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Brille statt Bildschirm: Könnten Smart Glasses Alltag werden

Nach dem Smartphone zeichnen sich Computer im Brillenformat als nächste große Geräteklasse ab. Meta, Samsung und Apple positionieren sich bereits für den kommenden Wettbewerb um Euren Alltag.

Samsung bereitet Galaxy-Brille vor, Meta erweitert Ray-Ban-Modell

Samsung will laut einem südkoreanischen Bericht im Juli in London erstmals eigene intelligente Brillen vorstellen. Die sogenannten Galaxy-Brillen sollen demnach beim zweiten Unpacked-Event des Jahres am 22. Juli zusammen mit dem Galaxy Z Fold 8, dem Galaxy Z Flip 8 und der Galaxy Watch 9 präsentiert werden. Offizielle Angaben zu Preis oder konkreten Funktionen liegen bisher nicht vor.

Parallel treibt Meta seine Strategie im Brillenbereich bereits im Markt voran. Das Unternehmen erweitert die Funktionen der gemeinsam mit Ray-Ban angebotenen Display-Brille. Ein zentrales neues Feature ist „virtuelles Schreiben“: Nutzer:innen können in der Luft schreiben, während die Brille diese Bewegungen erfasst und in Text oder digitale Notizen umsetzt. Damit entwickeln sich die Ray-Ban-Modelle von einer Kamera- und Benachrichtigungsbrille hin zu einem vielseitigeren Computer im Brillenformat.

Alltagsszenarien: Was smarte Brillen heute schon leisten

Schon jetzt zeichnen sich typische Nutzungsszenarien für Smart Glasses ab. Viele Modelle zeigen Benachrichtigungen direkt im Sichtfeld an, etwa eingehende Nachrichten oder Anrufe. Kamerafunktionen ermöglichen spontane Fotos oder kurze Videos, ohne dass Ihr das Smartphone aus der Tasche holen müsst. Solche Aufnahmen lassen sich häufig per App direkt in soziale Netzwerke oder Cloud-Dienste übertragen.

Augmented-Reality-Einblendungen spielen ebenfalls eine zunehmende Rolle. AR-Overlays können Navigationshinweise, Übersetzungen oder Kontextinformationen in Echtzeit ins Sichtfeld legen. Metas Ansatz, handschriftliche Eingaben in der Luft zu erkennen, erweitert diese Szenarien um eine neue Interaktionsform, die ohne physische Tastatur auskommt. Damit werden Aufgaben wie schnelle Notizen, Markierungen oder einfache Skizzen möglich, während Ihr Euch bewegt oder beide Hände sonst benötigt.

In Kombination mit Smartphones und Wearables entstehen so vernetzte Alltagswerkzeuge. Samsung setzt traditionell auf ein Ökosystem aus Handy, Uhr und Kopfhörern; die geplanten Galaxy-Brillen würden sich dort als zusätzliche, körpernahe Anzeige- und Eingabeeinheit einfügen. Meta verfolgt mit den Ray-Ban-Brillen dagegen einen stärker sozialen und kameraorientierten Ansatz, den das virtuelle Schreiben um eine produktive Komponente ergänzt.

Apple zwischen Vision Pro, iPhone und Watch: Wer profitiert zuerst?

Apple positioniert sich im Brillensegment mit Vision Pro am oberen Ende des Marktes. Die Brille fungiert als leistungsfähiger Computer, der eng mit iPhone und Apple Watch verzahnt ist. Während sich Vision Pro bislang weniger an den Massenmarkt richtet, zeigt sie deutlich, welche Rolle Apple räumlichen Computern und Display-Brillen langfristig beimisst.

Konkrete Zielgruppen für Smart Glasses zeichnen sich bereits ab. Pendler:innen könnten unterwegs Navigation, Medienkonsum und Benachrichtigungen nutzen, ohne ständig auf das Smartphone zu schauen. Creator profitieren von freihändigen Foto- und Videoaufnahmen sowie schnellen Notizen oder Skripts direkt im Sichtfeld. Remote-Worker könnten Statusinformationen, Termine oder Kollaborationswerkzeuge über AR-Overlays einblenden lassen und so klassisch Bildschirme ergänzen.

Wer einen Kauf in Erwägung zieht, sollte einige Punkte besonders beachten. Datenschutz ist zentral: Kameras im Alltag und kontinuierliche Sensorerfassung werfen Fragen nach Aufzeichnung, Speicherung und Verarbeitung der Daten auf. Das App-Ökosystem entscheidet darüber, ob die Brille über Spielereien hinaus im Alltag nützt. Zudem ist die Kompatibilität mit iOS für viele von Euch entscheidend, wenn Ihr ein iPhone als Hauptgerät nutzt und eine möglichst reibungslose Einbindung in den bestehenden Apple-Alltag erwartet.

Ob sich Smart Glasses ähnlich schnell durchsetzen wie Smartphones, ist offen. Klar ist aber: Mit Samsungs Galaxy-Brillen, Metas Ray-Ban-Modellen und Apples Vision-Pro-Strategie beginnt der nächste Wettlauf um Euren digitalen Alltag – diesmal direkt vor Euren Augen.

Via: www.cnet.com · www.theverge.com

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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