Apple arbeitet an einer eigenen smarten Brille und steht dabei vor einem bekannten Problem: der Akkulaufzeit. Ein Chip aus der Apple Watch könnte nun die entscheidende Lösung liefern.
Ziel ist es, Funktionen auf iPhone-Niveau zu bieten, ohne dass die Brille nach wenigen Stunden wieder an die Steckdose muss.
Apple sucht nach effizientem Chip für eigenständige Brille
Die größte Hürde bei der Entwicklung von Apples smarter Brille ist offenbar die Laufzeit im unabhängigen Betrieb. Ein eigenständiges Modell soll derzeit nur wenige Stunden durchhalten, was die Brille als iPhone-Ersatz für viele Benutzer:innen unattraktiv machen würde. Frühere Berichte nannten als Ziel einen Chip mit Leistung auf A‑Serie‑Niveau, der aber nur ein Zehntel der Energie eines iPhone-Prozessors verbraucht. Dafür müsste Apple ein extrem energieeffizientes Silizium entwickeln.
Nun zeigt sich, dass Apple in einer bestehenden Produktlinie bereits über einen passenden Kandidaten verfügt. In der Apple Watch steckt ein besonders sparsamer System-in-Packaging-Chip, der die nötige Rechenleistung mit deutlich geringerem Stromverbrauch kombiniert. Laut dem Branchenmagazin EBN bietet dieser Ansatz genug Reserven für die smarte Brille und hilft gleichzeitig, die Akkulaufzeit auf ein alltagstaugliches Niveau zu bringen.
Apple-Watch-Chip S10 soll im Inneren der Apple-Brille arbeiten
Als wahrscheinlichste Option gilt derzeit der S10-Chip aus der Apple Watch Ultra 3. Dabei handelt es sich um ein System-in-Gehäuse (SoC) mit zwei CPU-Kernen und einer Neural Engine mit vier Kernen. Verglichen mit den aktuellen iPhone-Chips A19 und A19 Pro erreicht der S10 deren Leistung nicht. Gegen ältere Generationen kann er jedoch durchaus bestehen, was ihn zu einem geeigneten Kandidaten für die Rechenbasis der Apple-Brille macht.
Der große Vorteil liegt in den Eigenschaften als Ultra-Niedrigenergie-Chip. Der S10 stellt ausreichend Rechenleistung bereit, verbraucht aber deutlich weniger Energie als ein klassischer iPhone-Prozessor. So könnte die Brille mit einem vergleichsweise kleinen Akku einen ganzen Tag durchhalten. Zum Vergleich: Die Vision Pro mit M5-Chip nutzt einen externen Akku mit 35,9 Wattstunden beziehungsweise 9.498 mAh bei 3,8 Volt und kommt damit höchstens auf rund drei Stunden Laufzeit.
Die smarte Brille muss dagegen sehr leicht bleiben, weshalb der Akku voraussichtlich unter 800 mAh liegen wird. Die Effizienz des S10-Chips zeigt sich schon in der Apple Watch Ultra 3: Sie erreicht bis zu 42 Stunden im normalen Betrieb und bis zu 72 Stunden im Stromsparmodus. Trotz des Verzichts auf einen iPhone-Chip soll die Brille umfangreiche Funktionen bieten. Genannt werden die Verarbeitung von Bildern mehrerer Kameras, die Steuerung von Siri sowie KI-Funktionen, sobald die Brille mit einem iPhone verbunden ist.
Erste Generation ohne Display, Start wohl 2026
Apple plant die smarte Brille offenbar im Zusammenspiel mit anderen Geräten. Die erste Version soll sich direkt oder drahtlos mit einem iPhone oder Mac verbinden lassen. Allerdings soll das Einstiegsmodell noch ohne eigenes Display kommen. Der Marktstart ist laut Berichten für das Jahr 2026 vorgesehen.
Für die zweite Generation sind deutlich umfangreichere Funktionen geplant. Diese Version könnte zwei Betriebssysteme unterstützen, je nachdem, mit welchem Gerät sie gekoppelt ist. Die Vorstellung des Nachfolgemodells wird aktuell für 2027 erwartet.
Via: https://wccftech.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
