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Ehemaliger Apple-Manager setzt für das „nächste Apple“ auf Shenzhen statt Silicon Valley

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Ein früherer Apple-Manager sieht die Zukunft großer Unterhaltungselektronik-Konzerne eher in Shenzhen als im Silicon Valley. Dort entstehe das Ökosystem, aus dem das „nächste Apple“ hervorgehen könnte.

Shenzhen als Zentrum für Hardware-Innovationen

Start-ups, die Unterhaltungselektronik entwickeln, hätten in Shenzhen bessere Chancen, zu einem neuen Apple zu werden als im Silicon Valley. Das sagt Will Wang, Gründer und Geschäftsführer des chinesischen Smartbrillen-Start-ups Even Realities. Das Unternehmen ist Chinas jüngstes Einhorn.

„Wenn wir eine Zukunft rund um Unterhaltungselektronik aufbauen wollen – wenn wir möglicherweise das nächste Apple schaffen wollen – müssen wir im Zentrum der Hardware sein, und das ist Shenzhen“, erklärte Wang im Gespräch mit CNBC-Reporterin Chery Kang. Er verweist dabei auf den großen Pool an Ingenieur:innen und die dominante Rolle der Stadt in den Lieferketten.

Die in Shenzhen ansässige Firma gab am Montag bekannt, 150 Millionen US‑Dollar (rund 138 Millionen Euro) bei einer Bewertung von 1 Milliarde US‑Dollar (rund 920 Millionen Euro) eingesammelt zu haben. Zu den Geldgebern zählen unter anderem Meituan und Tencent. Wang arbeitete von 2016 bis 2018 bei Apple an der Entwicklung und Massenproduktion der Apple Watch und des iPhone. Mit Even Realities richtet er den Blick nun auf den Markt für KI-Wearables, der derzeit von Meta dominiert wird.

Silicon Valley verliert Interesse an Hardware-Gründungen

Nach Wangs Einschätzung hat das Silicon Valley einen Teil seines Appetits auf Gründer:innen verloren, die Hardware-Produkte bauen. Längere Entwicklungszyklen, geringere Renditeaussichten im Vergleich zu KI-Anwendungen und unvermeidliche Probleme in der Lieferkette spielten dabei eine Rolle.

„Silicon Valley scheint Hardware-Leute nicht mehr wirklich zu belohnen“, sagte er. Talent und Kapital flössen stattdessen „intensiv“ in KI und Software-Agenten. In der Folge seien immer weniger Start-ups und Fachkräfte im Bereich Unterhaltungselektronik rund um das Silicon Valley zu finden.

Auf der anderen Seite des Pazifiks erweise sich der Talentpool in Shenzhen als deutlich dynamischer, so Wang. Die dortige Konzentration von Smartphone-, Drohnen- und Unterhaltungselektronik-Herstellern habe einen breiten Stamm an mechanischen, elektrischen und optischen Ingenieur:innen hervorgebracht.

Shenzhen ist Heimat zahlreicher chinesischer Technologiekonzerne, darunter Tencent, Huawei, Drohnenhersteller DJI und der Elektroauto-Produzent BYD. Gleichzeitig zieht die Stadt eine neue Generation von Gründer:innen an, etwa von der Kamerafirma Insta360 oder dem Robotik-Unternehmen UBTech.

Globaler Markt, chinesische Investoren

Für Even Realities bleibt der US-Markt trotz der starken Basis in China zentral. Mehr als die Hälfte der Nutzer:innen des Start-ups sitzt in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen verfolgt eine globale Expansion.

Mehrere chinesische Start-ups setzen inzwischen auf KI-bezogene Unterhaltungselektronik und vertrauen darauf, dass die Stärke der heimischen Produktion den US-Vorsprung bei Software ausgleichen kann. Der chinesische Wettbewerber Rokid wird nach Angaben von PitchBook mit 2,58 Milliarden US‑Dollar (rund 2,37 Milliarden Euro) bewertet, nachdem das Unternehmen unter anderem Kapital vom singapurischen Staatsinvestor Temasek erhalten hat. Der kleinere Anbieter RayNeo kommt auf 239,9 Millionen US‑Dollar (rund 220 Millionen Euro).

Auf die Frage, ob Even Realities bislang bewusst nur Kapital von Investor:innen mit China-Bezug einsammelt, antwortete Wang, diese bewegten sich „einfach viel schneller und sind näher an uns dran“. In der nächsten Finanzierungsrunde wolle das Unternehmen aber „deutlich mehr globale Investoren“ ansprechen, um die internationale Expansion zu unterstützen.

Even Realities wird vor allem von chinesischen Wagniskapitalgebern wie CDH Investments, Monolith Management und CVC Capital finanziert. Im Januar kam eine nicht genannte Summe von Unicorn Capital Partners und Cyanhill Capital hinzu.

Das 2023 gegründete Unternehmen brachte Ende vergangenen Jahres die Smartbrille Even G2 sowie den Ring Even R1 auf den Markt, mit dem sich die Anzeige steuern lässt. Anders als die Kamera-Brillen von Meta in Kooperation mit Ray-Ban verfügt die G2 über keine Kamera und keine Aufnahmetechnik. Stattdessen liefert sie Benachrichtigungen, Navigation und Live-Übersetzungen über ein transparentes Display im Sichtfeld der Träger:innen.

Via: https://www.cnbc.com

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Tags: China, Silicon Valley, Meta, Shenzhen, Start-ups, KI-Wearables, Smartbrillen, Even Realities, Apple, Hardware

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