Apple prüft laut einem Bericht aus Südkorea eine neue OLED-Bildschirmtechnik für die Apple Watch. Ziel ist es, künftige Modelle energieeffizienter zu machen.
Neue OLED-Backplane als möglicher LTPO-Nachfolger
Wie das koreanische Fachmedium The Elec berichtet, arbeitet LG Display an einer sogenannten Hochbeweglichkeits-Oxid-Transistor-Technologie für seine OLED-Produktionslinien der sechsten Generation im Klein- und Mittelgrößenbereich. Diese „High-Mobility-Oxide“-Technik, kurz HMO, soll von Apple als möglicher Nachfolger für die derzeit genutzte Niedrigtemperatur-Polykristall-Oxid-Technik LTPO in Betracht gezogen werden. LTPO bildet aktuell die Basis für Funktionen wie Daueranzeige und variable Bildwiederholraten bei iPhone und Apple Watch.
HMO soll klassische Oxid-TFT-Displays verbessern, indem die Beweglichkeit der Elektronen gesteigert wird, also wie leicht sich Elektronen im Transistormaterial bei angelegtem elektrischen Feld bewegen. Diese Beweglichkeit ist entscheidend dafür, OLED-Panels effizient anzusteuern und gleichzeitig den Stromverbrauch niedrig zu halten. Laut The Elec erreichen derzeit in Serie gefertigte Oxid-TFTs in der Regel eine Beweglichkeit von weniger als 10 cm²/Vs, während die Branche für kommende OLED-Generationen Werte zwischen 30 und 50 cm²/Vs anstrebt.
LG Display setzt dem Bericht zufolge auf ein Sputter-Verfahren, also ein Abscheidungsverfahren, das die Integration der neuen Technik in bestehende Fertigungslinien erleichtern könnte.
Samsung verfolgt anderen Weg mit Atomlagen-Abscheidung
Apples weiterer OLED-Zulieferer Samsung Display soll hingegen einen anderen Ansatz wählen. Dort kommt demnach Atomlagen-Abscheidung (Atomic Layer Deposition, ALD) zum Einsatz, bei der extrem dünne Schichten schrittweise im Abstand einzelner Atomlagen aufgebracht werden. Dieses ALD-Verfahren gilt als langsamer, legt aber nahe, dass Samsung eine besonders präzise kontrollierte Oxid-Transistorschicht anstrebt, die sich von der HMO-Lösung unterscheidet.
Welche Technik sich letztlich durchsetzt, ist noch offen. Beide Ansätze zielen jedoch darauf ab, die Effizienz und Steuerbarkeit von OLED-Panels zu verbessern.
Apple Watch als Testfeld für HMO-Technologie
The Elec erwartet, dass die erste Apple-Hardware mit LGs HMO-Technik voraussichtlich eine Apple Watch des kommenden Jahres sein könnte. Apple nutzt die Apple Watch traditionell, um neue Display-Backplane-Technologien zunächst in kleineren Stückzahlen zu erproben, bevor sie auf volumenstärkere Produkte wie das iPhone übertragen werden. Entsprechend könnte HMO mittelfristig auch in anderen Apple-Geräten ankommen.
Bevor es so weit ist, muss LG Display die HMO-Technologie jedoch noch für die Massenproduktion validieren. Dazu gehört die Überprüfung von Beweglichkeit, Gleichmäßigkeit, Zuverlässigkeit, Prozesstemperatur und Ausbeute. Eine tatsächliche Markteinführung ist daher noch nicht sicher.
Gerüchte zur diesjährigen Apple-Watch-Generation deuten bislang nicht auf größere Designänderungen hin. Ein umfassendes Redesign wird derzeit frühestens für 2028 erwartet. Diese Berichte schließen aber nicht aus, dass Apple bereits 2027 auf die neue, potenziell stromsparendere OLED-Technik umsteigen könnte.
Via: https://www.macrumors.com
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