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Digitale Wallets – So werden Bankkarten gestohlen, ohne das Portemonnaie zu verlassen

Betrügende nutzen gezielte Angriffe und Social Engineering, um Bankkarten in digitale Wallets einzuschleusen. Euer physisches Portemonnaie bleibt dabei unberührt – der Schaden erfolgt digital.

Neue Betrugsmasche über digitale Wallets

Zahlreiche Banken und Bausparkassen berichten derzeit von einer Zunahme bei Betrugsfällen mit digitalen Wallets wie Apple Pay und Google Pay. Betrügende setzen dabei auf ausgeklügelte Phishing-Methoden: Ihr erhaltet zunächst einen Anruf, angeblich von Eurer Bank. Die Person am anderen Ende bittet Euch, persönliche Daten zu bestätigen und gibt vor, verdächtige Zahlungen gestoppt zu haben. Anschließend werdet Ihr gebeten, eine Benachrichtigung zu bestätigen oder einen Code weiterzugeben, angeblich zum Schutz Eures Kontos.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Anruf um einen Betrugsversuch. Die Kriminellen fügen Eure Bankkarte zu einem ihrer eigenen Smartphones hinzu. Danach werden in kurzer Zeit teure Elektronikartikel oder Designerware gekauft, die sich rasch weiterverkaufen lassen. Das Konto wird so binnen kürzester Zeit geleert.

Wie läuft der Betrug konkret ab?

Der Angriff beginnt häufig mit einer klassischen Phishing-Nachricht – etwa einem Link zu einer vermeintlichen Auszahlung oder einem günstigen Angebot auf Social Media. Wer hier persönliche und Bankdaten angibt, gerät ins Visier der Kriminellen. Wochen später folgt dann der Anruf im Namen der angeblichen Hausbank. Die Täter:innen verfügen durch zuvor abgefragte Informationen bereits über Details wie Namen und Adresse.

Im Gespräch bekräftigt die angebliche Bankmitarbeiter:in die eigene Glaubwürdigkeit, indem sie Euch fragt, ob Ihr bestimmte – erfundene – Zahlungen erkennt. Ist dies nicht der Fall, wird behauptet, die Zahlungen seien blockiert worden. Für den weiteren Schutz Eures Kontos müsstet Ihr jetzt eine offizielle Benachrichtigung genehmigen oder einen Einmalcode weitergeben.

Tatsächlich erfolgt in diesem Moment die Anmeldung Eurer Karte für eine digitale Brieftasche wie Apple Pay oder Google Pay auf dem Gerät der Betrüger:innen. Die dabei versandte Push-Mitteilung oder SMS ist echt, stammt aber vom System, weil gerade Eure Karte hinzugefügt wird. Sobald Ihr den Vorgang bestätigt, erhalten die Täter:innen Zugriff auf Euer Konto.

Anschließend werden Online-Einkäufe bei hochpreisigen Händlern – zum Beispiel bei Technik- und Modegeschäften – getätigt. Elektronik und Designermode werden bevorzugt, da sie auf dem Zweitmarkt schnell und mit geringem Wertverlust weiterverkauft werden können.

Tipps: So schützt Ihr Euch vor Wallet-Betrug

Banken benötigen grundsätzlich keine Unterstützung durch Kund:innen, um Konten vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Seriöse Institute ergreifen alle nötigen Maßnahmen selbstständig, zum Beispiel durch das Sperren verdächtiger Konten. Es gilt: Niemals Daten, Codes oder Benachrichtigungen am Telefon weitergeben – besonders dann nicht, wenn Ihr nicht selbst den Kontakt aufgenommen habt.

Ruft Eure Bank stets eigenständig unter der offiziellen Nummer an, die Ihr auf der Website oder auf der Rückseite Eurer Karte findet – verwendet niemals eine Nummer, die Ihr am Telefon erfahrt.
Achtet auf Einmalcodes und bestätigt sie nur, wenn Ihr sicher wisst, wozu sie dienen.

Viele Banken, wie etwa HSBC, haben bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt und informieren Kund:innen regelmäßig zur sicheren Nutzung von Wallets. UK Finance, der britische Bankenverband, empfiehlt, Push-Benachrichtigungen und Transaktionen regelmäßig zu prüfen und bei Verdacht umgehend die Bank sowie die zentrale Meldestelle für Betrugsfälle zu kontaktieren.

Apple weist darauf hin, dass nicht das Unternehmen selbst, sondern die Banken Karten für die Wallet freigeben. Google äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorfällen.

Via: https://www.theguardian.com

Bild Gemini KI

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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