänger ist cleverer konstruiert. Er lässt sich nun in der Neigung verstellen, was früher oft ein Krampf mit kleinen Keilen war. Die Verarbeitung ist tadellos, wie wir es von Insta360 gewohnt sind. Es fühlt sich wertig an, passend zum doch recht stolzen Preis von rund 450 Euro. Doch der wahre Star beim „Unboxing“ versteckt sich an der Seite der Kameraeinheit selbst. Eine kleine Klappe, dahinter: Ein microSD-Kartenslot! Endlich. Das war einer der größten Kritikpunkte der Vorgänger. Nie wieder Speicherplatz-Angst unterwegs und vor allem: Datenübertragung auf den Mac oder das iPad einfach per Karte, statt über langsame WLAN-Verbindungen. Das ist für den Workflow ein absoluter Gamechanger.

Die Daten: Ein technischer Quantensprung

Lassen wir die Zahlen sprechen, denn hier rechtfertigt die GO Ultra ihren Namen am ehesten. Das Herzstück ist ein neuer, deutlich gewachsener 1/1.28-Zoll Sensor. Zum Vergleich: Das ist fast die Sensorgröße, die wir aus aktuellen Top-Smartphones oder den „großen“ Actioncams wie der DJI Action oder GoPro Hero kennen. Das bedeutet physikalisch mehr Licht und mehr Dynamikumfang. Und das sieht man: Die Kamera zeichnet nun in 4K mit bis zu 60 fps auf. Die GO 3S schaffte hier nur 30 fps. Für flüssige Action-Aufnahmen oder Zeitlupen ist das ein riesiger Schritt.

Dazu kommt Active HDR für Videos, was besonders bei schwierigen Lichtsituationen, gemeint ist beispielsweise Gegenlicht, helfen soll, und eine verbesserte Wasserdichtigkeit bis zu 10 Metern, also IPX8, ohne zusätzliches Gehäuse. Der Akku in der Kamera selbst hält nun laut Papier rund 70 Minuten durch – im Action Pod sind es über drei Stunden. Ein weiteres Highlight für uns Techies: Die Kamera unterstützt nun schnelles Laden. In gut 12 Minuten ist sie wieder auf 80 Prozent. Das ist im Alltag oft wichtiger als die reine Gesamtlaufzeit. Was fehlt? Ein GPS-Modul ist immer noch nicht in der Kamera selbst verbaut, sondern läuft über die Kopplung mit dem iPhone oder der optionalen Fernbedienung. Schade, aber bei der Größe wohl -noch- physikalisch unmöglich.

Screenshot

Im Alltag: Magnetische Magie und ihre Grenzen

Genug der Theorie, ab nach draußen. Im Alltagstest zeigt sich schnell: Die Insta360 GO Ultra macht unglaublich viel Spaß. Das Prinzip „Kamera an die Brust heften und vergessen“ funktioniert immer noch hervorragend. Durch den größeren Sensor und die 4K60-Auflösung ist die Bildqualität nicht mehr nur „für Social Media okay“, sondern wirklich gut. Schärfe, Farben und vor allem die Low-Light-Performance bei Dämmerung sind eine ganz andere Liga als bei der GO 3. Das Bildrauschen ist deutlich geringer, Details in Schatten saufen weniger ab. Die Stabilisierung, die Funktion heißt FlowState,  bügelt selbst beim Joggen fast alles weg – hier macht Insta360 niemand etwas vor.

Die Einbindung in das Apple-Ökosystem läuft über die Insta360-App gewohnt geschmeidig, auch wenn die App mittlerweile sehr funktionsüberladen wirkt.

Insta360
Insta360
Entwickler: Insta360
Preis: Kostenlos+

Besonders cool: Da wir nun auf eine SD-Karte aufzeichnen, können wir diese einfach in einen Hub am iPad Pro stecken und direkt in LumaFusion oder Final Cut schneiden. Das spart unfassbar viel Zeit.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Das höhere Gewicht von 53 Gramm ist am Magnetanhänger spürbar. Bei einem lockeren T-Shirt zieht die Kamera den Stoff deutlicher nach unten, und beim Joggen hüpft sie mehr als die Vorgänger. Die „Unsichtbarkeit“ leidet etwas; man sieht sofort, dass man eine Kamera trägt. Zudem wird die kleine Einheit bei 4K60-Aufnahmen spürbar warm. Im Sommer oder bei längeren statischen Aufnahmen (ohne Fahrtwind) schaltete sie im Test nach etwa 20-30 Minuten wegen Hitze ab. Für Vlogger, die lange Takes am Stück drehen, ist das ein Punkt, den man beachten muss.

Fazit

Die Insta360 GO Ultra ist ohne Zweifel die leistungsfähigste Mini-Kamera, die man aktuell kaufen kann. Der Sprung auf 4K60, der microSD-Slot und der größere Sensor beseitigen fast alle Schwachstellen der Vorgänger und machen sie von einem „Fun-Gadget“ zu einem ernstzunehmenden Werkzeug für Content Creator. Gerade die Möglichkeit, den Speicher zu wechseln, ist ein Segen für jeden, der das Gerät professioneller nutzt.

Dennoch ist der Name „Ultra“ auch beim Preis Programm: Mit rund 450 Euro wildert sie im Revier der ausgewachsenen Actioncams wie der GoPro Hero 13 oder DJI Action 5 Pro. Diese bieten zwar noch mehr Qualität und Displays, sind aber eben klobige Klötze. Wer maximale Qualität bei minimaler Größe sucht und bereit ist, den Preis zu zahlen (und das etwas höhere Gewicht zu akzeptieren), kommt an der GO Ultra nicht vorbei. Für alle, die nur ab und zu einen Clip für Instagram machen, ist die günstigere GO 3S vielleicht die vernünftigere, weil leichtere Wahl.

Kritikpunkte:

  • Preis: Mit ca. 450€ sehr teuer für eine Zweitkamera.

  • Gewicht: Mit 53g nicht mehr so unauffällig und leicht am T-Shirt wie früher.

  • Hitzeentwicklung: Wird bei 4K60 im Standbetrieb sehr warm und kann abschalten.

Positives Ergebnis: Die Bildqualität ist für diese Größe atemberaubend, und der SD-Kartenslot korrigiert den größten Fehler der Serie. Ein echtes „Überall-dabei“-Kraftpaket.

Die Insta360 GO Ultra wurde uns von Insta360 für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an den Hersteller.

Zu den Links:
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Bilder Autor und Insta360

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Tags: Vlogging, 4K Kamera, Active HDR, IPX8, MicroSD, Fast Charging, Actioncam, Videoaufnahme, Content Creator, Insta360, FlowState

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