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Apple unter John Ternus: Schnellere Produktstarts und schlankere Strukturen

Apple plant unter CEO John Ternus einen grundlegenden Umbau. Entwicklungsabläufe, Produktstarts und Managementstrukturen sollen beschleunigt und verschlankt werden.

Weg vom festen Produktkalender

Seit dem 1. September steht John Ternus an der Spitze von Apple, nachdem er zuvor jahrelang die Hardware-Entwicklung verantwortet hat. Nun arbeitet er daran, den bislang stark strukturierten Produktkalender zu verändern und mehr Produkte in kürzeren Abständen über das gesamte Jahr hinweg zu veröffentlichen. Bisher konzentrieren sich zentrale Ankündigungen auf den Herbst mit neuen iPhones und Apple Watch sowie auf Frühjahrs- und Oktober-Termine für Macs, iPads und andere Geräte.

Ternus möchte diese vorhersehbare Taktung aufbrechen. Statt weniger großer Präsentationen soll es häufiger neue Produkte geben, die kontinuierlich erscheinen. Laut Mitarbeiter:innen dürfte es jedoch Jahre dauern, bis sich die fest eingespielten Entwicklungsabläufe entsprechend verändert haben. Intern werden Teams gedrängt, schneller zu arbeiten, mehr zu experimentieren und Produkte auf kürzeren Zeitachsen zu liefern. Aus dem Umfeld heißt es, die Lage sei derzeit hektisch.

Schlankeres Management und Stellenabbau

Parallel zur Anpassung des Produktkalenders treibt Ternus strukturelle Änderungen in der Organisation voran. Apple prüft, mittlere Managementebenen abzubauen, um die Zahl der Hierarchiestufen zwischen Entwickler:innen und der Konzernspitze zu verringern. Entscheidungen sollen so schneller fallen, und die Ingenieursteams sollen direkter mit der Führungsebene zusammenarbeiten können.

Konkrete Einschnitte sind bereits sichtbar: In den vergangenen zwei Wochen wurden in der Hardware-Entwicklung mehrere Programmmanager:innen entlassen, die Zeitpläne überwachen und Arbeit zwischen Teams koordinieren. Unter den Betroffenen sollen sich rund ein halbes Dutzend Direktor:innen befinden. Sie haben nun einige Wochen Zeit, andere Aufgaben im Unternehmen zu finden, ansonsten drohen ihnen Kündigungen später im Jahr. Kleinere Entlassungswellen gab es zudem bei den Teams für Siri, Vision Pro und KI-Software sowie in einigen Positionen bei Fitness+.

Apple streicht außerdem weniger zentrale Projekte bereits in frühen Entwicklungsphasen oder fährt sie zurück. Ein deutlich größerer Abbauplan wurde dagegen vorerst gestoppt: Das Unternehmen hatte im Sommer erwogen, rund 5.000 Arbeitsplätze im AppleCare-Kundendienst zu streichen und Teile der Aufgaben an KI-gestützte Telefon- und Web-Agenten zu übergeben. Diese Pläne werden aktuell nicht weiterverfolgt, dennoch rechnen manche Beschäftigte mit zusätzlichen Entlassungen, da Budgeterhöhungen für 2027 in einigen Bereichen gekürzt, Personalpläne eingefroren und Marketingausgaben reduziert wurden.

Neue Gerätekategorien und Fokus auf Einnahmen

Ternus nutzt seine Erfahrung aus der Hardware- und Designorganisation, um Apple stärker auf Technik und Entwicklung auszurichten. Für 2027 ist eine Pipeline mit neuen Gerätekategorien geplant, darunter AirPods mit Kameras, Apples erste Datenbrille und ein überarbeitetes iPhone anlässlich des 20-jährigen Jubiläums. Zudem arbeitet Apple weiter an künftigen Vision-Produkten und denkt verschiedene Ansätze für eine komplett überarbeitete Vision-Pro-Version durch, darunter deutlich leichtere Bauformen. Das Projekt könnte aber zugunsten der Datenbrille noch gestrichen werden.

Gemeinsam mit Dienstechef Eddy Cue und Finanzchef Kevan Parekh sucht Ternus nach neuen Services sowie zusätzlichen Erlösquellen rund um bestehende Produkte. Die Diensteumsätze waren im Juni im Vergleich zum Vorquartal erstmals seit 2022 rückläufig, lagen aber höher als im Vorjahr und markierten einen Rekord für ein Juni-Quartal. Apple kommentiert die Pläne bislang nicht öffentlich, und es ist unklar, welche konkreten Auswirkungen die Veränderungen für Kund:innen haben werden. Klar ist nur, dass Ternus weniger als einen Monat nach Amtsantritt nicht vorhat, den bisherigen Kurs unverändert fortzuführen.

Via: www.iClarified.com · www.theapplepost.com · appleinsider.com

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Michael Reimann

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