Kategorien: News

Apples neuer Chef John Ternus steht vor zentraler KI-Baustelle

Apple bleibt bei iPhones und anderen Geräten extrem erfolgreich, wirkt bei Künstlicher Intelligenz aber zurückhaltend. Der künftige CEO John Ternus muss diese strategische Lücke schließen.

Wechsel an der Spitze und Rückstand bei KI

Tim Cook gibt seinen Posten als Apple-Chef nach 15 Jahren am 1. September ab. Nach Steve Jobs ist er erst der zweite CEO des Konzerns gewesen. Nun übernimmt John Ternus, bislang langjähriger Hardware-Verantwortlicher bei Apple. Die Börse erwartet von ihm vor allem Klarheit, wie Apple beim derzeit wichtigsten Technologiethema Künstliche Intelligenz aufholen will.

Apple hat sich in der KI-Welle bislang zurückgehalten. Während Konzerne wie Microsoft, Google, Amazon und Meta zusammen Hunderte Milliarden US‑Dollar (umgerechnet Hunderte Milliarden Euro) jährlich in neue Rechenzentren und teure KI-Chips stecken, vermeidet Apple hohe Investitionen in diese Infrastruktur. Auch ein eigenes grundlegendes KI-Sprachmodell hat Apple bisher nicht vorgestellt. Stattdessen stützt sich das Unternehmen bei wichtigen KI-Funktionen auf Googles Gemini, etwa für ein größeres Siri-Update, das nach einer Verzögerung noch in diesem Jahr erwartet wird.

Apple Intelligence und der Fokus auf Hardware

2024 stellte Apple „Apple Intelligence“ vor, ein Paket aus Funktionen wie Bildgenerator, Textumschreibung, Zusammenfassung von Mitteilungen und einer Anbindung an OpenAIs ChatGPT. Die Reaktionen der Nutzer:innen fielen gemischt aus. Gleichzeitig verkauft Apple weiterhin sehr viele iPhones. Auf diesen Geräten nutzen viele Menschen KI-Angebote anderer Anbieter.

In den kostenlosen iOS-Apps liegen derzeit ChatGPT und Claude von Anthropic vorn, gefolgt von Gemini und Meta AI. Apple setzt darauf, dass in einigen Jahren anspruchsvolle KI-Aufgaben direkt auf den Chips im Smartphone laufen. Das Unternehmen verbaut seit 2017 entsprechende Prozessoren in seinen Geräten. Der Management-Professor Timothy Hubbard von der Universität Notre Dame interpretiert die Wahl des Hardware-Chefs Ternus an die Spitze als mögliches Signal: Apple könnte weiter auf eng integrierte Geräte als Zentrum der KI-Nutzung setzen, nicht nur auf Software.

Finanziell profitiert Apple aktuell stark vom iPhone. Im jüngsten Quartal stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 85,3 Milliarden US‑Dollar (rund 80 Milliarden Euro). Apple führte das vor allem auf die starke Nachfrage nach den im September erschienenen iPhone‑17‑Modellen zurück. Für den anstehenden Geschäftsbericht zum zweiten Quartal bleibt Cook noch CEO, doch viele Anleger:innen werden ihre Fragen bereits an Ternus richten.

Der Markt bewegt sich in Richtung KI-fähiger Hardware wie Wearables, Robotik oder räumliche Computertechnik. Bloomberg berichtete im Januar, Apple beschleunige mehrere KI-Wearables rund um Siri: smarte Brillen, ein tragbares Pendant und AirPods mit Kameras. Zudem arbeitet Apple an einem faltbaren iPhone, das Branchenbeobachter Ben Bajarin von Creative Strategies als besonders wichtigen Hardwaremoment einordnet. Er erwartet, dass auf das iPhone langfristig eine neue Form von KI-Hardware folgen wird.

KI in Diensten, Datenschutz und Apples Identität

Ternus, 50, soll KI auch im Dienstegeschäft voranbringen. Apple verdient dort mit Abos für AppleCare, iCloud, Apple TV+ und über Apple Pay. Wenn Nutzer:innen für ChatGPT, Claude oder andere generative KI-Dienste bezahlen, erhält Apple eine Beteiligung. Der Forrester-Analyst Dipanjan Chatterjee rechnet mit unruhigen Zeiten, weil sich durch generative KI die Art, wie Menschen mit Technik umgehen, stark verändert.

Der neue CEO muss zudem klären, wie Apple künftig mit dem Spannungsfeld zwischen Datenschutz und starker KI-Personalisierung umgeht. Bisher positionierte sich Cook mit einem klaren Fokus auf Privatsphäre und grenzt sich so von Anbietern wie Meta und Google ab, die personalisierte Werbung ermöglichen. Gene Munster von Deepwater Asset Management sieht Chancen für Apple, Investor:innen eine überzeugende Geschichte rund um „personalisierte KI“ zu erzählen und setzt deshalb verstärkt auf die Aktie.

In der offiziellen Mitteilung zum Führungswechsel erwähnte Apple KI allerdings nicht. Stattdessen hob der Konzern Ternus’ 25-jährige Unternehmenszugehörigkeit und seine Rolle bei Produkten wie iPad, AirPods, iPhone, Mac und Apple Watch hervor. Für Beobachter:innen ist dennoch klar: Wenn in gut vier Monaten die Ternus-Ära beginnt, muss KI im Zentrum stehen. Professor Hubbard erwartet, dass Apple an seine Ursprünge anknüpfen muss, als schnelle Innovation ein Kern der Unternehmensstärke war.

Via: https://www.cnbc.com

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Michael Reimann

Neueste Artikel

WhatsApp schlägt auf Android und iOS aktuelle Medien vor

WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…

4. November 2026

Apple Fitness+ erweitert das Angebot um personalisierte Krafttrainingspläne fürs Fitnessstudio

Mit Gym Strength bringt Apple Fitness+ ein neues Krafttrainingserlebnis ins Fitnessstudio. Die Funktion ist derzeit als Beta verfügbar und erstellt…

4. November 2026

iOS 27.3 bringt das überarbeitete StandBy des iPhone Duo auf weitere iPhones

Mit der ersten Beta von iOS 27.3 erweitert Apple die überarbeitete StandBy-Ansicht des iPhone Duo auf weitere Modelle. Das Update…

4. November 2026

Apple Music ermöglicht mit Selfie Sing Karaoke-Videos

Mit iOS 27.3 ergänzt Apple Music die Karaoke-Funktion um Selfie Sing. Damit könnt Ihr Euch beim Singen filmen, den Liedtext…

4. November 2026

macOS 27.3 zeigt Markdown-Dateien in Quick Look formatiert an

Mit der ersten Beta von macOS 27.3 lassen sich Markdown-Dateien direkt in Quick Look formatiert ansehen. Die Vorschau zeigt damit…

4. November 2026

iPhone-Jailbreak umgeht den Sperrmodus und übersteht ein Update

Das Hackerteam Calif hat ein iPhone 18 Pro im Sperrmodus jailbreakt. In einem Video zeigt die Gruppe außerdem, dass der…

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen