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Apple, Siri und KI: Neuer Streit um Kontrolle und Regulierung

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Apple hat sich in den 2010er-Jahren bewusst vom „toxic hellstew“ der Android-Plattform abgegrenzt und auf ein streng kontrolliertes Ökosystem gesetzt. Mit dem Einstieg in generative KI und Siri AI wiederholt sich dieser Konflikt – diesmal mit stärkerem regulatorischem Gegenwind, vor allem aus der EU.

Vom „Walled Garden“ zur Festung

Der Begriff „Walled Garden“ beschreibt Apples Ansatz nur teilweise: Tatsächlich gleicht das Ökosystem eher einer Festung. Ausgangspunkt war der Wille, die Zersplitterung und Sicherheitsprobleme zu vermeiden, die Android schon früh den Ruf eines „toxic hellstew of vulnerabilities“ einbrachten – eine Formulierung, die 2014 sogar von CEO Tim Cook auf der WWDC-Bühne aufgegriffen wurde.

Apple setzte beim App Store auf klare Vorgaben: ein einziger Distributionskanal, kein Sideloading, Provisionen zwischen 15 und 30 Prozent auf alle Verkäufe, ein Verbot alternativer Browser-Engines und strikte Regeln, die sogar das Erwähnen anderer Bezahlwege untersagten. Offiziell begründete Apple diese Linie als notwendigen Schutz der Nutzer:innen vor Schadsoftware und anderen Risiken, die man auf der Android-Seite beobachtete.

Das Konzept funktionierte zunächst: iPhones waren über Jahre messbar weniger von Malware betroffen als Android-Geräte, und Google begann, Teile des Apple-Modells zu übernehmen. Änderungen am System erfolgten nicht freiwillig, sondern vor allem als Reaktion auf juristische und regulatorische Entwicklungen – etwa den Rechtsstreit Epic Games vs. Apple, die EU-Verordnung Digital Markets Act (DMA) oder das US-Kartellverfahren des Justizministeriums seit 2024.

Eine zentrale EU-Baustelle ist die von Apple eingeführte Core Technology Fee (CTF) im Zuge des DMA. Die Europäische Kommission sieht darin in vorläufigen Einschätzungen wiederum einen möglichen Verstoß gegen eben diese Regeln, die eigentlich mehr Wettbewerb und Öffnung durchsetzen sollen.

KI als neues Schlachtfeld – und Siri AI mitten drin

Heute verlagert sich der Konflikt von App-Store-Fragen hin zur Künstlichen Intelligenz. Apple greift dabei auf bekannte Muster zurück und versucht, auch das KI-Feld eng zu kontrollieren. Ein Beispiel sind die Verzögerungen bei der Einführung von Apple Intelligence, iPhone Mirroring und SharePlay Screen Sharing im Juni 2024 in der EU mit Verweis auf DMA-Vorgaben. Im Juni darauf erklärte Software-Chef Craig Federighi, Siri AI werde aus denselben Gründen vorerst nicht in der EU starten.

Die EU-Kommission widersprach und stellte klar, die Entscheidung gegen einen Start von Siri AI in der EU liege ausschließlich bei Apple. Das Unternehmen sei nach Ansicht der Behörde nicht in der Lage gewesen, Interoperabilitätslösungen zu entwickeln, die grundlegende EU-Standards bei Datenschutz und Sicherheit erfüllten.

Anders als OpenAI mit ChatGPT, Anthropic mit Claude oder Google mit Gemini betreibt Apple kein eigenes „Frontier“-Modell, das direkt mit diesen Systemen konkurriert. Solche KI-Apps sind inzwischen frei im App Store verfügbar – ein deutlicher Unterschied zu 2014, als Apple sie wahrscheinlich gar nicht zugelassen hätte. Gleichzeitig möchte Apple verhindern, dass diese Apps denselben Systemzugriff wie Siri erhalten. Indem Siri AI vorerst außerhalb der Reichweite des DMA bleibt, sichert sich Apple hier zumindest kurzfristig Spielraum.

Technisch steuert Apple den Zugang über APIs, die Funktionen des On-Device-Modells verfügbar machen, nicht aber das Modell selbst. Apps müssen zudem eine ausdrückliche Zustimmung einholen, bevor sie persönliche Daten an Dritt-KI-Dienste weitergeben – eine Anforderung aus App Tracking Transparency, die Apple 2025 in Frankreich ein Bußgeld von 162 Millionen US-Dollar einbrachte. Parallel prüft die EU bereits, smarte TV-Plattformen wie Apple TV und Sprachassistenten wie Siri als Gatekeeper im Sinne des DMA zu klassifizieren.

Zwischen Datenschutz, Marktaufsicht und Abhängigkeit von Google

Während Apple bei der Modell-Entwicklung selbst zurückhaltend bleibt, setzt das Unternehmen im Hintergrund stark auf Google. Medienberichten zufolge zahlt Apple rund 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr, damit Googles KI-Modelle Siri antreiben. Diese laufen dabei auf Apples eigenen Private Cloud Compute-Servern. Zum Vergleich: Laut Gerichtsunterlagen überweist Google jährlich etwa 20 Milliarden US-Dollar, um als Standardsuchmaschine in Safari zu bleiben.

Apple behält damit die Kontrolle über Infrastruktur und Datenspeicherort, während ein externer Partner das KI-Grundrauschen liefert. Das Unternehmen argumentiert traditionell mit Datenschutz und Sicherheit: Die Daten der Nutzer:innen sollen nicht unkontrolliert bei KI-Anbietern landen, besonders nicht bei sensiblen Gesundheits- und Finanzinformationen. Regulierer wiederum sehen in der konsequent geschlossenen Architektur die Gefahr monopolartiger Strukturen, die Wahlfreiheit und Wettbewerb einschränken.

Im Ergebnis wiederholt sich ein bekanntes Muster: Apple verteidigt ein eng verzahntes, abgeschottetes System mit dem Versprechen von Sicherheit, Behörden versuchen mit Gesetzen wie dem Digital Markets Act frühzeitig gegenzusteuern. Der frühere „toxic hellstew“ bestand vor allem aus Malware und Fragmentierung – heute geht es um Regulierungsdruck, Gerichtsverfahren und den Versuch, ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Marktöffnung zu finden.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.

Via: zdnet.com

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