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Apple wehrt sich erneut gegen britische iCloud-Hintertüren

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Apple geht erneut juristisch gegen eine Forderung der britischen Regierung nach Zugriff auf verschlüsselte iCloud-Backups vor. Im Zentrum steht der Umgang mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und hinterlegten Zugangsmöglichkeiten.

Neuer Rechtsstreit vor dem Investigatory Powers Tribunal

Apple hat im Juli 2026 beim britischen Investigatory Powers Tribunal (IPT) eine neue Beschwerde eingereicht. Dieses unabhängige Gericht befasst sich mit Fällen rund um staatliche Überwachung. Laut Financial Times richtet sich die Beschwerde gegen eine sogenannte „Mitteilung über technische Fähigkeiten“, die auf Grundlage des Gesetzes über Überwachungsbefugnisse erlassen wurde. Diese geheime Anordnung soll Apple verpflichten, britischen Sicherheitsbehörden Zugang zu verschlüsselten iCloud-Backups zu verschaffen, die durch Erweiterte Datensicherheit geschützt sind.

Im Unterschied zu einer früheren, weltweiten Anordnung soll die aktuelle Maßnahme nicht für amerikanische Konten gelten. Die britische Regierung versucht damit offenbar, Bedenken aus Washington zu berücksichtigen. Apple hält dennoch daran fest, dass jede Hintertür die Sicherheit aller Nutzer:innen schwächt und betont, nie eine Hintertür oder Generalschlüssel in seine Produkte eingebaut zu haben und dies auch nicht zu tun.

Weder Apple noch das Innenministerium dürfen sich rechtlich zu diesen Mitteilungen äußern. Dennoch hat das Gericht die Menschenrechtsorganisation Privacy International über die neue Beschwerde informiert. Privacy International und die Organisation Liberty führen bereits ein paralleles Verfahren gegen solche Anordnungen. Für den kommenden Monat ist eine Verfahrenskonferenz angesetzt, in der geklärt werden soll, wie beide Beschwerden weiter behandelt werden.

Hintergrund: Streit um Erweiterte Datensicherheit in iCloud

Der Konflikt reicht bis Anfang 2025 zurück. Damals hatte die britische Regierung Apple heimlich angewiesen, Zugriff auf Daten zu ermöglichen, die durch die Erweiterte Datensicherheit von iCloud geschützt sind. Diese Funktion nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass weder Apple noch andere Dritte die Inhalte einsehen können. Da Apple die Schlüssel nicht besitzt, hätte eine Umsetzung der Anordnung eine Schwächung oder grundlegende Neugestaltung des Dienstes erfordert.

Apple reagierte darauf, indem das Unternehmen die Erweiterte Datensicherheit im Vereinigten Königreich deaktivierte und die Anordnung vor dem Investigatory Powers Tribunal anfocht. Nach starkem Druck aus den USA zog Großbritannien die ursprüngliche weltweite Forderung zurück. Später wurde bekannt, dass im Oktober 2025 eine neue, nur auf britische Nutzer:innen beschränkte Anordnung erlassen wurde. Diese überarbeitete Anordnung ist nun Gegenstand der aktuellen Beschwerde, deren Details nicht öffentlich sind. Ein Zeitplan für eine Entscheidung liegt bisher nicht vor.

Grundsätzlicher Konflikt um Verschlüsselung und Hintertüren

Im Jahr 2024 hatte das Vereinigte Königreich seine Gesetze so geändert, dass Behörden Apple nicht nur offen, sondern auch verdeckt zur Unterstützung bei der Überwachung von iPhone-Nutzer:innen weltweit verpflichten können. Nach Interventionen aus den USA nahm die Regierung erste Forderungen zurück, griff das Thema jedoch mit der Anordnung von Oktober 2025 erneut auf. Dabei nutzt sie erneut die Mitteilung über technische Fähigkeiten, die eine Hintertür verlangen soll, die formell keine amerikanischen Konten betrifft.

Apple argumentiert in der aktuellen wie in der früheren Auseinandersetzung, dass jede Hintertür in iOS oder iCloud von Angreifer:innen missbraucht werden könnte. Selbst wenn die Maßnahme offiziell nur nicht-amerikanische Nutzer:innen betreffen soll, könnten darüber geteilte Daten auch Informationen aus den USA offenlegen. Die britische Regierung hat dem bisher ihre Einschätzung entgegengesetzt, wonach solche Hintertüren Sicherheit und Privatsphäre nicht gefährden. Eine nähere Begründung dafür ist bislang nicht öffentlich geworden.

Apple ist nicht das einzige Unternehmen, das sich gegen die Mitteilungen über technische Fähigkeiten wendet. Neben Privacy International gibt es weitere Kritik an den erweiterten Überwachungsbefugnissen. Für Nutzer:innen im Vereinigten Königreich hat der Streit bereits konkrete Folgen: Apple hat die Erweiterte Datensicherheit dort deaktiviert, um keine Hintertür einbauen zu müssen, wodurch der Schutz von iCloud-Daten im Vergleich zu anderen Ländern geringer ausfällt.

Via: techcrunch.com · www.iClarified.com · appleinsider.com
Titelbild: KI (zur Illustration)

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Tags: Erweiterte Datensicherheit, Mitteilung über technische Fähigkeiten, Apple, Verschlüsselung, iCloud, Datenschutz, Überwachung, Vereinigtes Königreich, Investigatory Powers Tribunal

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