Am 21. August 2008 holt sich Microsoft den US-Comedian Jerry Seinfeld für eine neue Werbekampagne ins Boot. Der Konzern will damit seinem angestaubten Image etwas entgegensetzen – im Kontrast zum hip inszenierten Apple.
Reaktion auf Apples „Get a Mac“-Kampagne
Microsoft engagiert Seinfeld für eine Reihe von TV-Spots und zahlt ihm dafür Berichten zufolge 10 Millionen US-Dollar. Ziel ist es, das eigene Image zu verjüngen und sich von der Darstellung als behäbiger PC-Anbieter zu lösen, die Apple zuvor in der „Get a Mac“-Kampagne etabliert hatte.
Apple stellte in diesen Spots Mac und PC als zwei Figuren gegenüber: Justin Long verkörperte den entspannten „Mac“, John Hodgman den unbeholfenen „PC“. Windows-Rechner wirkten darin altbacken neben dem lässigen Mac – ein Bild, das Apple über Jahre pflegte.
Die Seinfeld-Spots sind Teil einer deutlich größeren Microsoft-Kampagne mit einem Budget von 300 Millionen US-Dollar, die das öffentliche Bild des Unternehmens grundlegend verändern sollte. Gleichzeitig sollten sie als direkte Antwort auf Apples erfolgreiche „Get a Mac“-Werbung verstanden werden, in der der Mac als moderne Alternative zum klassischen Windows-PC präsentiert wurde.
Ein Apple-Fan als Microsoft-Testimonial
Ausgerechnet Jerry Seinfeld als Werbefigur zu wählen, wirkt doppelt ironisch. In nahezu jeder Folge der 1990er-Sitcom „Seinfeld“ tauchten Macs in der fiktiven Wohnung des Titelhelden auf. Der Comedian galt damit als einer der bekanntesten öffentlichen Apple-Fans.
Schon zuvor hatte Microsoft Apple häufig als Vorbild gedient. In den 1990er-Jahren stritten beide Unternehmen juristisch darüber, ob Windows das Mac-Betriebssystem kopiere. In den 2000er-Jahren folgten mit Zune ein iPod-ähnlicher Musikplayer und später Windows Phone als Smartphone-Plattform – beide Produkte konnten sich am Markt nicht durchsetzen.
Trotz dieser Historie setzt Microsoft 2008 auf Seinfeld, um das eigene Image aufzufrischen. Zu diesem Zeitpunkt ist die TV-Serie „Seinfeld“ bereits seit einem Jahrzehnt eingestellt, die immer wieder präsenten Macs daraus aber weiter Teil der Popkultur.
Werbeflops mit Bill Gates und Seinfeld
Die Umsetzung der Kampagne sorgt schnell für Kritik. Der erste Spot zeigt Seinfeld in einem Schuhgeschäft namens „Shoe Circus“, wo er gemeinsam mit Ex-Microsoft-CEO Bill Gates Schuhe anprobiert. Dabei sprechen beide unter anderem über essbare Computer. Die surreale Anmutung kommt beim Publikum schlecht an.
Ein zweiter Spot mit Seinfeld und Gates verschärft die negative Resonanz. Diesmal sind beide bei einer stereotypischen US-Familie zum Abendessen eingeladen, machen abfällige Bemerkungen über das Essen und driften in immer absurdere Dialoge ab.
In einem dritten und letzten Versuch gerät Seinfeld in den Verdacht, eine ausgestopfte Giraffe gestohlen zu haben. Auch hier wirkt der Humor bemüht.
Medien urteilten deutlich: ZDNet sprach von „Zugunglück“-Spots, die nur verdeutlichten, wie weit Microsoft von normalen Verbraucher:innen entfernt sei und wie schwer sich das Unternehmen sogar in der Werbung damit tue, mit ihnen zu sprechen. Daniel Lyons, bekannt als anonymer Blogger „Fake Steve Jobs“, schrieb, die Wahl eines TV-Stars aus den 1990ern verstärke den Eindruck, Microsoft stecke in einer Zeitblase fest – während Apple als „King of cool“ wahrgenommen werde und Marktanteile gewinne.
Microsoft nimmt die Seinfeld-Spots nach wenigen Wochen aus dem Programm und kehrt nicht mehr zu ihnen zurück. Wer sich das kurze, aber intensive Werbe-Intermezzo noch einmal ansehen möchte, findet die drei Videos weiterhin auf YouTube eingebettet:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: cultofmac.com
