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ESR Digital Pencil Pro – Viel Stift fürs Geld

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Mein ESR Digital Pencil Pro ausprobiert Test zeigt, wie gut sich der günstige iPad-Stift für Notizen, PDFs und gelegentliche Skizzen eignet. Es wird deutlich, wo der ESR Digital Pencil Pro eine überzeugende Apple-Pencil-Alternative ist – und welche Funktionen Kreative vermissen könnten.

Der ESR Digital Pencil Pro will keine Kopie des Apple Pencil Pro sein. Das hatten wir vor rund einem Jahr schonmal hier so geschrieben. Er richtet sich vielmehr an iPad-Nutzer, die handschriftliche Notizen, PDFs und gelegentliche Skizzen erledigen möchten, ohne für den Stift annähernd so viel auszugeben wie für ein günstiges Tablet. Entscheidend dabei: Unter der Bezeichnung „Digital Pencil Pro“ kursieren unterschiedliche ESR-Varianten. Funktionen wie Laden am iPad oder „Wo ist?“-Integration müssen deshalb vor dem Kauf genau mit dem jeweiligen Modell abgeglichen werden.

Ausgepackt

ESR liefert den Digital Pencil Pro in einer erfreulich vollständigen Verpackung. Neben dem – in unserem Fall- blass lila, flach abgelegten Stift liegen ein USB-C-Ladekabel sowie drei Ersatzspitzen. Das ist kein nebensächliches Zubehör: Ersatzspitzen kosten bei Apple extra, bei ESR gibts die dazu. Übrigens ist der Stift auch in weiß, schwarz, blau un drosa verfügbar.

In der Hand orientiert sich der Pencil sichtbar am Apple Pencil der zweiten Generation: matte Oberfläche, eine flache Seite gegen Wegrollen und eine Länge, die sich sehr vertraut anfühlt. Er ist allerdings leichter und wirkt dadurch etwas weniger hochwertig. Das ist kein Mangel, aber spürbar, wenn man regelmäßig mit Apples Stift arbeitet. Auch die Spitze gleitet funktional sauber, fühlt sich jedoch etwas plastischer an als das Apple-Pendant.

Praktisch ist der Knopf am oberen Ende bei bestimmten Ausführungen. Ein Druck kann zum Home-Bildschirm führen, zwei Drucke öffnen die Multitasking-Ansicht. Das ist keine Zeichenfunktion, im Alltag aber durchaus sinnvoll: Wer den Stift vor allem als Bedienhilfe nutzt, kann das iPad seltener mit der Hand anfassen. 

Der erste kritische Punkt zeigt sich bereits hier: ESR macht die Produktfamilie unnötig unübersichtlich. Ein Modell wird per USB-C geladen, ein anderes über einen separaten magnetischen Adapter, wieder andere haften und laden am iPad. Die Bezeichnung allein genügt daher nicht. Wer gezielt kabelloses Laden erwartet, sollte nicht auf Produktbilder oder Rezensionstitel vertrauen, sondern die konkrete Modellnummer prüfen.

Die Daten

Beim Schreiben konzentriert sich ESR auf die Funktionen, die für die meisten Menschen tatsächlich zählen: Palm Rejection verhindert, dass die aufliegende Hand ungewollte Eingaben erzeugt. Die Neigungserkennung verändert den Strich je nach Winkel. In Notizen und unterstützten Zeichen-Apps entstehen so schmale Linien mit aufrechter Haltung und breitere Striche beim Kippen. Eine störende Verzögerung war in nicht wahrnehmbar.

Die entscheidende technische Einschränkung lautet Drucksensitivität. Der ESR Digital Pencil Pro erkennt nicht, wie stark die Spitze auf das Display gedrückt wird. Bei vielen Pinseln in Procreate oder anderen Illustrationsprogrammen lässt sich die Strichstärke damit nicht auf natürliche Weise über den Druck steuern. Neigung kann manches auffangen, ersetzt diese Eingabe aber nicht. Wer ernsthaft digitale illustriert, wird diesen Unterschied zum Apple Pencil direkt bemerken.

Auch bei der Verbindung gibt es Unterschiede zwischen den Varianten. Manche Stifte brauchen kein klassisches Bluetooth-Pairing und schreiben nach dem Einschalten direkt. Bei anderen erfolgt die Verbindung über die Bluetooth-Einstellungen. Gemein ist ihnen: Ein bereits verbundener Apple Pencil kann den Betrieb stören. In diesem Fall muss er in den Bluetooth-Einstellungen entfernt werden, bevor der ESR-Stift zuverlässig arbeitet. Das ist kein tägliches Problem, aber unerquicklich für Haushalte, die mehrere Stifte abwechselnd am selben iPad einsetzen.

Die Kompatibilität fällt zwar breit aus und umfasst zahlreiche iPad-, iPad-Air-, iPad-mini- und iPad-Pro-Generationen. Allerdings gehören auch aktuelle Modelle nicht zwingend zu jedem ESR-Stift. Gerade bei iPad Air und iPad Pro existieren relevante Unterschiede nach Baujahr und Displaygröße. Die sorgfältige Prüfung der Kompatibilitätsliste bleibt daher wichtiger als der günstige Preis.

Im Alltag

Für Notizen überzeugt der ESR Digital Pencil Pro. Handschrift in Apple Notizen, Markierungen in PDFs, kleine Diagramme und schnelle Skizzen gelingen ohne besondere Eingewöhnung. Die Handballenerkennung funktioniert zuverlässig, Linien setzen ohne sichtbare Aussetzer an und Formen werden von iPadOS ebenso erkannt wie mit Apples Stift. Für Studium, Schule, Besprechungen oder die private Organisation ist das die relevante Leistung.

Die Spitze lässt sich austauschen, was nicht nur bei Verschleiß nützlich ist.

Bei längeren Sitzungen fällt das geringe Gewicht positiv auf, weil der Stift die Hand wenig ermüdet. Umgekehrt vermittelt der Apple Pencil mehr Substanz und eine etwas präzisere, direktere Rückmeldung. In einem Vergleich wurde der ESR-Stift als minimal weniger reaktionsschnell beschrieben; beim bloßen Mitschreiben blieb dieser Unterschied jedoch kaum relevant. Er wird erst wichtiger, wenn sehr feine Linien, schnelle Schraffuren oder komplexe Pinsel zum Arbeitsalltag gehören.

Ein zweiter Kritikpunkt betrifft das Laden. Die USB-C-Version muss zum Nachladen geöffnet und mit einem Kabel verbunden werden. Das ist technisch unkompliziert, aber weniger elegant als das automatische Laden eines kompatiblen Apple Pencil Pro am iPad-Rand. Die magnetische Befestigung dient bei solchen Modellen zudem teils nur dem Transport; sie bedeutet nicht, dass Energie übertragen wird. 

„Wo ist?“ als Argument

Meine neuere Geo-Ausführung erweitert den Gedanken des günstigen Ersatzes um eine Funktion, die Apple selbst nicht in jedem Pencil anbietet: Sie lässt sich in Apples „Wo ist?“-Netzwerk als Objekt hinterlegen. Nach einem längeren Druck auf die Taste wird der Stift in der App hinzugefügt; anschließend kann er geortet werden und auf Wunsch einen Ton abspielen. Gerade weil ein Pencil auf dem Sofa, in Taschen oder zwischen Unterlagen verschwindet, ist das simply clever.

Diese Funktion hat allerdings eine naheliegende Grenze: Der Stift benötigt Restenergie. Ist sein Akku leer, lässt er sich nicht mehr akustisch melden und die Ortung ist entsprechend eingeschränkt. Sie ist daher eine sinnvolle Absicherung gegen alltägliches Verlegen, kein Ersatz für sorgfältiges Verstauen. Trotzdem ist sie ein Mehrwert gegenüber vielen günstigen Stiften und auch gegenüber dem Apple Pencil USB-C, der diese Einbindung nicht bietet.

Beim Apple Pencil Pro liegt der Vorteil an anderer Stelle. Er ist enger in iPadOS und die professionellen Kreativ-Apps eingebunden: Drucksensitivität, Schwebefunktionen auf kompatiblen iPads und die speziellen Pro-Bedienelemente bleiben ESR verwehrt. Der Aufpreis kauft also nicht bloß ein Apple-Logo, sondern vor allem ein vollständigeres Werkzeug für Illustration, Retusche und präzise Gestaltungsarbeit. Für handschriftliche Mitschriften ist diese Differenz dagegen nicht relevant.

Fazit

Der ESR Digital Pencil Pro ist ein vernünftiger iPad-Stift für Menschen, die einen Apple Pencil nicht aus Prinzip, sondern für konkrete Aufgaben benötigen. Schreiben, markieren, navigieren und gelegentlich zeichnen beherrscht er zuverlässig. Ersatzspitzen, eine angenehme Form und – bei der Geo-Variante – die „Wo ist?“-Anbindung erhöhen seinen praktischen Wert. Dass er je nach Angebot weit unter 40 Euro kostet, verschiebt die Erwartungen in seine Richtung.

Die Gegenrechnung: Kein Drucksensor, keine professionelle Gestensteuerung und eine etwas leichtere, weniger wertige Anmutung. Zudem dürfen Käufer die Varianten nicht verwechseln: Wer magnetisches Laden erwartet, darf nicht versehentlich die USB-C-Version bestellen; wer „Wo ist?“ möchte, braucht ausdrücklich das Geo-Modell.

Für digital Kunstschaffende, die Strichdynamik und maximale Präzision benötigen, bleibt der Apple Pencil Pro die erste Wahl. Für alle anderen the rest of us ist der ESR Digital Pencil Pro ein wertiger Ersatz in jeder Alltags-Disziplin.

Der ESR Digital Pencil Pro wurde uns von ESR für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an den Hersteller.

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Bilder Autor und ESR

 

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Tags: iPad Stift, Stylus für iPad, Apple Pencil Pro Vergleich, handschriftliche Notizen, Palm Rejection, iPad Zeichnen, „Wo ist?“-Netzwerk, iPad Zubehör, Neigungssensitivität, Apple Pencil Alternative, ESR Digital Pencil Pro

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