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Google I/O 2026: Gemini drängt auf Körper, Schreibtisch und Brille

Google Gemini auf Geräten

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Google hat auf der Entwicklerkonferenz I/O 2026 deutlich gemacht, wohin die Reise mit Gemini geht: weg von einzelnen Geräten, hin zu einem allgegenwärtigen KI-Layer. Wearables, Apps und neue Brillen spielen dabei ganz unterschiedliche, aber klar zugeordnete Rollen.

Wear OS 7 und Fitbit Air: Gesundheitsdaten statt großer Bühne

Wear OS 7 bekam auf der Bühne kaum Aufmerksamkeit, obwohl das Update technisch durchaus relevant ist. Nachdem Wear OS 6 im vergangenen Jahr ein neues Interface, flüssigere Animationen, bessere Akkulaufzeiten und Gemini auf der Uhr gebracht hatte, folgen nun vor allem Detailverbesserungen. Laut Googles Blogpost soll Wear OS 7 den Energieverbrauch im Vergleich zu Wear OS 6 um rund 10 Prozent senken, vollflächige Kacheln weichen kleineren Android-ähnlichen Widgets, Benachrichtigungen mit Live-Updates werden dynamischer und das Trainingstracking wird für Fitness-Apps vereinheitlicht. Außerdem wird Gemini Intelligence auf ausgewählte Uhren ausgeweitet, inklusive einer neuen AppFunctions-Schnittstelle, über die Entwickler:innen ihre Apps für Automatisierungen mit Gemini anbinden können. Wear OS 7 basiert auf Android 17, steht Entwickler:innen bereits jetzt im Canary-Emulator zur Verfügung und soll später im Jahr für Nutzer:innen ausgerollt werden, ohne dass bisher konkrete Uhrenmodelle genannt wurden.

Gleichzeitig rückt Google seine Gesundheitsplattform stärker in den Mittelpunkt. Die überarbeitete Fitbit-App fungiert als Google-Health-Zentrale mit einem KI-basierten Gesundheitscoach, der personalisierte Trainingsvorschläge gibt und langfristige Trends auswertet. Der Dienst setzt auf ein Premium-Abonnement für 10 US‑Dollar (ca. 9,20 Euro) im Monat. Als neues Hardwarestück dient Fitbit Air, ein bildschirmloses Fitnessband für 100 US‑Dollar (ca. 92 Euro), das hauptsächlich als Einstiegspunkt in Googles Gesundheitsökosystem gedacht ist. Die KI-Funktionen können biometrische Daten und sogar medizinische Unterlagen analysieren, um Empfehlungen zu erstellen. Gleichzeitig bleiben viele Details zum Datenschutz noch offen, etwa wie genau diese besonders sensiblen Informationen in Gemini-Erlebnissen verarbeitet werden. Angesichts der Vorgeschichte mit offengelegten und verkauften Gesundheitsdaten dürfte Google Überzeugungsarbeit leisten müssen, bevor Nutzer:innen bereit sind, ihre Krankendaten freizugeben.

Intelligente Brillen: Audio-Modelle ohne Display und XR-Brille Project Aura

Parallel zu Uhren und Fitnessbändern bereitet Google den Einstieg in unterschiedliche Brillenformfaktoren vor. Noch in diesem Herbst sollen die ersten „intelligenten Brillen“ ohne Display starten, die Google gemeinsam mit Samsung sowie den Brillenmarken Gentle Monster und Warby Parker entwickelt. Die Modelle laufen mit Android XR, integrieren Kameras, Lautsprecher und Mikrofone in einem Brillengestell, verzichten aber auf Anzeigen in den Gläsern. Statt von „Smart Glasses“ spricht Google bewusst von „intelligenter Eyewear“ oder „Audio-Brillen“, obwohl die Geräte Fotos und Videos aufnehmen können. Sie sollen unter anderem Informationen zu gesehenen Orten liefern, bei der Navigation helfen, Anrufe und Nachrichten verwalten, Musik abspielen, Inhalte mit der Nano-Banana-KI-Bildbearbeitung bearbeiten, Sprache und Schrift in Echtzeit übersetzen, mehrstufige Aufgaben wie Bestellungen ausführen und per Sprachsteuerung mit Smartphone-Apps interagieren. Gemini ist tief integriert und lässt sich per Sprachbefehl oder Tipp auf den Rahmen aktivieren, die Brillen sollen sowohl mit Android-Smartphones als auch mit iPhones funktionieren. Später plant Google zusätzlich „Display-Brillen“ mit kleinem integrierten Bildschirm, die jedoch noch nicht in diesem Jahr erscheinen sollen.

Eine andere Kategorie adressiert Project Aura, eine XR-Brille, die Google zusammen mit Xreal entwickelt. Sie läuft ebenfalls auf der Android-XR-Plattform, bietet aber ein 70‑Grad-Sichtfeld, in dem sich mehrere App-Fenster gleichzeitig im Raum verankern lassen. Das Design orientiert sich an Xreals bisherigen AR-Brillen, mit drei Kameras für Fotos, Videos und Handtracking, einem leichten Gestell und einer kabelgebundenen Recheneinheit („Compute-Puck“) mit Touchfeld, die um den Hals getragen wird. Eye-Tracking fehlt, die Bedienung erfolgt über Handgesten wie Greifen und Ziehen von Fenstern oder Gestensteuerung in Spielen. In einer Demo ließen sich etwa ein Rollenspielbrett, Spielfiguren und Karten per Handbewegung drehen, vergrößern und verschieben. Die Darstellung wirkte hell und scharf, Details zu Paneltyp, Auflösung oder Bildwiederholrate nannte Google nicht. Als externer Monitor für einen Laptop funktionierte Aura im Test nur eingeschränkt, das Verschieben von Fenstern zwischen realem und virtuellem Bildschirm klappte nicht wie angekündigt. Insgesamt zeigte sich aber, dass Android XR und Gemini auf Aura weniger wie Spielerei wirken als erwartet, auch wenn bis zum für dieses Jahr geplanten globalen Marktstart noch Software-Feinschliff nötig ist.

Gemini in Apps: Sprachsteuerung und Agent Spark auf iOS, Android und Mac

Abseits neuer Hardware schiebt Google die Gemini-App tief in Alltag und Arbeit. Die Oberfläche wird unter dem Namen Neural Expressive auf interaktive Zeitachsen, Grafiken, gesprochene Videos und andere dynamische Visualisierungen umgestellt, während Gemini Live als Sprachmodus direkt in die Haupt-App wandert. Nutzer:innen können so nahtlos zwischen Tippen und Sprechen wechseln. Kern des Updates ist jedoch Gemini Spark, ein cloudbasierter Agent auf Basis von Gemini 3.5, der mehrstufige Aufgaben im Hintergrund über mehrere Apps hinweg ausführt. Spark kann etwa E‑Mails nach Schulnachrichten überwachen oder Kreditkartenabrechnungen auf wiederkehrende Abos prüfen und arbeitet weiter, auch wenn die App geschlossen ist. Über das Model-Context-Protokoll bindet Google Drittanbieter wie Canva oder Instacart an, denselben offenen Standard, den Apple für agentische Funktionen in Xcode 26.3 nutzt. Auf dem Mac soll die native Gemini-App Spark im Sommer erhalten, dann auch mit Zugriff auf lokale Dateien und Automatisierung von Desktop-Workflows. Zusätzlich bekommt sie eine bildschirmbezogene Sprachfunktion, die gesprochene Gedanken anhand des sichtbaren Kontexts direkt an der Cursorposition in formatierten Text verwandelt. Für zahlende Nutzer:innen kommen ein Daily-Brief-Agent für personalisierte Morgenübersichten aus Gmail und Kalender sowie Gemini Omni hinzu, das aus Text, Bildern und Videos kurze Filmclips erzeugt. Gleichzeitig führt Google sprachbasierte Eingaben für Docs, Keep und Gmail ein: Docs Live erstellt und bearbeitet Dokumente ausschließlich per Spracheingabe, Keep strukturiert gesprochene Gedanken automatisch in organisierte Notizen und Gmail Live dient als gesprächsorientierte Schnittstelle zum Posteingang. Diese Funktionen sollen im Sommer für Gemini-AI-Premium-Abos und Workspace-Business-Konten ausgerollt werden.

Via: www.cnet.com · gizmodo.com · gizmodo.com · www.macrumors.com · www.iClarified.com · thenextweb.com

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Tags: Fitbit Air, Project Aura, intelligente Brillen, Audio-Brillen, Google, Docs Live, macOS, Gmail Live, Google Keep, Gesundheitsdaten, KI-Agent Spark, Gemini, Android XR, Wear OS 7

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