Apple startet in eine neue Phase. John Ternus ist frisch als Vorstandschef im Amt und kündigt intern ein „phänomenales“ Produktlaunch-Event für kommende Woche an. Gleichzeitig bereitet Ex-Finanzchef Luca Maestri seinen endgültigen Abschied vor, während Apple juristisch gegen OpenAI vorgeht.
Erstes Memo von Ternus und das nächste Apple-Event
John Ternus hat am Dienstag, 1. September, sein erstes unternehmensweites Memo als Apple-Vorstandschef verschickt. Darin bedankt er sich bei den Mitarbeiter:innen für die Unterstützung und würdigt seinen Vorgänger Tim Cook für dessen Begleitung während der Übergabe. Ternus nutzt das Schreiben aber nicht nur für Dankesworte, sondern vor allem als Ausblick: Er spricht von einem „riesigen Launch in der nächsten Woche“, der „phänomenal“ werde.
Parallel dazu heizt Apples Marketing die Erwartungen an. Marketingchef Greg Joswiak kündigt in einem Beitrag in sozialen Netzwerken an, Apple habe „mehr zu sagen“ am Mittwoch, dem 9. September. An diesem Tag findet das nächste Spezialevent des Unternehmens statt, das als Livestream aus dem Steve Jobs Theater in Cupertino übertragen wird. In den US-Berichten ist die Rede von einem „großen Launch“; konkrete Produkte werden jedoch nicht genannt.
Für Euch als Käufer:innen und Entwickler:innen bleibt damit offen, welche Geräte oder Dienste Apple in den Mittelpunkt stellt. Die aktuelle Kommunikation legt nahe, dass Ternus das Event als wichtigen Marker seines Amtsstarts sieht und die Produktstrategie eng mit seiner neuen Rolle verknüpft.
Abschied auf Raten: Luca Maestri zieht sich zurück
Während Ternus an Profil gewinnt, verschiebt sich die Machtbalance im Hintergrund. Der langjährige Finanzchef Luca Maestri fährt seinen Einsatz bei Apple weiter herunter. Maestri war im Januar 2025 als Finanzvorstand zurückgetreten, blieb dem Unternehmen aber erhalten und übernahm die Leitung der internen Corporate-Services-Teams.
Laut einem Bericht ist Maestri in den vergangenen Wochen auch aus dieser Funktion ausgestiegen. Er ist zwar noch bei Apple angestellt, hat aber keine operativen Aufgaben mehr. Seine Rolle beschränkt sich derzeit auf Repräsentationspflichten, etwa als Gastgeber bei bestimmten Veranstaltungen.
Damit verliert Apple schrittweise einen der zentralen Architekten seiner Finanz- und Margenstrategie der vergangenen Jahre. Für Ternus bedeutet das mehr Gestaltungsspielraum, aber auch mehr Verantwortung, wenn es darum geht, Hardware-Geschäft, Dienste und Bundles künftig auszubalancieren.
Rechtsstreit mit OpenAI und Signalwirkung für Dienste
Zusätzlich zur internen Neuordnung beschäftigt Apple ein Konflikt mit OpenAI. Das Unternehmen wirft dem KI-Anbieter vor, Beweise vernichtet zu haben. Details zu den betroffenen Daten oder Produkten gehen aus den Berichten nicht hervor, klar ist aber. Der Streit findet vor Gericht statt und läuft parallel zu Ternus’ Startphase als Vorstandschef.
Für Euch als Nutzer:innen von Apple-Diensten und Entwickler:innen im Apple-Ökosystem ist das vor allem ein Signal. Apple positioniert sich im Umgang mit KI-Partnern und Datenfragen sichtbar härter. Zusammen mit den Preisanpassungen bei Streaming-Bundles – etwa bei Paketen mit Apple TV und Peacock, die zuletzt teurer geworden sind – zeichnet sich ab, dass der Bereich Dienste für Apple strategisch wichtig bleibt, aber stärker reguliert und verteidigt wird.
In den nächsten Wochen dürftet Ihr daher vor allem mit drei Themen rechnen. Neuen Geräten wie iPhones oder Macs, möglichen Anpassungen bei Dienste-Bundles und klareren Linien in Apples KI-Partnerschaften. Ob Ihr mit einem Hardware-Kauf oder Abo-Upgrade wartet, bis das Event gelaufen ist, hängt davon ab, wie wichtig Euch mögliche Generationssprünge bei Geräten und Paketpreisen sind – das „phänomenale“ Versprechen von Ternus deutet zumindest darauf hin, dass Apple diese Bühne aktiv für ein sichtbares Zeichen der Neuaufstellung nutzen will.
Via: www.iClarified.com · www.theverge.com · www.macrumors.com · techcrunch.com · www.theverge.com
