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Be Incorporated wurde Anfang der 1990er Jahre von ehemaligen Apple-Führungskräften gegründet und versuchte, mit innovativem Ansatz die Technologiewelt zu verändern. Die Geschichte von Be Incorporated zeigt, wie eng das Schicksal eines Startups mit Entscheidungen großer Persönlichkeiten wie Steve Jobs verknüpft sein kann.
Im Jahr 1990 gründete Jean-Louis Gassée, ein ehemaliger Apple Manager, zusammen mit Steve Sakoman das Unternehmen Be Incorporated, oft einfach „Be“ genannt. Das Ziel der Gründer war es, ein komplett neues Betriebssystem mit moderner Hardware zu entwickeln. Sie wollten mit BeOS eine leistungsfähige Alternative zu bestehenden Systemen schaffen. Bereits einen Tag nach Gassées Weggang von Apple begann das Team mit der Entwicklung eines Prototyps für einen Desktop-Computer. Das Unternehmen verfolgte eine zweigleisige Strategie: Im Mittelpunkt stand der Aufbau von BeOS, einem Betriebssystem für digitale Medien, sowie die Produktion der BeBox-Computer. BeOS wurde erstmals 1995 vorgestellt und sollte als sogenanntes „Media OS“ den steigenden Anforderungen in Zeiten digitaler Medien gerecht werden. Das Betriebssystem bot Unterstützung für analoge und digitale Audioformate und führte mit späteren Versionen Features wie 32-Bit-Farbgrafik, virtuelle Desktops („Workspaces“) und Browser-Support ein. Zunächst lief BeOS auf PowerPC-basierten Prozessoren und war als Ergänzung zur eigenen BeBox-Hardware gedacht.
Die BeBox erschien 1995 als erstes komplettes Gerät mit BeOS und war das Hauptprodukt des Unternehmens. Sie nutzte zwei PowerPC-Prozessoren und beinhaltete eine eigens entwickelte „GeekPort“-Schnittstelle zur vielseitigen Ein- und Ausgabe. Die erste Generation der BeBox setzte auf zwei mit 66 MHz getaktete CPUs und wurde später mit 133 MHz schneller. Trotz innovativer Technik konnte die BeBox auf dem Markt nicht überzeugen. Genaue Verkaufszahlen sind unbekannt, jedoch sollen etwa 1000 Stück der ersten 66 MHz-Modelle verkauft worden sein. Die späteren und schnelleren Modelle fanden etwa 800 Käufer:innen. Bereits Anfang 1997 beendete Be die Produktion der BeBox. BeOS blieb trotzdem noch einige Jahre erhalten, fand aber nur eine kleine, treue Nutzer:innenschaft. 1999 lief das Betriebssystem schätzungsweise auf bis zu 100.000 Geräten weltweit und galt unter Kenner:innen als ernstzunehmende Alternative zu Windows oder Mac OS.
Interessant ist, dass BeOS und die Hardware-Strategie ausgerechnet in einer Phase entstanden, als Steve Jobs Apple verlassen hatte und an seinem eigenen Projekt, NeXT, arbeitete. Zur gleichen Zeit kämpfte Apple mit Schwierigkeiten bei der Entwicklung des eigenen Betriebssystems Copland und suchte dringend nach Alternativen. 1996 machte Apple ein Übernahmeangebot über 120 Millionen US-Dollar (rund 113 Mio. Euro), das Be jedoch ablehnte. Ein späteres Angebot über 200 Millionen Dollar (rund 189 Mio. Euro) schlug Gassée ebenfalls aus, da er auf eine Kaufsumme von 275 Millionen Dollar (etwa 260 Mio. Euro) hoffte. Nachdem keine Einigung zustande kam, kaufte Apple schließlich NeXT samt NeXTSTEP-Betriebssystem – die Rückkehr von Steve Jobs zu Apple war dadurch besiegelt. BEs Ablehnung der Apple-Angebote wurde zu einem Wendepunkt. In den folgenden Jahren verschlechterte sich die finanzielle Lage bei Be weiter, was 2001 zu Massenentlassungen führte. Im selben Jahr übernahm Palm das Unternehmen für 11 Millionen US-Dollar (circa 10,4 Mio. Euro). Jean-Louis Gassée begleitete die Übernahme, verließ die Firma jedoch Anfang 2002 und beendete seine Zeit bei Be.
Die Geschichte von Be Incorporated zeigt, wie technische Vision, Marktchancen und große Persönlichkeiten wie Steve Jobs einzelne Unternehmen prägen können – manchmal mit entscheidenden Auswirkungen.
Via: https://www.techradar.com
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