Ausrangierte Zubehörteile aus Apple Stores tauchen plötzlich offiziell im Handel auf. Eine australische Firma verkauft Ladegeräte, Ständer und Sticker, die eigentlich nie für Euch gedacht waren.
AppleUnsold verkauft ehemaliges Store-Equipment
Seit der Eröffnung der ersten Apple Stores im Jahr 2001 setzt Apple auf eigens entworfene Möbel und Präsentationssysteme. Genau solche Ladenbauteile bietet nun das australische Unternehmen AppleUnsold zum Kauf an – Teile, die ursprünglich nie im regulären Verkauf landen sollten.
Wer auf spektakuläre Stücke hofft, wird allerdings enttäuscht. Ikonische Elemente wie der Glaskubus des New Yorker Fifth-Avenue-Stores fehlen im Sortiment, ebenso die massiven Holztische, die viele von Euch aus den Stores kennen. Apple betrachtet diese Einrichtungsgegenstände als proprietäre Ausstattung und verkauft sie nicht, teilweise sind sie sogar patentiert.
Aktuell listet AppleUnsold 28 Artikel, wie wir bereits berichtet haben. Zum Zeitpunkt des Artikels sind aber 27 davon als ausverkauft markiert. Erhältlich ist einzig ein Bogen mit Apple-Pay-Händlerstickern. Ein Bogen mit neun Aufklebern kostet 5 US-Dollar (rund 4,60 Euro) plus Versand, die Importzölle in die USA übernimmt laut Anbieter AppleUnsold.
Ganz eindeutig ist der Ausverkauft-Status jedoch nicht. Auf der Webseite heißt es, Vorbestellungen seien aufgrund eines „Ansturms an jüngsten Bestellungen“ vorübergehend gestoppt worden.
Welche Teile aus den Stores angeboten werden
AppleUnsold kündigt an, das Lager bis Mitte Februar wieder aufzufüllen. Dann sollen unter anderem folgende Teile wieder bestellbar sein:
- MagSafe-Demoladegerät – 119 US-Dollar (rund 109 Euro)
- AirPods-Max-Demoständer – 125 US-Dollar (rund 115 Euro)
- iPad-Ringständer – 45 US-Dollar (rund 41 Euro)
- Apple-Vision-Pro-Ablage – 289 US-Dollar (rund 265 Euro)
- Fitness-Handtuch-Set – 32 US-Dollar (rund 29 Euro)
Die angegebenen Preise sind Richtwerte und hängen vom Zustand der einzelnen Teile ab. Auffällig ist, dass manche Produkte sowohl als gebraucht als auch als neu gelistet werden. Das wirft zusätzliche Fragen dazu auf, wie genau AppleUnsold an dieses Material gelangt.
Das Unternehmen hält sich zu den Bezugsquellen bedeckt. Verschiedene Hinweise und die häufige Knappheit im Shop deuten darauf hin, dass die Teile beim Umbau von Apple Stores aufgekauft werden.
Apple arbeitet derzeit an einem mehrjährigen Programm, bei dem weltweit rund 50 Läden renoviert oder neu eröffnet werden. Damit dürfte theoretisch Nachschub für AppleUnsold vorhanden sein – sofern Apple diese Vertriebsschiene nicht unterbindet.
Rechtliche Grauzone rund um Ausstattungsreste
AppleUnsold existiert als eigene Webseite seit Ende November 2025, war zuvor aber bereits als eBay-Händler aktiv. Auf eBay tauchten die ersten Angebote im April 2025 auf, und parallel zur eigenen Seite werden dort weiterhin Artikel verkauft.
Klar ist, dass Apple wohl kaum begeistert zusehen wird, wie exklusive Store-Ausstattung im freien Handel erscheint. Unklar ist aber, welche rechtlichen Mittel dem Konzern zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gilt das Prinzip des Weiterverkaufs: Hersteller:innen können Käufer:innen in der Regel nicht verbieten, gekaufte Ware weiterzuverkaufen.
Kompliziert wird es, wenn die Ausstattungsstücke nie direkt verkauft wurden. Denkbar ist, dass Apple Dienstleister:innen für die Entfernung der alten Ladeneinrichtung bezahlt hat. In dem Fall wäre zwar Geld geflossen, die ausgebauten Teile würden aber rechtlich dem Entsorgungsunternehmen gehören. Dieses könnte sie in der Theorie an AppleUnsold weiterveräußern.
Eine nahe liegende Reaktion für Apple wäre es daher, bereits an dieser Stelle anzusetzen und künftig Verträge mit Entsorger:innen zu schließen, die den Weiterverkauf verbieten. Noch ist das nicht passiert, AppleUnsold ist weiterhin aktiv und will bald wieder Ware anbieten.
Wenn Ihr also schon immer ein Original-Demoladegerät aus dem Apple Store auf dem Schreibtisch haben wolltet, müsst Ihr die Seite nur gut im Blick behalten. Und falls dort eines Tages doch ein Apple-Store-Tisch auftaucht, wäre das eine kleine Sensation.
Apfeltalk testet
Apfeltalk hat dort einige Dinge bestellt. Unter anderem ein Demo-Case, das AirPods zeigt. (inklusive der AirPods) und laut der Webseite sind die Gegenstände auch bereits aus Australien auf dem Weg nach Deutschland. Wir halten euch auf dem Laufenden und werden die bestellten Gegenstände hier zeigen.

