Die Apple TV-Hardware nähert sich ihrem 20. Geburtstag – und zugleich verdichten sich Gerüchte zu einem neuen Modell. Ein Blick zurück zeigt, wie stark sich das Gerät verändert hat.
Start als iTunes-Zuspieler für den Fernseher
Heute jährt sich zum 19. Mal die Markteinführung der ursprünglichen Apple-TV-Box. Apple-Chef Steve Jobs hatte sie bereits im Januar 2007 auf der Macworld Expo zusammen mit dem ersten iPhone vorgestellt, der tatsächliche Verkaufsstart folgte aber erst im März.
Ursprünglich präsentierte Apple das Gerät unter dem Arbeitstitel „iTV“. Die kleine Box sollte es Benutzer:innen ermöglichen, Filme, TV-Sendungen, Musik und Fotos kabellos von einem Mac oder PC direkt auf den Fernseher zu streamen. Anders als heute gab es keinen App Store und keine Unterstützung für Apps von Drittanbietern. Das Nutzungserlebnis drehte sich fast vollständig um in iTunes gekaufte oder vom Computer synchronisierte Medien.
Gesteuert wurde das erste Apple TV mit einer einfachen Apple Remote. Auf dem Fernseher lief eine an Front Row angelehnte Oberfläche, die speziell für die Navigation durch iTunes-Mediatheken entwickelt war. Im Inneren steckte eine 40-GB-Festplatte zur lokalen Speicherung von Inhalten.
Die Box unterstützte 720p-HD-Auflösung, bot sowohl einen HDMI-Anschluss als auch Komponentenausgänge und kostete zum Start 299 US-Dollar (rund 276 Euro). Apple bezeichnete Apple TV damals bekanntlich als „Hobby“ und unterstrich damit den eher Nischen- und Experimentierstatus des Produkts im eigenen Portfolio.
Vom Mac-Zubehör zum eigenständigen Streaming-Gerät
In den folgenden Jahren entwickelte Apple die Plattform schrittweise weiter und rückte sie weg vom reinen Mac-Zubehör hin zu einem eigenständigen Streaming-Gerät. 2010 strich der Konzern die interne Festplatte und stellte auf ein kleineres Design um, das klar auf Streaming ausgelegt war.
Ein wichtiger Wendepunkt folgte 2015 mit der Einführung von tvOS und dem App Store für Apple TV. Damit kamen erstmals Apps und Spiele von Drittanbietern auf die Plattform. 2017 ergänzte Apple Unterstützung für 4K-Auflösung und überarbeitete das Gerät anschließend mehrfach mit schnelleren Chips. Die aktuelle Generation setzt auf den A15-Bionic-Prozessor.
Drehscheibe für Apple-Dienste – und bald ein Update
Anders als das ursprüngliche Modell, das in erster Linie iTunes-Inhalte von Mac oder PC auf den Fernseher bringen sollte, dient Apple TV heute als zentrale Anlaufstelle für zahlreiche Apple-Dienste. Dazu gehören Apple TV+, Apple Arcade, Apple Fitness+, AirPlay und HomeKit-Integration.
Während Konkurrenzprodukte wie Roku, Amazon Fire TV und Geräte mit Google TV den unteren Preisbereich des Marktes dominieren, positioniert Apple die eigene Box weiterhin als höherwertige Option mit enger Verzahnung ins Apple-Ökosystem und leistungsstärkerer Hardware.
Aktuell verkauft Apple die dritte Generation von Apple TV 4K, die im November 2022 auf den Markt kam. Ein neues Modell wird in naher Zukunft erwartet. Es soll einen schnelleren Chip erhalten und zudem mit einem eigenen N1-Funkchip von Apple für WLAN und Bluetooth ausgestattet sein.
