SpaceX darf seine Starlink-Konstellation deutlich ausbauen: Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC hat den Betrieb von bis zu 15.000 Satelliten der zweiten Generation genehmigt. Damit schafft das Unternehmen die Grundlage für leistungsfähigere, latenzärmere Internetdienste aus dem All.
FCC-Genehmigung stärkt Starlink-Ausbau
Der US-Regierungsbeamte Brendan Carr bezeichnete die Entscheidung der FCC als „Wendepunkt für die Ermöglichung von Diensten der nächsten Generation“. Auf der Plattform X (vormals Twitter) hob er hervor, dass die Genehmigung es SpaceX erlaubt, bis zu 15.000 Next-Gen-Satelliten zu starten und zu betreiben. Die Behörde hatte zuvor bereits eine begrenzte Zahl von Einheiten der zweiten Generation zugelassen.
Mit der neuen Entscheidung kann SpaceX rund 7.500 weitere Gen2-Satelliten ins All bringen und so die Gesamtzahl dieser zweiten Generation auf 15.000 erhöhen. Das stärkt die globale Abdeckung des Starlink-Netzes und erweitert die Kapazitäten für bestehende und künftige Dienste, sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich.
Eigenschaften der Starlink-Satelliten der zweiten Generation
Die Starlink-Satelliten der zweiten Generation sind laut SpaceX auf höhere Kapazität und geringere Latenz ausgelegt. Sie sollen unter anderem einen bis zu zwanzigfachen Anstieg des Datendurchsatzes ermöglichen. Außerdem unterstützen sie eine Direktverbindung zu Mobiltelefonen, ohne dass dafür spezielle oder veränderte Endgeräte nötig sind.
Die Gen2-Satelliten verfügen darüber hinaus über eine verbesserte Manövrierfähigkeit im Orbit und ein autonomes System zur Kollisionsvermeidung. Diese Kombination soll helfen, den Betrieb der großen Konstellation im Erdorbit sicherer und flexibler zu gestalten. Mit der FCC-Genehmigung festigt SpaceX seine Position als weltweit führender Anbieter satellitengestützter Konnektivität für kommerzielle Kund:innen und den Verteidigungssektor.
Mögliche Annäherung zwischen Apple und SpaceX
Parallel zur Ausbau-Genehmigung für Starlink mehren sich Hinweise auf eine mögliche engere Zusammenarbeit zwischen SpaceX und Apple. So unterstützen die neuen Starlink-Satelliten inzwischen das Funkspektrum, das Apple in seinen iPhones nutzt. Aktuell setzt Apple für den Dienst „Notruf SOS“ per Satellit noch auf den Anbieter Globalstar. Dieser Dienst erlaubt es iPhone-Benutzer:innen, außerhalb von Mobilfunk- und WLAN-Netzen Notrufe abzusetzen.
Die Kooperation mit Globalstar umfasst auch die Standortfreigabe sowie das Senden und Empfangen von Nachrichten an persönliche Kontakte und Einsatzkräfte. Gleichzeitig gibt es Anzeichen für eine zunehmende Distanz zwischen Apple und Globalstar. Dessen Aufsichtsratsvorsitzender James Monroe sprach zuletzt offen über einen möglichen Verkauf des Unternehmens für über 10 Milliarden US-Dollar (rund 9,2 Milliarden Euro), während Globalstar weiter mit der Dominanz von Starlink ringt. Apple hat in den vergangenen Jahren rund 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro) in Globalstar investiert.
Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass Apple Globalstar übernimmt, da der Konzern nicht als Mobilfunkanbieter reguliert werden möchte. Unter anderem aus diesem Grund berechnet Apple den iPhone-Nutzer:innen bislang keine gesonderten Gebühren für die Satellitendienste von Globalstar. SpaceX hat seinerseits das Funkspektrum von EchoStar für 17 Milliarden US-Dollar (rund 15,7 Milliarden Euro) übernommen, um Starlink für schnellere Internetverbindungen direkt auf Smartphones zu rüsten.
Laut SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell arbeitet das Unternehmen mit Chip-Herstellern daran, Satellitenkonnektivität direkt in Smartphones zu integrieren. Dem Berichtsdienst The Information zufolge plant Apple, bereits ab 2026 Unterstützung für satellitengestütztes 5G-Internet einzuführen. Der Journalist Mark Gurman von Bloomberg erwartet, dass kommende iPhone-Modelle 5G-Technik für nicht-terrestrische Netze (Non-Terrestrial Network, NTN) unterstützen werden, bei der Mobilfunkmasten Satelliten zur Erweiterung ihrer Abdeckung nutzen.
Apple plant zudem eine Programmierschnittstelle (API), mit der Drittanbieter-Apps Satellitenverbindungen einbinden können. Vor diesem Hintergrund könnte die aktuelle FCC-Genehmigung für SpaceX auch für künftige iPhone-Funktionen eine wichtige Rolle spielen.
Via: https://wccftech.com
Titelbild: Screenshot

