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Apple schreibt WebKit vor: Was iOS-Nutzer:innen beim Surfen verpassen

Auf iPhone und iPad dürfen Browser nur mit Apples eigener WebKit-Engine laufen. Neue Benchmarks und Entwicklungen bei Android-Browsern zeigen, was Euch dadurch entgeht.

Gleichzeitig baut Mozilla Firefox für Android mit neuen Funktionen aus und nutzt Freiheiten, die es auf iOS so nicht gibt.

WebKit-Pflicht auf iOS: Fast 30 Prozent weniger Tempo

Auf iOS schreibt Apple vor, dass alle Browser-Apps auf WebKit basieren müssen. Eigene Rendering-Engines sind nicht erlaubt, egal ob von Microsoft, Google oder Mozilla. Diese Vorgabe verhindert, dass Chromium-basierte Browser ihre komplette Technik auf iPhone und iPad ausspielen können.

Microsoft-Ingenieur:innen haben nun Benchmarks veröffentlicht, die zeigen, wie groß der Unterschied sein kann. Sie haben einen experimentellen Chromium-Browser mit eigener Engine unter iOS getestet und ihn mit Safari verglichen. Die Messung erfolgte mit Apples eigener Benchmark-Suite Geschwindigkeitsmesser 3.1.

Das Ergebnis: Der Chromium-Prototyp erzielte in diesem Test eine um 28,6 Prozent höhere Punktzahl als Safari. Laut Bericht von MacRumors gehen diese Unterschiede damit direkt auf die WebKit-Pflicht zurück. Nutzer:innen bekommen den potenziellen Geschwindigkeitsvorteil nicht zu sehen, weil Apple Browser mit eigener Engine im App Store nicht zulässt.

Für Euch bedeutet das: Selbst wenn Anbieter wie Microsoft Edge oder Google Chrome auf iOS innovativere oder schnellere Browserkerne bauen könnten, bleiben sie durch die WebKit-Vorgabe ausgebremst. Die sichtbaren Unterschiede zwischen Safari und Alternativbrowsern betreffen vor allem Oberfläche, Synchronisation und Zusatzfunktionen, nicht aber das eigentliche Rendering.

Was Android-Browser wie Firefox heute schon mehr bieten

Während iOS beim Browserkern strikt bleibt, nutzen Anbieter auf Android den größeren Spielraum. Firefox für Android hat laut ZDNet gerade drei neue Funktionen erhalten, die das mobile Surfen deutlich verändern können.

Zum einen unterstützt Firefox nun Tab-Gruppen. Damit lassen sich geöffnete Seiten thematisch bündeln, etwa für Arbeit, Reisen oder Shopping. So behaltet Ihr viele Tabs leichter im Blick. Zweitens hat Mozilla die Einstellungen vereinfacht, damit wichtige Optionen schneller auffindbar sind.

Besonders relevant für Datenschutz ist eine neue Übersicht über blockierte Tracker. Firefox zeigt an, welche Tracking-Elemente auf Websites erkannt und gestoppt wurden. Nutzer:innen sehen damit transparenter, wie aktiv der integrierte Schutz arbeitet.

Weitere Funktionen sind bereits angekündigt: Laut ZDNet sind ein integrierter VPN-Dienst und ein Energiesparmodus in Arbeit. Beides baut direkt auf der eigenen Technik des Browsers auf und nutzt die Freiheit, die Android bei Hintergrunddiensten und Netzwerkzugriff bietet.

Was Ihr heute aus Eurem mobilen Browser noch herausholen könnt

Auf iOS bleiben Euch Alternativbrowser dennoch nicht völlig erspart. Auch wenn sie alle WebKit verwenden, können sie Euch beim Alltag helfen – etwa durch andere Bedienkonzepte, Werbe- und Tracking-Blocker oder engere Verzahnung mit Cloud-Diensten. Unterschiede beim Datenschutz ergeben sich vor allem durch Standard-Suchmaschine, Synchronisation und Telemetrie-Einstellungen.

Auf Android habt Ihr dagegen die Wahl zwischen verschiedenen Browser-Engines. Ihr könnt Firefox mit Fokus auf Tracking-Schutz, Chromium-Ableger mit aggressiven Werbeblockern oder Hersteller-Browser mit eigenen Energiesparoptionen testen. So lässt sich je nach Gerät und Nutzung ein spürbarer Unterschied bei Tempo, Features und Datenschutz erreichen.

Die aktuelle Diskussion um Microsofts Benchmark und Mozillas Android-Ausbau zeigt: Technisch wäre auf dem iPhone offenbar mehr drin. Solange Apple aber an WebKit als Pflicht festhält, bleiben große Teile dieses Potenzials ungenutzt.

Via: www.macrumors.com · www.zdnet.com

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Michael Reimann

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