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Gewerkschaft erhebt Diskriminierungsvorwurf gegen Apple nach Schließung des Stores in Towson

Nach der angekündigten Schließung des ersten gewerkschaftlich organisierten Apple Stores in den USA erhebt die zuständige Gewerkschaft schwere Vorwürfe gegen Apple. Im Kern geht es um angeblich ungleiche Behandlung beim Wechsel in andere Filialen.

Schließung dreier US‑Stores rückt Towson in den Fokus

Apple hatte Anfang April die dauerhafte Schließung von drei US‑Stores angekündigt: Apple Towson Town Center in Towson (Maryland), Apple North County in Escondido (Kalifornien) und Apple Trumbull in Trumbull (Connecticut). Als Begründung nannte das Unternehmen in allen drei Fällen rückläufige Rahmenbedingungen und den Weggang anderer Händler:innen in den betroffenen Einkaufszentren. Die Filiale in Towson erhielt dabei besondere Aufmerksamkeit, weil sie sich 2022 als erster Apple Store in den USA gewerkschaftlich organisiert hatte.

Laut Apple sollen die Beschäftigten in Trumbull und North County ihre Tätigkeit in nahegelegenen Stores fortsetzen können. Für Towson formulierte das Unternehmen hingegen, die dort beschäftigten Personen seien „berechtigt, sich auf offene Stellen bei Apple im Einklang mit der Tarifvereinbarung zu bewerben“. Damit würden sie nicht automatisch versetzt, sondern müssten sich wie andere Bewerber:innen auf offene Positionen melden.

IAM-Gewerkschaft sieht „zynischen Versuch“, die Organisation zu zerschlagen

Die International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM Union), die die Beschäftigten in Towson vertritt, kritisierte diese Linie sofort. Sie erklärte, es gebe in der bestehenden Vereinbarung keine Regelung, die Versetzungen verhindere, und bezeichnete Apples Darstellung als falsch. Aus Sicht der Gewerkschaft weckt die Entscheidung „ernsthafte Bedenken“, wonach die Schließung ein „zynischer Versuch“ sein könne, die gewerkschaftliche Organisation zu zerschlagen.

Die IAM Union kündigte an, alle rechtlichen Optionen zu prüfen und mit politischen Entscheidungsträger:innen sowie weiteren Unterstützer:innen zusammenzuarbeiten, um Apple zur Rechenschaft zu ziehen. Zugleich forderte sie das Unternehmen öffentlich auf, seinen Kurs zu ändern und die Beschäftigten in Towson fair zu behandeln.

Anklage wegen unlauterer Arbeitspraxis und Diskriminierung

Am 27. April reichte die IAM Union schließlich eine Beschwerde wegen unlauterer Arbeitspraxis bei der US‑Arbeitsbehörde National Labor Relations Board ein. In der Eingabe wirft sie Apple vor, die Beschäftigten in Towson zu diskriminieren, indem ihnen Rechte auf Versetzung und andere Möglichkeiten vorenthalten würden, die Beschäftigten in nicht gewerkschaftlich organisierten Stores bei Schließungen offenstehen.

In dem Dokument heißt es sinngemäß, Apple habe seit der Ankündigung vom 9. April 2026 den von IAM vertretenen Beschäftigten in Towson den Zugriff auf Versetzungsrechte und weitere Chancen verwehrt, die nicht vertretenen Beschäftigten an anderen Standorten gewährt wurden. Diese und weitere Maßnahmen seien als Vergeltung für geschützte gewerkschaftliche Aktivitäten zu verstehen und zielten darauf ab, die Ausübung von Rechten nach dem Arbeitsrecht zu entmutigen.

IAM‑Präsident Brian Bryant erklärte, es gehe darum, ob Beschäftigte gesetzeskonform behandelt oder für die Wahrnehmung ihrer Rechte bestraft würden. Apple verweigere gewerkschaftlich vertretenen Personen die gleichen Chancen, die andere erhielten, und tue dies, weil sie sich organisiert hätten. Das sei Diskriminierung und falle genau in den Bereich, den das Bundesarbeitsrecht verhindern solle. Die Gewerkschaft fordert Apple auf, seine Entscheidung zu revidieren und den Beschäftigten in Towson dieselben Versetzungsmöglichkeiten wie den Kolleg:innen der anderen beiden Stores einzuräumen. Apple verweist weiterhin auf schwierige Standortbedingungen in Einkaufszentren mit sinkender Besucherfrequenz, die alle drei betroffenen Stores betreffen.

Via: appleinsider.com · 9to5mac.com · www.macrumors.com

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Michael Reimann

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