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Cowboy bekommt neue Eigentümer: e-Bike Pionier verkauft

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Der Brüsseler e-Bike Hersteller Cowboy hat den Verkauf an die ReBirth Group Holding abgeschlossen. Damit endet für das Unternehmen die Phase als unabhängiges Direktvertriebs-Startup.

ReBirth übernimmt – frisches Kapital für Produktion und Service

Cowboy geht an die in Frankreich ansässige ReBirth Group Holding, zu der bereits die Fahrradmarken Peugeot, Gitane und Solex gehören. Mit dem Abschluss der Übernahme fließt neues, nicht näher beziffertes Kapital von ReBirth in das Unternehmen. Zusätzlich stellen bestehende Anteilseigner:innen 15 Millionen Euro bereit. Laut beiden Firmen soll das Geld den Neustart der Produktion ermöglichen und Rückstände bei Ersatzteilen abbauen.

ReBirth ist die Muttergesellschaft von Re-cycles, einem französischen Hersteller klassischer Fahrräder, der bereits Anfang des Jahres die Montage der Cowboy e-Bikes übernommen hat. Cowboy hatte 2025 mit erheblichen Problemen zu kämpfen, darunter verspätete Auslieferungen und Reparaturen. Besonders belastend war eine kostspielige Rahmen-Rückrufaktion, ausgelöst durch einen früheren Fertigungspartner, die das Unternehmen nur wenige Wochen vor einer Insolvenz stehen ließ.

Cowboy bleibt eigenständig – Gründer geht, Produktion läuft an

Das Team von Cowboy mit eigenem Design, eigener Entwicklung und eigener Software soll weiterhin unabhängig vom Standort Brüssel aus arbeiten. Gleichzeitig verlässt Gründer und Geschäftsführer Adrien Roose das Unternehmen. In einer Pressemitteilung äußerte Roose die Hoffnung, dass die neue Partnerschaft Cowboy langfristig zuverlässiger für Fahrende macht, sie auf der Straße hält und bestmöglich unterstützt.

Mit dem Vollzug der Übernahme stehen nun operative Ziele im Vordergrund. Bereits im Januar sollen 1.500 neue Räder produziert werden, um offene Bestellungen abzuarbeiten. Kund:innen, die noch auf ihr e-Bike warten, sollen in den kommenden Wochen aktualisierte Liefertermine erhalten. Bis zum Frühjahr 2026 sollen sich die Lieferzeiten deutlich verkürzen.

Durch die Eingliederung in die ReBirth Gruppe erhält Cowboy zudem besseren Zugang zum französischen Markt. Geplant ist die Nutzung von ReBirths 95 Oxygen- und 10 Ovelo-Filialen sowie eines Netzes von 500 unabhängigen Fahrrad-Händler:innen.

Digitales Know how von Cowboy für weitere Marken

Langfristig soll Cowboys e-Bike- und Software-Kompetenz auch anderen Marken der ReBirth-Gruppe zugutekommen. Laut Pressemitteilung wird Cowboys digitale Expertise und Plattformtechnologie Innovationen über die übrigen ReBirth-Marken hinweg unterstützen. Dabei sollen die datengetriebenen Systeme und Werkzeuge zum Einsatz kommen, die Cowboys Ansatz für vernetzte Mobilität geprägt haben.

ReBirth-Chef Grégory Trébaol bedankt sich in der Mitteilung bei den Cowboy-Gründer:innen für deren Vision, Ehrgeiz und den Aufbau eines bemerkenswerten Unternehmens in einem schwierigen Marktumfeld. Er spricht von einem neuen Kapitel, das diese Transaktion für Cowboy aufschlägt.

Cowboy litt wie viele Fahrradhersteller unter dem Boom-und-Bust-Zyklus der Corona-Jahre, der die Branche stark belastet hat. Die teure Rahmen-Rückrufaktion im Mai war beinahe existenzbedrohend, im August musste Cowboy kurzfristige Finanzierung aufnehmen, um zahlungsfähig zu bleiben. Im Gegensatz zu VanMoof und Rad Power Bikes, die Insolvenz anmelden mussten, konnte Cowboy jedoch überleben. Andere spezialisierte e-Bike Hersteller wie Ampler, aber auch GoCycle fanden noch rechtzeitig Käufer:innen.

Mit der Übernahme von Cowboy scheint die Zeit unabhängiger, direkt an Endkund:innen verkaufender e-Bike Start-ups, die frische Dynamik in die Fahrradbranche gebracht haben, vorerst vorbei zu sein.

Via: https://www.theverge.com

Bild Cowboy

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Tags: Direktvertrieb, Brüssel, Übernahme, Frankreich, Cowboy, E-Bikes, ReBirth Group, Fahrradbranche

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