Wahrscheinlich kennt jede Frau oder weiblich gelesene Person dieses Gefühl: nachts alleine in dunklen Gassen unterwegs zu sein, das möchte man lieber vermeiden. Zu groß ist die Angst, dass man plötzlich und ohne Vorwarnung in eine Situation gerät, die gefährlich sein könnte.
Für solche Fälle ist die Berliner App „Defapp“ entwickelt worden. Sie soll laut eigener Aussage Menschen unterstützen, „in kritischen Alltagssituationen schnell Hilfe zu aktivieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen.“
Die App verfügt über einen sogenannten Verteidigungsmodus: Es lassen sich Funktionen wie ein lauter Alarmton oder ein Stroboskop auswählen (oder auch beides gleichzeitig). Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein 5 Sekunden langes Video von der Situation aufzeichnen zu lassen. Zusätzlich kann an verschiedene Kontakte eine automatisierte SMS Nachricht mit einem Hilferuf geschickt werden. Zum Beispiel „Ich brauche Hilfe, ruf’ bitte die Polizei!“ Dazu wird – falls ausgewählt – ebenfalls der Standort und das 5-sekündige Video mitgeschickt.
In der Pro-Version (im Abo 2,99 Euro jährlich) gibt es extra noch die Möglichkeit, im Notfall automatisierte Push Mitteilungen an hinterlegte Kontakte schicken zu lassen. Diese Kontakte müssen aber ebenfalls die App besitzen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, den Verteidigungsmodus auszulösen: den Bildschirm irgendwo lange berühren oder per Schüttelgeste. Die Schüttelgeste muss allerdings auch in den Einstellungen aktiviert werden. Bedienen lässt sich die App ganz einfach: Nach dem Start erscheint auf dem Smartphone-Bildschirm ein Kreis. Oben links gibt es eine Hilfe-Taste mit Erklärungen, rechts oben ein Button mit den Einstellungen.
Für einen kleinen Test habe ich eine eine Freundin gebeten, in einer dunklen Umgebung einen Angriff zu simulieren. Sie wusste vorher nicht, was passiert. Ich habe Ihr nur verraten, dass ich eine App testen will. Das Auslösen des Verteidigungsmodus funktioniert tatsächlich sehr einfach und bietet in einer Stresssituation keine Hürden. Binnen Sekunden war er aktiviert, es ertönt ein sehr lauter Alarmton und der im Smartphone eingebaute Blitz fungiert dabei als Stroboskop. Meine Freundin, die den Angriff simuliert hat, war vor allem durch das schnell und der hell blinkende Licht direkt irritiert.
Um die SMS an die hinterlegten Kontakte tatsächlich abzuschicken, muss man nach dem Auslösen des Verteidigungsmodus noch auf „senden“ klicken – das hat im Test zwar gut funktioniert, Text und Standort plus Video kamen schnell an – aber in einer realen Stresssituation könnte das vielleicht eine Stolperfalle sein, weil man das in der Hektik nicht direkt hinbekommt. Das aufgezeichnete Video wird jedenfalls auch auf dem Smartphone in Fotos gespeichert. Man konnte darauf gut das Gesicht meiner Freundin erkennen. Als Beweis also sehr nützlich.
Übrigens kann der Versand der SMS mit Standort und Video auch ohne Verteidigungsmodus aktiviert werden, sozusagen als „stiller Alarm“. Dazu muss man in der aktivierten App zweimal kurz auf den Bildschirm tippen, um den Versand auszulösen, der danach natürlich aber auch wieder versendet werden muss.
Die App unterstützt auch die Apple Watch, das habe ich in meinen Test allerdings nicht inkludiert.
Insgesamt hat mir die Defapp sehr gut gefallen. Sie ist sehr einfach zu bedienen, es gibt sehr viele Optionen, die im Ernstfall möglicherweise entscheidend sind, weil sie einem Zeit verschaffen. Angreifende Personen sind mindestens für einen kurzen Moment irritiert, da sie damit nicht rechnen. Und man hat direkt ein Beweisvideo zur Hand. Als großes Plus empfinde ich, dass die App kostenfrei angeboten wird. Lediglich der Versand von Push-Nachrichten an hinterlegte Kontakte liegt hinter der Bezahlschranke. Wobei die 2,99€ hier wahrscheinlich gut angelegt sind, denn in der Plus-Option entfällt die zusätzliche Hürde des Versendens.
Natürlich kann die App keinen Notruf ersetzen, aber sie gibt einem ein präventives Werkzeug für die persönliche Sicherheit an die Hand.
(Hinter Defapp stehen übrigens der Softwareentwickler Jens Remer und Carolin Schulz. Remer verantwortet die technische Umsetzung der App, während Carolin Schulz insbesondere die strategische und kommunikative Ausrichtung sowie die gesellschaftliche Einordnung des Projekts prägt.)
Danke an Julia Bamberg für den Test. Defapp gibt es kostenlos im App Store (Pro-Version für 2,99 Euro Abo pro Jahr!)
Den Beitrag in unserem Forum kommentieren
Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…
Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…
Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…
Die 10 stärksten Apple-Angebote am 04.11.2026 im Überblick — darunter 3 neue Bestpreise.
WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…
Mit Gym Strength bringt Apple Fitness+ ein neues Krafttrainingserlebnis ins Fitnessstudio. Die Funktion ist derzeit als Beta verfügbar und erstellt…
Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
Mehr lesen