Apple erwartet für das September-Quartal 2026 ein langsameres Wachstum, weil die vorhandenen Bestände die sehr hohe Nachfrage nach iPhone, iPad und Mac nicht vollständig decken können. Das Unternehmen sieht die Ursache klar auf der Nachfrageseite, nicht in Problemen der Lieferkette.
Rekordquartal im Juni, Sorgen fürs September-Quartal
Apple hat im Juni-Quartal einen Rekordumsatz von 109 Milliarden US‑Dollar (rund 100 Milliarden Euro) erzielt. Trotzdem blicken Analyst:innen bereits mit Sorge auf das kommende September-Quartal. Es geht dabei nicht um einen Einbruch der Nachfrage oder technische Engpässe wie fehlenden Arbeitsspeicher, die die Umsätze belasten könnten. Stattdessen erklärte Apple-Chef Tim Cook, dass die Nachfrage so außergewöhnlich hoch sei, dass die Lieferkette nicht Schritt halten könne.
Während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen betonte Cook mehrfach, dass es sich nicht um ein Problem mit Partnern oder Zulieferern handle. Die Lieferkette sei grundsätzlich in der Lage, Bestellungen im üblichen Umfang zu bedienen. Das Problem sei die „unglaublich starke Nachfrage“. Laut Cook sind die bestehenden Produktionskapazitäten zwar ausgelastet, aber nicht ohne Weiteres kurzfristig erweiterbar, um das deutlich gestiegene Bedürfnis nach Apple-Hardware zu erfüllen.
In der Praxis bedeutet das: Der Umsatz im September-Quartal wird niedriger ausfallen, als er bei ausreichender Verfügbarkeit theoretisch möglich gewesen wäre. Kund:innen finden also unter Umständen nicht das gewünschte Gerät oder müssen auf spätere Lieferungen ausweichen. Ob die Lagerbestände im Dezember-Quartal aufholen können oder ob sich die Engpässe bis 2027 hinziehen, ist derzeit noch offen.
September bleibt besonderes Quartal für iPhone-Verkäufe
Apple rechnet dennoch mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich im September-Quartal. Das ist bemerkenswert, weil diese Periode für Apple traditionell schwierig ist. Viele von Euch wissen, dass im Herbst ein neues iPhone erscheint, und verschieben Käufe bewusst. Gleichzeitig sorgen einige Wochen Verkaufszeit für das neue iPhone im September typischerweise für einen spürbaren Schub.
Aus den Aussagen von Tim Cook lässt sich ablesen, dass sich die starke Nachfrage vor allem auf die iPhone‑17‑Modellreihe bezieht, weniger auf die noch kommende iPhone‑18‑Generation. Parallel dazu betrifft die Diskussion auch iPads und Macs. Diese Produktlinien werden erst später im Herbst aktualisiert, sodass die Nachfrage nach den aktuellen Modellen das gesamte Quartal hinweg trägt.
Apple geht davon aus, dass die verfügbaren Bestände weiterhin ein begrenzender Faktor bleiben. Zusätzlich könnten erwartete Preiserhöhungen beim iPhone zu weiteren Herausforderungen führen. Wie stark sich das tatsächlich auswirkt, wird sich erst zeigen, wenn Apple im Oktober eine Prognose abgibt oder im Dezember die Umsatzzahlen veröffentlicht.
Apple-Intelligenz und Siri-KI als Nachfrage-Treiber
Auf der anderen Seite gibt es mit der neuen Apple-Intelligenz und der überarbeiteten Siri-KI auch klare Wachstumstreiber. Aktuelle Beta-Tests deuten laut Apple darauf hin, dass es sich um ausgereifte Funktionen handelt, die trotz möglicher Preissteigerungen zusätzliche Nachfrage erzeugen könnten. Damit haben steigende Preise und mögliche Engpässe auf der Angebotsseite einen Gegenspieler: neue Funktionen, die viele von Euch offenbar überzeugen.
