Deutschland zahlt digital! Kund:innen erwarten Kartenzahlung, viele kleinere Betriebe zögern aber noch. Ein aktuelles Förderprogramm soll den Einstieg erleichtern und ermöglicht, Kartenzahlung ein Jahr lang risikofrei zu testen.
Förderprogramm: Kartenzahlung ein Jahr lang ausprobieren
Für Händler:innen und Selbstständige ist das laufende Förderprogramm ein niedrigschwelliger Einstieg in die digitale Bezahlung. Ihr könnt Kartenzahlungen ein Jahr lang im Alltag testen, ohne ein dauerhaftes Kostenrisiko einzugehen. Das Programm richtet sich ausdrücklich an Betriebe, die bisher kaum oder gar keine Kartenzahlung akzeptieren.
Im Fokus steht der praktische Test: Ihr sollt herausfinden können, wie sich Kartenzahlungen auf Umsatz, Abläufe und Kundenzufriedenheit auswirken. Die Teilnahme hilft auch dabei, Erfahrungen mit Zahlungsdienstleistern zu sammeln und typische Hürden wie Technikstress oder Unsicherheit bei Gebühren abzubauen.
Terminals vs. iPhone und iPad: Welche Lösung passt zu euch?
Grundsätzlich lassen sich drei Ansätze unterscheiden: klassische Kartenterminals, Lösungen auf Basis von iPhone oder iPad sowie Angebote von Fintech-Anbietern. Klassische Terminals sind eigenständige Geräte, die Giro- und Kreditkarten per Chip, Magnetstreifen oder kontaktlos verarbeiten. Sie sind oft robuster, benötigen aber meist einen festen Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister.
iPhone- und iPad-Lösungen setzen auf Apps und funkbasierte Bezahlverfahren. Mit „Aufs iPhone tippen“ (Tap-to-Pay aufs iPhone) und ähnlichen Ansätzen werden Smartphones zu Terminals, die kontaktlose Karten sowie Apple Pay und Google Pay annehmen können. Für euch bedeutet das weniger zusätzliche Hardware, dafür aber eine stärkere Abhängigkeit von der jeweiligen App und dem Ökosystem.
Fintech-Angebote kombinieren diese Ansätze häufig: Ihr bekommt entweder ein kleines Kartenlesegerät fürs Smartphone oder nutzt direkt die NFC-Funktion des iPhones. Im Hintergrund laufen die Abwicklung und das Risikomanagement über den jeweiligen Zahlungsdienstleister, inklusive Zugang zu Portalen und Auswertungen.
Gebühren, Verträge und Einbindung von Apple Pay und Google Pay
Die Kostenmodelle unterscheiden sich deutlich. Typisch sind Mischformen aus Grundgebühr und umsatzabhängiger Transaktionsgebühr oder reine transaktionsbasierte Modelle ohne fixe Monatskosten. Wichtig ist, dass ihr auf Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen und zusätzliche Entgelte achtet, etwa für Rücklastschriften oder bestimmte Kartenarten.
Bei der Integration von Apple Pay und Google Pay solltet ihr prüfen, wie diese Zahlungen im Gebührenmodell behandelt werden. In vielen Fällen werden sie wie reguläre Kartentransaktionen abgerechnet, dennoch können einzelne Anbieter abweichende Konditionen festlegen. Ein genauer Blick in die Vertragsunterlagen verhindert Überraschungen.
Ein weiterer Punkt sind sogenannte Rückbelastungen (Chargebacks). Sie treten auf, wenn Zahlungen von Kund:innen angefochten oder von Banken zurückgebucht werden. Hier solltet ihr verstehen, wer das Risiko trägt, wie der Prozess abläuft und welche Gebühren dabei anfallen können. Zahlungsdienstleister regeln dies vertraglich unterschiedlich, deshalb lohnt ein Vergleich.
Am Ende entscheidet eure Betriebsgröße über die passende Lösung. Kleinere Betriebe profitieren oft von flexiblen, rein transaktionsbasierten Modellen auf iPhone- oder Fintech-Basis. Größere Händler:innen mit konstantem Kartenzahlungsanteil können von klassischen Terminals mit festen Konditionen profitieren, sofern die Vertragsbedingungen transparent sind und zu eurem Umsatzprofil passen.
Via: t3n.de
