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Apple streicht bewährtes Festplatten-Abbild-Werkzeug aus macOS

In kommenden Versionen von macOS wird das altbekannte Terminal-Werkzeug hdiutil verschwinden. Für die meisten von euch bleibt das unbemerkt, für manche Dienstprogramme kann es jedoch kritisch werden.

Altes Terminal-Werkzeug steht vor dem Aus

Seit den frühen Tagen von Mac OS X gehört der Terminal-Befehl hdiutil zur Standardausrüstung. Das Werkzeug dient zur Verwaltung von Festplatten-Abbildern und wird etwa genutzt, um Images zu formatieren oder auszuhängen, wenn der Finder behauptet, sie seien noch in Gebrauch. In Foren wurde der Befehl oft als Problemlöser empfohlen.

Nun markiert Apple hdiutil offiziell als veraltet und kündigt damit das Ende an. Erstmals öffentlich aufgefallen ist das dem Entwickler Jeff Johnson, der in der aktuellen macOS-Version mit dem Codenamen Golden Gate entsprechende Hinweise entdeckt hat. Der Befehl bleibt vorerst weiterhin nutzbar, sowohl direkt im Terminal als auch für Apps, die ihn im Hintergrund aufrufen. Apple macht aber klar, dass langfristig auf den alternativen Befehl diskutil image umgestellt werden soll.

Wer in der Terminal-App man hdiutil eingibt, erhält wie gewohnt eine ausführliche Anleitung. In den Betaversionen von macOS Golden Gate ist diese Dokumentation allerdings mit einem Warnhinweis versehen. Damit steht fest: hdiutil wird aus macOS entfernt, wenn auch nicht sofort mit Golden Gate und möglicherweise nicht einmal mit der darauffolgenden Version.

diskutil image soll hdiutil ablösen

Apple setzt stattdessen auf das bereits vorhandene Werkzeug diskutil image. Dieses deckt derzeit die meisten, aber nicht alle Funktionen von hdiutil ab und verhält sich in einigen Details anders. Diese Unterschiede können in automatisierten Abläufen eine Rolle spielen.

Jeff Johnson beschreibt etwa ein abweichendes Verhalten bei Sicherungsprozessen: Wird hdiutil verwendet und gehört eine Datei dem Systembenutzer „root“ statt der angemeldeten Person, fordert macOS eine Authentifizierung an. Der Befehl diskutil image

zeigt in derselben Situation hingegen kein Anmeldefenster, sondern bricht einfach mit einer allgemeinen Fehlermeldung ab. Für Skripte und Backup-Software ist das ein relevanter Unterschied.

Möglicherweise hängt die Abkehr von hdiutil auch mit Sicherheitsaspekten zusammen. Am 15. Oktober 2025 hatte Apple ein Sicherheitsupdate für macOS Sonoma veröffentlicht, weil beim Ausführen eines hdiutil-Befehls unter bestimmten Umständen beliebiger Code ausgeführt werden konnte. Laut Apple wurde das Problem behoben, indem der betroffene, nicht näher spezifizierte Code entfernt und nicht ersetzt wurde.

Folgen für Nutzer:innen und Entwickler:innen

Für die große Mehrheit der Mac-Benutzer:innen wird die Änderung kaum spürbar sein. Viele von euch kennen hdiutil vermutlich gar nicht oder haben es nie direkt genutzt. Auswirkungen gibt es vor allem im Hintergrund, bei Programmen, die den Befehl automatisch aufrufen.

Johnson verweist auf eine App, an der er mitgearbeitet hat und die ohne hdiutil schlicht nicht mehr funktionieren würde. Häufig betroffen sind Festplatten- und Systemdienstprogramme, die intern mit Festplatten-Abbildern arbeiten. Entwickler:innen dieser Werkzeuge sind Apples Änderungen allerdings gewohnt und werden ihre Software voraussichtlich an diskutil image anpassen, bevor hdiutil endgültig verschwindet.

Aktuell weist Apple in der Dokumentation nur auf eine konkrete Einschränkung von hdiutil unter macOS Golden Gate hin: das Apple Sparse Image Format (ASIF). Unklar bleibt, warum Apple dieses Format eigens hervorhebt, da es ohnehin ausschließlich von diskutil image unterstützt wird.

Fest steht: Mit der offiziellen Einstufung als veraltet ist das Ende von hdiutil nur eine Frage der Zeit. Die Änderung reiht sich ein in frühere Aufräumarbeiten, etwa die Abschaffung des Apple Filing Protocols in macOS Sequoia 15.5 im Jahr 2025.

Via: https://appleinsider.com

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Michael Reimann

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