Die NASA hat beim sogenannten Nassprobetest erfolgreich ihre SLS-Rakete für Artemis II betankt und einen vollständigen Startcountdown simuliert. Damit beginnen nun die Startplatz-Operationen für die bemannte Mondmission.
Beim Test am Kennedy-Weltraumzentrum in Florida haben Ingenieur:innen mehr als 700.000 Gallonen flüssigen Treibstoff in das Space Launch System (SLS) gefüllt. Anschließend rückte ein Abschluss-Team zur Startrampe vor, um das Schließen der Luken des Orion-Raumschiffs unter realistischen Bedingungen zu üben. Zudem führte das Team zwei Durchläufe der sogenannten Terminalphase durch, also die letzte und kritischste Phase des Startcountdowns.
Die Artemis-II-Crew verfolgte Teile des Tests aus dem Startkontrollzentrum der NASA in Kennedy. So konnten die Astronaut:innen einen direkten Eindruck von den Abläufen gewinnen, die sie beim realen Start erwarten. Einen detaillierten Ablauf der Nassprobe stellt die NASA im Artemis-Blog bereit.
Besondere Aufmerksamkeit galt erneut der Betankung mit flüssigem Wasserstoff, die bei früheren Tests Schwierigkeiten bereitet hatte. Während der aktuellen Erprobung blieben die Konzentrationen von Wasserstoffgas durchgehend unter den zulässigen Grenzwerten. Das stärkt das Vertrauen der Ingenieur:innen in neue Dichtungen an einer Schnittstelle, über die der Treibstoff in die Rakete geleitet wird.
Früh im Betankungsablauf kam es im Startkontrollzentrum zu einem Ausfall der Bodenkommunikation. Die Bediener:innen wechselten vorübergehend auf alternative Kommunikationswege, um das sichere Befüllen der Tanks zu gewährleisten. Nachdem die regulären Kanäle wiederhergestellt waren, isolierten Ingenieur:innen die betroffene Ausrüstung, die den Fehler verursacht hatte.
Die NASA will den Nassprobetest in einer Pressekonferenz am Freitag um 11 Uhr Ortszeit (EST) auf dem YouTube-Kanal der Behörde besprechen.
Während die Ingenieur:innen die Testdaten auswerten, bereitet sich die Artemis-II-Crew darauf vor, am späten Freitag, 20. Februar, in Houston in Quarantäne zu gehen. Diese dauert etwa 14 Tage und soll das Risiko von Krankheiten kurz vor dem Start verringern. Obwohl die NASA noch kein offizielles Startdatum genannt hat, erhält sie mit dem Beginn der Quarantäne die Flexibilität, ein Startfenster im März zu nutzen.
In den kommenden Tagen richten Techniker:innen mithilfe von Kränen temporäre Zugangsplattformen am mobilen Startturm ein. Diese Konstruktionen erlauben den Zugang zu den oberen linken und rechten Segmenten der Feststoffbooster des SLS sowie zum Intertank-Bereich der Zentralstufe. Dort wird das Flugabbruchsystem gewartet und erneut getestet, um die Sicherheitsanforderungen des Eastern Range zu erfüllen.
Die Plattformen basieren auf Erfahrungen aus Artemis I und ermöglichen der NASA, das Sicherheitssystem direkt an der Startrampe durchgängig zu testen. Ein Rücktransport der Rakete in das Montagegebäude für die Raumfahrzeuge am Kennedy-Weltraumzentrum ist dafür nicht mehr nötig. Das Abschluss-Team wird zudem die Abschlussprozeduren ein weiteres Mal üben und so seine Routine weiter ausbauen.
Im Rahmen einer neuen Phase von Innovation und Erkundung soll das Artemis-Programm den Weg für weitere bemannte US-Missionen auf der Mondoberfläche ebnen. Diese dienen auch der Vorbereitung darauf, erstmals Menschen zum Mars zu schicken.
Via: https://www.nasa.gov
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