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Arbeitsspeicher-Knappheit bringt DDR4 zurück

Weil die Preise für Arbeitsspeicher stark steigen, bringen Intel und AMD ältere Plattformen zurück. Neue Prozessoren sollen DDR4 unterstützen und damit Aufrüstungen erschwinglicher machen.

Intel belebt den Sockel LGA 1700 wieder

Gigabyte kündigte am Freitag an, dass zwei seiner Mainboard-Reihen kommende Prozessoren mit Intels Sockel LGA 1700 unterstützen werden. Die neuen Chips sollen Anfang 2027 erscheinen.

Intel führte den Sockel 2021 mit den Prozessoren der zwölften Generation, Codename Alder Lake, ein. Er unterstützte sowohl DDR4- als auch DDR5-Arbeitsspeicher. 2024 wechselte Intel bei der Nachfolgeplattform zu einer ausschließlich mit DDR5 kompatiblen Lösung. Laut Gigabyte kehrt die Unterstützung beider Speicherstandards mit den neuen LGA-1700-Prozessoren zurück. Intel äußerte sich auf eine Anfrage zunächst nicht.

Die Rückkehr dürfte mit der besonderen Flexibilität des Sockels zusammenhängen: LGA 1700 funktioniert mit beiden RAM-Generationen. Intel könnte Nutzer:innen damit die Möglichkeit geben, einen neuen Prozessor zu kaufen, ohne zugleich auf den derzeit teuren DDR5-Speicher umsteigen zu müssen.

Auch AMD setzt wieder auf eine ältere Plattform

AMD geht einen ähnlichen Weg. Gigabyte kündigte im August neue Mainboards für die ältere AM4-Plattform an, die DDR4 unterstützt. Sie sollen zur Neuauflage des Ryzen 7 5800X3D anlässlich seines zehnten Jubiläums erscheinen.

DDR4 kam 2014 auf den Markt und wurde inzwischen vom deutlich schnelleren DDR5 abgelöst. Normalerweise wäre neue Hardware, die auf eine mehr als zehn Jahre alte Speichertechnik setzt, wohl keine naheliegende Investition. Die aktuelle Knappheit verändert jedoch die Rechnung: DDR4 scheint von den Preisanstiegen bislang deutlich weniger betroffen zu sein als DDR5.

DDR5 kostet derzeit deutlich mehr

Ein Preisvergleich aus dem Artikel zeigt den Unterschied: Ein DDR5-Arbeitsspeicherkit Corsair Vengeance mit 32 Gigabyte kostet derzeit 620 US-Dollar (rund 535 Euro). Das vergleichbare DDR4-Kit liegt bei 260 US-Dollar (rund 224 Euro). DDR4 ist damit zwar ebenfalls teurer als noch Mitte 2025, DDR5 kostet im Vergleich aber mehr als doppelt so viel.

DDR5 bietet wichtige Vorteile, darunter höhere Geschwindigkeiten und eine bessere Energieeffizienz. Angesichts des aktuellen Preisunterschieds könnten diese Eigenschaften den Aufpreis für manche Käufer:innen jedoch nicht rechtfertigen.

Wie lange die Preise hoch bleiben, ist unklar. Es könnte Jahre dauern, bis sie wieder sinken. Die Rückkehr älterer Sockel und Chipsätze deutet darauf hin, dass Hersteller und Nutzer:innen sich auf diese Situation einstellen. Wer noch DDR4-Speicher besitzt, sollte ihn daher vorerst nicht vorschnell aussortieren.

Via: https://www.theverge.com

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Michael Reimann

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