Immer mehr Länder nehmen dominante Technologiekonzerne genauer unter die Lupe. Auch im Vereinigten Königreich richten Regulierungsbehörden den Fokus verstärkt auf Apple und Google. Die bisherigen Marktstrukturen für mobile Betriebssysteme, App Stores und browserbasierte Dienste stehen vor grundlegenden Veränderungen. Neue Vorgaben könnten die Handlungsfreiheit der Unternehmen langfristig einschränken.
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA plant weitreichende Eingriffe in das App-Ökosystem. Unter Berufung auf neue digitalwirtschaftliche Wettbewerbsregeln könnten Apple und Google als Betreiber:innen von Plattformen mit strategischem Marktstatus eingestuft werden. Damit erhielte die CMA weitreichende Vollmachten, um verbindliche Vorschriften insbesondere für das operative App-Management zu erlassen.
Zu den unmittelbaren Zielen zählt, Entwickler:innen die Möglichkeiten zu eröffnen, Nutzer:innen außerhalb des App Stores direkt zu Zahlungen zu leiten. Das könnte das bisherige Provisionsmodell von Apple herausfordern. Die CMA fordert außerdem transparentere Bewertungsverfahren bei Apps und den Schutz von Nutzerdaten vor konkurrenzverzerrender Verwendung durch die Betreiber:innen selbst.
Ein zentraler Fokus der Regulierungsstrategie liegt auf der Öffnung von iOS für alternative Browser-Engines. Derzeit ist auf Apple-Geräten WebKit vorgeschrieben. Die Freigabe anderer Browsertechnologien könnte Innovation und Vielfalt im Browsermarkt stärken. Außerdem sollen digitale Bezahlsysteme sowie die Vernetzung mit Wearables und Connected Devices offener gestaltet werden.
Die Behörde argumentiert mit der erheblichen volkswirtschaftlichen Bedeutung des App-Ökosystems im Vereinigten Königreich. Nahezu alle Mobilgeräte in Großbritannien laufen auf Plattformen der beiden Technologiekonzerne. Die geplanten Maßnahmen könnten niedrigere Preise, höhere Innovationsraten und bessere Auswahlmöglichkeiten für Entwickler:innen und Endnutzer:innen fördern.
Apple äußert deutliche Bedenken. Das Unternehmen befürchtet unter anderem eine Aushöhlung bestehender Sicherheits- und Datenschutzstandards. Auch die Wahrung von Innovation und geistigem Eigentum sieht Apple gefährdet. Die Vorschläge der CMA orientieren sich an ähnlich gelagerten Regulierungsvorhaben in der EU und den USA. Dort wurden bereits erste Verpflichtungen durchgesetzt, die alternative Zahlungsmethoden oder Wettbewerb bei browserbasierten Diensten erlauben.
Die CMA plant eine schrittweise Einführung der geplanten Eingriffe, beginnend mit Reformen im App Store im laufenden Jahr. Technisch komplexere Maßnahmen wie die Unterstützung alternativer Browser oder weiterreichende Interoperabilitätsvorgaben könnten ab 2026 folgen. Die Behörden stehen im Austausch mit allen betroffenen Akteur:innen, um regulatorische Machbarkeit und Marktauswirkungen zu prüfen.
Via: https://www.macrumors.com
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