Adobe verknüpft seine wichtigsten Bild- und PDF-Werkzeuge mit ChatGPT. Nutzer:innen können Photoshop, Express und Acrobat ab sofort per Texteingabe im Chat ansteuern.
Adobe-Tools direkt in ChatGPT integriert
Photoshop, Express und Acrobat sind ab sofort in OpenAIs ChatGPT eingebunden. Die Integration ermöglicht es Nutzenden, Adobes Bearbeitungsfunktionen mit einfachen Sprachbefehlen zu steuern, ohne klassische Menüs bedienen zu müssen.
„Jetzt können hunderte Millionen Menschen mit Photoshop bearbeiten, indem sie einfach ihre eigenen Worte verwenden, direkt in einer Plattform, die bereits Teil ihres Alltags ist“, erklärt David Wadhwani, Präsident des Bereichs Digitale Medien bei Adobe, in einer Pressemitteilung.
Für OpenAI ist dies ein weiterer Schritt, ChatGPT stärker wie ein Betriebssystem für Apps wirken zu lassen. Bereits im Oktober kündigte das Unternehmen an, dass Dienste wie Canva, Figma, Spotify und Zillow innerhalb der Plattform nutzbar werden. Damals stellte OpenAI auch Integrationen weiterer Partner wie Peloton, DoorDash und Uber in Aussicht.
Für Adobe ist die Zusammenarbeit Teil der aktuellen KI-Strategie. Zu Beginn des Jahres führte der Konzern eine agentenbasierte KI-Assistenz in Photoshop ein und ergänzte Adobe Express sowie Adobe Firefly um einen stärker dialogorientierten KI-Assistenten. Nun kommen diese Werkzeuge zu ChatGPT und stehen dort nach Angaben von Adobe 800 Millionen Nutzenden zur Verfügung.
So funktionieren Photoshop, Express und Acrobat in ChatGPT
Nutzende können in ChatGPT Bilder hochladen und im Prompt „Adobe Photoshop“ angeben, um mit der Bearbeitung zu beginnen. Anschließend lassen sich gezielt Bildbereiche anpassen und Parameter wie Helligkeit, Kontrast und Belichtung verändern. Kreative Effekte können ebenfalls einfach per Texteingabe beschrieben werden.
Nach jeder Bearbeitung kann ein Klick auf das Bild einen Schieberegler einblenden, mit dem sich die Stärke des Effekts feinjustieren lässt. So sind mehrere Abstufungen möglich, ohne das Bild jedes Mal komplett neu bearbeiten zu müssen.
Adobe Express, das Programm für Grafiken wie Flyer, Logos oder Poster, arbeitet ähnlich. Ein Beispiel: Mit einem Prompt wie „Adobe Express, hilf mir, eine Einladung für meine Tanzparty zu erstellen“ startet die Gestaltung. Danach wählen Nutzer:innen eine Vorlage aus Adobes Bibliothek und können ChatGPT bitten, Text, Layout und Bilder weiter anzupassen.
Acrobat in ChatGPT erlaubt es, PDFs zu bearbeiten, Dateien zusammenzuführen, Dokumente zu konvertieren und sensible Informationen zu schwärzen – alles direkt im Chatfenster.
Für umfangreiche oder besonders präzise Bearbeitungen ist weiterhin der Wechsel in die regulären Adobe-Programme nötig, die alle auch im Browser verfügbar sind.
Kosten, Einschränkungen und Plattformen
Die Nutzung der Integrationen ist derzeit kostenlos, allerdings mit spürbaren Einschränkungen. Der Funktionsumfang bleibt deutlich hinter den kostenpflichtigen Vollversionen der Adobe-Apps zurück, die detailliertere Kontrolle bei der Bearbeitung bieten.
Nutzende sollten zudem damit rechnen, dass KI-typische Halluzinationen in den Ergebnissen auftreten können. Wer sehr präzise Anpassungen vornehmen möchte, wird weiterhin eher auf spezialisierte Foto-Apps oder die regulären Adobe-Programme setzen. Für einfache Aufgaben wie das Erhöhen der Farbsättigung kann die Integration jedoch ausreichen.
Besonders alltagstauglich könnten aktuell die Anbindungen von Adobe Express und Acrobat sein, etwa für schnelle Einladungen oder grundlegende PDF-Bearbeitungen direkt im Chat.
Photoshop, Express und Acrobat für ChatGPT stehen ab sofort auf dem Desktop, im Web und auf iOS zur Verfügung. Auf Android ist derzeit nur Express nutzbar, Unterstützung für Photoshop und Acrobat soll folgen.
Via: https://gizmodo.com
Bild Gemini KI
