Apple und Google rücken Audio stärker ins Zentrum ihrer Strategien. Kopfhörer, Wearables und KI-Abos verschmelzen zu einer dauerhaften Klangschicht, die Euch überall begleitet.
AirPods 5: Offenes Design mit starker Geräuschunterdrückung
Apple hat auf seinem Herbst-Event 2026 die neuen AirPods 5 vorgestellt. Technisch nähern sie sich vielen Funktionen der AirPods Pro an, bleiben aber bei einem offenen In-Ear-Design ohne Silikonaufsätze.
Zur Auswahl stehen zwei Modelle: AirPods 5 und AirPods 5 mit kabellosem Laden. Die Standardvariante kostet 129 US‑Dollar (rund 120 Euro), die Version mit kabelloser Ladefunktion 149 US‑Dollar (rund 140 Euro). Beide Modelle bieten eine um rund 50 Prozent verbesserte aktive Geräuschunterdrückung im Vergleich zu ihren Vorgängern.
Apple spricht von der „branchenbesten“ aktiven Geräuschunterdrückung in einem offenen Design. Möglich machen soll das eine neue akustische Architektur, kombiniert mit aktueller Signalverarbeitung. Dazu kommen Funktionen wie adaptives Audio, das Umgebungsgeräusche dynamisch einmischt, sowie Live-Übersetzung, die gesprochene Sprache in Echtzeit über die Kopfhörer wiedergibt.
Die AirPods 5 sollen sich damit besonders für Pendelwege, laute Büroumgebungen und das Training eignen, ohne Euch komplett von der Umgebung abzuschotten. Die Bedienstäbe erkennen Wischgesten zur Lautstärkeregelung, bleiben aber insgesamt nah an der bisherigen AirPods-Bedienlogik.
Apple Watch: Audio-Intelligenz direkt am Handgelenk
Parallel zur Kopfhörer-Offensive bringt Apple neue Audio-Funktionen auf die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4. Beide Modelle erhalten eine Reihe von Audio-Intelligenz-Werkzeugen, die auf den integrierten Mikrofonen aufbauen.
Die Uhren analysieren Umgebungsgeräusche, um Lärmbelastung zu erkennen, und können Gespräche mitschneiden und aufbereiten – allerdings nur, wenn Ihr diese Funktionen ausdrücklich aktiviert. Auf Basis der Aufnahmen entstehen Notizen oder Zusammenfassungen, die sich später nachlesen lassen.
Ein zentrales Element ist ein Siri-Recap-Feature: Die Apple Watch kann Gespräche oder Meetings im Nachhinein zusammenfassen und als Überblick bereitstellen. Apple betont laut Berichten, dass die Audiofunktionen nicht dauerhaft und nicht ohne Zustimmung lauschen, sondern klar opt-in sind.
Damit verschiebt sich ein Teil der Sprachassistenz vom iPhone auf das Handgelenk. Für Euch könnte das vor allem im Homeoffice oder beim Sport interessant sein, wenn Ihr Besprechungen dokumentieren oder spontane Ideen schnell festhalten wollt.
Googles Gemini-Abos: Sprach-, Bild- und Office-KI im Paket
Auch Google bündelt seine KI-Funktionen zunehmend rund um Sprache. In einem herbstlichen Überblick zu seinen KI-Abonnements stellt das Unternehmen neue Werkzeuge vor, die auf dem Gemini-Modell basieren.
Für Abonnent:innen in den USA steht Gemini Spark bereit, das Aufgaben im Web direkt im Chrome-Browser übernimmt. Der Dienst kann im Hintergrund Online-Aufgaben erledigen und ist klar auf eine enge Verzahnung mit dem Browser ausgelegt. In der Europäischen Wirtschaftszone, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich ist Spark vorerst nicht verfügbar, ohne dass Google Gründe nennt.
Unabhängig davon führt Google drei weitere Funktionen ein, die auch Europa erreichen. Sprachwerkzeuge helfen bei der Steuerung von Diensten per Stimme, ein Bildeditor erstellt und bearbeitet Grafiken, und ein App‑Builder für Tabellenkalkulationen generiert kleinere Anwendungen rund um Daten in Tabellen.
Alle Angebote sind in Abo-Modelle eingebettet, die Nutzer:innen langfristig an Googles KI-Dienste binden. Damit entstehen neue Abhängigkeiten: Wer Meeting-Zusammenfassungen, Sprachsteuerung im Browser oder automatisierte Office-Workflows nutzt, muss sich auf laufende Kosten und dauerhaft aktive Online-Dienste einstellen.
Gemeinsam zeigen AirPods 5, Apple Watch und Googles Gemini-Tools, wohin sich der Markt bewegt: hin zu einer allgegenwärtigen Audio- und KI-Schicht, die Euch beim Pendeln, Arbeiten und Trainieren begleitet – und dabei immer öfter auf ein „immer an“-Mikrofon setzt.
