LEGO kündigt mit dem SMART Play-System eine gravierende Weiterentwicklung an, die ab 2026 das Spielen mit LEGO Sets spürbar beeinflussen wird. Die intelligenten Steine reagieren auf Bewegungen und Interaktionen – komplett ohne Displays oder Bildschirme.
Vor knapp einem Jahrzehnt begann LEGO mit der Entwicklung einer neuen Dimension des Bauens. Um herauszufinden, was Kinder sich vom physischen Spielen wünschen, führte das Unternehmen 2017 umfangreiche Umfragen durch. Dabei zeigte sich, dass junge Nutzer:innen drei Wünsche an neuartiges Spielzeug haben: Sie möchten gemeinsam mit Freund:innen spielen, durch Aktionen Reaktionen erleben und erleben, dass ihr Spielzeug sich ihrer Art zu spielen anpasst.
Um diese Erwartungen zu erfüllen, stellte LEGO ein Team aus Expert:innen verschiedener Disziplinen zusammen. Ziel war es, LEGO Spielzeug nicht nur zum Bauen, sondern auch zum „Leben zu erwecken“. Dabei sollte das System mit den Bausteinen interagieren und verschiedene Charaktere erkennen können.
Eine große Herausforderung bestand offensichtlich darin, viel Technologie in einen möglichst kleinen, klassischen LEGO Stein einzubauen. Zunächst experimentierte das Team mit Bildschirmen und Kameras, entschied sich dann aber, die Technik so zurückhaltend wie möglich einzusetzen. Die Lösung: Der „SMART Brick“ wird kabellos über eine Spule geladen, ähnlich wie bei elektrischen Zahnbürsten. Dies ermöglicht nicht nur kabelloses Laden, sondern auch die Erkennung sogenannter „SMART Tags“ und die Bestimmung der Position und Ausrichtung mehrerer SMART Elemente und Minifiguren untereinander.
Das Entwicklungsteam programmierte ein komplettes Positionsbestimmungssystem, sodass der SMART Brick erkennt, wenn er gedreht, geschleudert oder geworfen wird. Nachdem jahrelanger Entwicklungsaufwand fast scheiterte, gelang der Durchbruch erst nach einer letzten Optimierung. Damit wurde die Basis für die interaktiven Funktionen geschaffen.
Auch beim Kernstück, dem Chip des SMART Brick, ging LEGO eigene Wege und ließ einen maßgeschneiderten Silizium-ASIC-Chip entwickeln, der kleiner als ein LEGO Noppenstein ist und exakt auf die Anforderungen der SMART Technologie zugeschnitten wurde.
Ein zentrales Merkmal der SMART Bricks ist die Geräuscherzeugung. Unterschiedliche Geräusche lassen sich flexibel an Bewegungen und Interaktionen anpassen. Durch das Zerlegen weniger Grundklänge in Frequenzen und Amplituden entstehen zahlreiche Variationen. So kann ein Stein wie ein Düsenflugzeug klingen oder andere Alltagsgeräusche nachahmen. Eine Besonderheit: SMART Minifiguren bringen eigene Stimmungen mit, die akustisch hervorgehoben werden.
Zum Markteintritt entschied sich LEGO für das Thema Star Wars, da diese Welt den meisten Kindern vertraut ist. Bei ersten Spieletests zeigte sich, dass Kinder dank der vertrauten Charaktere und Geräusche leicht Zugang zur neuen SMART Play Plattform finden. Die sogenannte „Battle Play“-Funktion ermöglicht es, kreative Spielsituationen nach eigenen Regeln zu gestalten. Mit weniger Vorgaben experimentierten die Kinder besonders frei mit den Möglichkeiten des Systems.
Für die Entwicklung der SMART Play-Technik meldete LEGO insgesamt 25 Patente an. Während der Produktion wurde die Fertigungslinie für den Audio-Baustein auf den Rekordumfang ausgebaut. Das Unternehmen sieht in der Innovation einen langfristigen Wandel, der das Bauen und Spielen mit LEGO Steinen für kommende Generationen prägen soll.
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Via: Lego ®
Titelbild: Lego ® (Photos used with permission. ©2025 The LEGO Group)
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